Startseite > Foren > Forum Ernährung & Diäten > An Fr. Dr. Ellinger: Ernährung bei PCO
Hallo,
Bei mir wurde PCO festgestellt, (fehlender Menstruation, aber Kinderwunsch).
Ich bin 26 Jahre alt und bin 1,64 m gross. Ich wiege zur Zeit 92 Kilo, wobei zu sagen ist dass ich in dem letzten Jahr ca. 15 Kilo zugenommen habe (also noch vor ca. 1 Jahr wog ich +- 75 kilo).
Ich habe auch eine LEICHTE Schilddrüsenunterfunktion, die mit Euthyrox 50 (1x morgens) behandelt wird.
Jetzt ist meine Fragen:
1. Wie muss ich mich ernähren bezüglich auf PCO?
2. Wie erkenne ich ob ich eine Insulinresistenz habe oder nicht?
3. Wieviel in welchem Zeitraum abnehmen ist "gesund"?
4. Kann es sein, dass ich bei erfolgreicher Abnahme meine Regelblutung und Eisprung wieder bekomme?
VIELEN DANK!!!!!
Liebe Grüsse
Annalisbeth
Zu 1) Wahrscheinlich haben Übergewicht bzw. Insulinresistenz (durch Übergewicht begünstigt) eine Bedeutung bei der Entstehung des polycystic ovary syndrome (PCO). Studien haben gezeigt, dass durch Gewichtsnormalisierung die Insulinwirkung erhöht wird. In einigen Studien konnte damit auch der Hormonstatus verbessert werden. Daher ist bei übergewichtigen PCO-Patienten eine Gewichtsnormalisierung sowohl in Hinblick auf die Reduktion des kardiovaskulären Risikos als auch zur Verbesserung der Fertilität sinnvoll.
Eine effektive Maßnahme zur Gewichtsabnahme ist eine Reduktion der Energiezufuhr in Kombination mit erhöhter körperlicher Aktivität. Die Reduktionskost sollte ballaststoffreich sein (Vollkornprodukte) und wenig zuckerhaltige Produkte (Softdrinks, Süßwaren) enthalten. Daneben gibt es Hinweise, dass gesättigten Fettsäuren (enthalten in Butter, Fleisch und Wurstwaren) ungünstig wirken. Insgesamt ist also eine betont pflanzliche Kost, bei der Gemüse, Obst und Vollkornprodukte eine Basis darstellen, empfehlenswert.
Zu 2) Ob eine Insulinresistenz vorliegt oder nicht kann man durch eine Blutuntersuchung feststellen.
Zu 3) Als Faustregel gilt: max. 1 kg Gewichtsverlust pro Woche. Da 1 kg Fettmasse ca. 7000 kcal enthalten, ist bei einem Energiedefizit von 1000 kcal täglich nach einer Woche ein Verlust von 1 kg Fettgewebe zu erwarten.
Zu 4) Die hormonelle Störung kann durch Gewichtsreduktion zumindest gemildert werden. Ob man damit eine völlige Normalisierung des Zyklus möglich ist, kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise ist eine medikamentöse Therapie zusätzlich zur Diät notwendig. Bitte stellen Sie diese Frage an die Experten vom Gyn-Forum.<
Vielen DANK!!
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 30.01.08 15:59 | annalisbeth | |
| 30.01.08 17:37 | Dr. Sabine Ellinger | |
| 31.01.08 08:55 | annalisbeth |
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