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Forum: Ernährung & Diäten

Eröffnungsbeitrag des Themas:

Titel
Autor
Datum
Nathalie
  • (502 mal gelesen)
  • Status:

Hallo Jolly,


ich mach mal nen extra Beitrag auf für dich. Mhm, ich hoffe du hast dich von mir nicht angegriffen gefühlt, ich wußte nur nicht, auf was ich antworten sollte und hab dann erst durch Mary und Ursa das gesehen, mit den Fakes. Sorry. Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel.


Ja, ich denke schon, dass sich das Gewicht irgendwann da einpendelt, wo der Körper es will und was er auc braucht. Zumindest bei mir war es halt so. Ich weiß nicht, ob das mit (ernährungs-)wissenschaftlicher Erklärung so stimmt, da kenn ich mich dann doch zu wenig aus.


Mhm, ich muß gestehen, ich weiß nicht, ob ich wirklich mit meinem Gewicht zufrieden bin. Wenn ich mir zwar anschaue, wie groß ich bin und was ich wiege, dann sollte es schon passen, wenn ich mich aber im Spiegel ansehe, find ich es zum Kotzen. Nach wie vor. Ich mein, es ist nicht mehr so schlimm mit dem hungern bei mir, ich weiß, dass ich essen muß, damit ich den Tag und vorallem meinen Job schaffe, der mir einiges (körperlich) abverlangt, weil ich den ganzen Tag auf den Beinen bin. Aber es macht mir keinen Spaß, ich esse weil ich muß und wenn ich es nicht müßte, würde ich es lassen. Es ist allerdings auch schon viel, wenn ich so auf 600-700 kcal komme. Ich bin grad mal 1,56m groß und wiege ca 47/48 kg, ich weiß es nicht genau, trau mich zur Zeit nicht auf die Waage, weil ich meinen Anblick schon kaum ertrage.
Was mache ich, wenn ich die Verzweiflung spüre. Gute Frage. Was ich für mich entdeckt habe, allerdings als Alternative zum SVV ist das schreiben. Und ich mach das immer noch. Weil ich es nur so kann, meine Gefühle wirklich auszudrücken (wie armselig...). Und es hilft, zumindest bißchen. Ablenken halt, wobei ich es von mir kenne, dass man gar keine Lust auf Ablenkung hat, wenn man sich so vollgefressen fühlt und so. Ich weiß nicht. Hast du schon mal autogenes Training probiert? Ich hätte es früher zwar nie geschafft in diesen Momenten das zu machen, aber ich hab es vor paar Wochen mal probert und konnte mich sogar darauf einlassen. Ich kenn dich ja jetzt nicht so gut, wie du so bist, Grundstimmung und so. Ich hab jetzt angefangen, mir ein "positiv-Tagebuch" zu machen. Gut, es ist noch ziemlich leer, aber das liegt an meiner Einstellung zu mir und den Dingen die ich tue. Aber ich hab mir vorgenommen, postive Dinge reinzuschreiben, also was mir gut gefallen hat, wo es mir gut ging, auf was ich stolz bin und so nen Kram halt. Und ich will versuchen in Zeiten, in denen es mir schlecht geht, dann da zu lesen und mir so neue Kraft holen und vielleicht so zu erkennen, dass ich doch nicht so ein Versager bin. Weiß auch nicht.
Machst du eine Therapie, oder hast du schon eine gemacht? Was hast du denn "früher" gewogen, wenn ich fragen darf? Und wie lange bist du schon magersüchtig? So viele Fragen...sorry...


Also, ich würde mich riesig freuen noch mal von dir zu hören. Wenn du Lust hast, natürlich nur.


Liebe Grüße,


Nathalie

Antworten zu diesem Thema:

Titel
Autor
Datum
JollyJumper
  • (92 mal gelesen)
  • Status:

hai nathalie,


nein, ich hab mich nicht wirklcih angegriffen gefühlt. ich hätte wahrscheinlich auch nicht gewusst, wie ich auf so eine 'antwort' hätte reagieren sollen...


hm, das mit dem einpendeln macht mir sorgen...
was ist wenn der körper ein anderes gewicht für richtig hält als ich?
dann fühl ihc mich wieder unwohl und der ganze zirkus geht von vorne los?


hm, ja, die zahlen sagen einem, dass das größen-gewicht-verhältnis stimmt, aber man selber sieht das ganz anders...
der spiegel, genau wie die waage, kann manchmal echt grausam sein.


was sagt denn deine umwelt zu dir und deinem erscheinungsbild?
sind die mit dir zufrieden? meinen sie, dass du gut aussiehst? gesünder, oder so?


ja, so geht es mir auch. wenn ich mich total überfressen vorkomme, dann ist das letzte was ich will, ablenkung. bzw. ich kann mich gar nicht dazu aufraffen mich abzulenken... ich versinke dann in selbstmitleid.
autogenes training hab ich schonmal probiert, klappt aber nicht. ich glaube, dazu bin ich zu unkonzentriert,


die idee mit dem positiv-tagebuch ist gut.
nur müsste ich dann wahrscheinlich ziemlich lange nachgrübeln, bis ich irgendwas niederschreiben könnte. aber ich merk's mir mal.


