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Forum: Ernährung & Diäten

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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wolfgang E.
  • (574 mal gelesen)
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Hallo an alle


Diesen Artikel habe ich soeben im Online Standard entdeckt. Das sollte uns doch nachdenklich machen.


Krankhafte Fixierung auf gesundes Essen
Nach Bulemie und Magersucht ist eine weitere Form der Essstörung im Vormarsch: "Orthorexia nervosa"
Bei "Orthorexia nervosa" ist nur noch wichtig, bei der Nahrungsaufnahme alles "richtig" zu machen.


Linz/Wien - Es gibt immer mehr Menschen, die aus übertriebener Sorge um die "gesunde Ernährung" zu so genannten "krankhaften Gesundessern" werden. Die Psychologie hat inzwischen schon eine Bezeichnung für diese Form der Essstörung: "Orthorexia nervosa", also das pathologische Bemühen, bei der Nahrungsaufnahme alles "richtig" (griechisch: "ortho") zu machen. "Die Angst vor Krankheit durchs Essen lässt die Leute krank werden", formulierte es der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze in Zusammenhang mit einem Ärztekongress am Samstag.
Vor allem bei Frauen und bei Angehörigen der höheren Bildungsschichten, die sich intensiv über Fragen der Gesundheit informieren, zeigt sich zunehmend das Problem einer "übertriebenen Fixierung auf gesunde Nahrungsmittel", wie die Ärzte es ausdrücken. "Solche Menschen sind extrem darauf bedacht, sich möglichst gesund zu ernähren", erläuterte Kunze, "auf diese Weise entstehen völlig unbegründete Ängste vor den Nahrungsmitteln". Essen werde nur mehr "verengt unter dem Blickwinkel der Gesundheit" gesehen, "und isst jemand einmal etwas anderes, hat er sofort ein schlechtes Gewissen", so der Sozialmediziner.
Überlegungen
Der "krankhafte Gesundesser" ist darauf fixiert, bei jeder Speise vorerst genau zu überlegen und nach Möglichkeit zu "berechnen", wie viele Spurenelemente, Vitamine und dergleichen er aufnimmt beziehungsweise, was ihm in dieser Hinsicht fehlt. "Jede Nahrungsaufnahme wird sorgfältig unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit geplant, allein das nimmt dem Menschen schon jede Freude und jeden Genuss", warnte Kunze. Ganz absehen davon, dass das Essen ja auch einen sozialen Aspekt habe, der ebenfalls von der Angst um die Gesundheit überlagert werde.
Der Beginn der "Orthorexia nervosa" sei meist der Vorsatz, "schlechte" Ernährungsgewohnheiten abzulegen, "nicht selten folgt ein sehr einseitiges Essverhalten und dieses führt erst recht zu Mangelerscheinungen und zu Erkrankungen", erläuterte Kunze. In der Fachliteratur wird die neue "Orthorexia nervosa" auf eine Ebene mit bekannten Essstörungen wie der Bulemie (Ess-Brechsucht) oder der "Anorexia nervosa" (Magersucht) gestellt. Während sich allerdings Patienten mit den beiden letztgenannten Störungen auf die Quantität des Essens konzentrieren, sind die "krankhaften Gesundesser" auf die Qualität der Nahrung fixiert.
Kunzes Resümee: "Grundsätzlich gibt es keine gesunden oder ungesunden Lebensmittel - es kommt immer nur auf die Auswahl, die Zusammensetzung und die Menge der Ernährung an". (APA)





Antworten zu diesem Thema:

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Andras
  • (120 mal gelesen)
  • Status:

Der Artikel gefällt mir, kann ich durchaus verstehen.

Lili
  • (122 mal gelesen)
  • Status:

grundsätzlich gibt es alles ;-)


deshalb bin ich immer froh wenn auch andere mal Schwächen zeigen und nicht immer so diszipliniert sind.
Menschen, die extrem diszipliniert sind, erschrecken mich....und in Bezug Ernährung gibt es sogar wie man in deinem Bericht liest, einen Namen für diese Krankheit.
Kurz und gut: Schwächen sind so menschlich ;-))


Grüsse Lili

Detelina
  • (107 mal gelesen)
  • Status:

Hallo lieber Wolfgang,


Es gibt auch auswegslosen Situationen und dafür muß man auch Verständnis aufbringen können. Man kann nicht so alles pauschal verteufeln. An Quantität gibt's bei mir nichts, bei 1600 kcal täglich muß ich schon sparsam wirtschaften. Qualität gibt es auch begrenzt. Wenn mann all die fettige Sachen wegläßt , bleibt nicht viel übrig. Ach, jetzt habe ich gerade meine vierte Nuß für heute gegessen. Die fünfte esse ich morgen. Ach ja, wenn man die Quantität und die Qualität lockert, dann passen mir plotzlich die Hosen nicht mehr. Eine Freundin hat mir erzählt, daß das alles seinen Sinn habe. Das sei die Evolution. Die alten Frauen früher haben nicht zum Essen gekriegt und deswegen, so will es die Evolution, soll ich heute auch nicht viel bekommen :-))). Wenn ich mit Genuß und alles esse, bin ich wegen des Specks unglücklich.
Schwierig, schwierig. Gibt es nicht eine richtige Eßstörung?
Viele Grüße
Detelina

flottelotte
  • (96 mal gelesen)
  • Status:

ja, es gibt aber auch Ärzte, die versuchen, alle Menschen und ihre Verhaltensstrukturen in einem System von Pathologien zu positionieren. Jetzt, wo endlich ein Name erfunden wurde, können sogar die Gesundheitsfreaks pathologisiert werden. Um diese spezielle Pathologie bildet sich ein Diskurs, ein Wissensdirkurs. Man erzeugt ERkenntnisse über diese "Art" von Mensch, der plötzlich benennbar ist. Dieses Wissen ist zugleich Macht, es kann von den Wissenserzeugern auf diese Art von mensch appliziert werden. Der Betroffene internalisiert das auf ihn applizierte Wissen, welches dann als Bio-Macht in ihm zu wirken beginnt. Er wird sich seiner Pathologie bewußt, sie sedimentiert sich in seinem Körper, bis er sie schließlich reproduziert und repräsentiert. Er positioniert sich plötzlich selbt in die Schublade, in die er gesteckt wurde, in diesem Fall heißt die Schublade "Orthorexia nervosa".
Ich bitte deswegen, diese Bezeichnungen mit äußerster Vorsicht zu genießen. In der Soziologie, Psychologie und Philosophie werden schon seit Jahrzehnten die von Ärzten geschaffenen bezeichnungen und deren Effekt auf die menschlichen Körper kritisiert.
Ich emfehle zur weiteren lektüre:
Michel Foucault: der Wille zum Wissen
Michel Foucault: Überwachen und Strafen
in fast allen Büchern Foucaults spielt das oben Genannte eine Rolle. Außerdem äußern sich darüber Deleuze und Guatteri.

June
  • (84 mal gelesen)
  • Status:

sollte essen nicht auch irgendwie spass machen? gibt es nicht auch wichtigere sachen als immer darueber nachzudenken, ob das, was ich gerade zu mir nehme, super gesund und auf gar keinen fall "dick machend" ist?
eine verwunderte june

wolfgang E.
  • (84 mal gelesen)
  • Status:

Hi June,


worüber bist Du erstaunt? Das ist ein Text, den ich in einer der führenden österreichischen Tageszeitungen gefunden habe, und von dem ich glaub(t)e, dass er auch andere in diesem Forum interessieren könnte. Nicht mehr und nicht weniger....jedenfalls keine Wertung meinerseits.


Grüsse


wolfgang E.


Petronius
  • (93 mal gelesen)
  • Status:

hi june,


deine fragen würde ich alle mit ja beantworten


deine verwunderung kann ich aber nicht nachvollziehen - das forum wimmelt doch nur so von leuten, für die essen in erster linie ein problem ist. bzw. die es zu einem solchen machen


"Orthorexia nervosa" existiert, und zwar anscheinend ziemlich weit verbreitet. ob die betroffenen das nun als eigenständige krankheit anerkennen oder nicht (ich hätte es ja eher in die ecke der zwangsneurosen gesteckt. die einen müssen sich vor dem essen eine halbe stunde lang die hände waschen, die anderen jede einzelne kalorie ausrechnen)

a.s
  • (93 mal gelesen)
  • Status:

orthorexia nervosa- auch hier glit wieder:
das maß aller dinge ist entscheidend.
aber ab wann darf man sich den als potentiell gefährdet einstufen? schon wenn man kalorien + fettbewußt und auf natürlichkeit achtend einkauft?
;-)) gruß a.n.d.r.e.a

Petronius
  • (79 mal gelesen)
  • Status:

"ab wann darf man sich den als potentiell gefährdet einstufen?"


ich schlage vor, das schlechte gewissen beim essen zum maßstab zu machen

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