ja, ich mach gerade eine therapie. wobei die nicht nur auf die essstörung abzielt. da kommen mehrere dinge zusammen. deshlab mach ich wahrscheinlich auch nicht solche fortschritte... denke ich mal...


hm, ich glaube, mein maximalgewicht lag bei 55 oder 56 kg. vor drei jahren ungefähr. und dann hab ich angefangen weniger zu essen... und aktiv und regelmäßig sport zu treiben.


du bist doch auch in therapie, wenn ich das richtig in erinnerung habe, oder?
wie geht dein/e therapeut/in vor? wie sieht deine behandlung aus?
ich hoffe, die fragen sind nicht unangebracht...


liebe grüße, jolly

Nathalie
  • (97 mal gelesen)
  • Status:

Liebe Jolly,


ich hab meine Therapeutin in der Hautklinik kennengelernt, in der ich im März war. Bin eigentlich nur hingegangen, weil ich ein paar Tips wollte, wie ich mit der Neurodermitis umgehen kann; hab dann auch noch das Ergebnis gekriegt, dass ich "doppelt gesegnet" wurde, auch mit Schuppenflechte, und damit ich einfach besser damit umgehen lerne...naja, und ich war ca ne viertel Std bei ihr und ich saß da und hab voll geheult - was alleine schon mal was heißen will, da ich so gut wie nie vor anderen heule, das erlaube ich mir nicht mehr, weil es nur ausgenutzt wird...naja, und dann bin ich öfter hin, zweimal die Woche und da sie noch in einer Ambulanz arbeitet, hab ich sie gefragt, ob ich nicht bei ihr weitermachen kann. Sie wollte mir das gleiche auch ans Herz legen. Ich hab schon eine Thera hinter mir, drei Jahre lang, und war auch 2 Monate in stationärer Behandlung...und über das Resultat, naja, wenn du paar Beiträge von mir gelesen hast, kannst dus ja einschätzen, oder??
Also, die Thers ist wieder eine Verhaltensthera. Musste zu Beginn etliche Fragebögen ausfüllen, die ausgewertet wurden, und ich bin nicht alleine essgestört, als wenn das nicht reichen würde, es kommen halt noch Depressionen dazu, SVV usw...bin in ziemlich allen Bereichen, die getestet wurden weit über Grenzwerten - der volle Psycho...so komm ich mir zumindest vor. Momentan machen wir Verhaltensanalyse, aber ich kann eigentlicxh noch nicht sooo viel darüber sagen, weil ich erst zwei "richtige" Sitzungen bei ihr hatte, aber ich merk schon, es wird verdammt hart. Sie will auch noch Körpererfahrungsübungen mit mir machen, wo ich echt Angst vor hab...weißt du, wie so was aussieht? Wie läuft denn deine Thera ab? Wenn ich nicht zu indiskret werde, mußt nicht drauf antworten...
Ich denke mal, es ist realiistisch, dass dein Körper ein anderes Gewicht haben will, als du es dir vorstellst. Ich weiß auch nicht, wann es aufhört, wie lange es dauert. Echt nicht. Bei mir ging es halt in der Klinik so und da hatte ich es einigermassen im Griff. Ich meine, feste essenszeiten und mahlzeiten selbst nehmen und so. War regelmäßig danach im Schwesternzimmer gesessen, weil ich sonst - naja, du weiß was ich meine. Die Zeit war hart für mich, weil ich mich so alleine gefühlt habe und vielleicht hatte ich es genau deshalb so gut im Griff, weil ich möglichst schnell nach hause wollte.
Mhm, meine Umwelt sagt, das ist in Ordnung und paar Kilo mehr würden nichts schaden. Nur sehe ich es anders, denn wenn ich mich im Spiegel sehe, sehe ich nichts weiter als ein fette runde Kugel mit Kopf, häßlichem Gesicht und überall schwabbelts, der Bauch ist eklig und alles einfach...kennst du auch so Wutanfälle vorm Spiegel? Du siehst dich an, und dir kommen einfach die Tränen, das Herz rast, der Atem geht schneller und du kneifst so fest du kannst in den Bauch...oh mann, entschuldige, will nicht "triggern"...
Es können ja auch einfach nur Kleinigkeiten sein -wie z.B. die Sonne hat heut so schön geschienen und ich hab gespürt, wie die Strahlen auf meine Haut trafen und sie gewärmt haben. Oder, mich hat heute ein Menshc beim einkaufen angelächelt. Oder, ja mhm, keine Ahnung, irgendso kleine Dinge halt, die einem sonst gar nicht wirklich auffallen würden. Am besten man sucht sich ne Zeit dafür aus, 10 minuten am Abend oder so, schöne Musik, ne Kerze und dann einfach ein oder zwei Sachen aufschreiben. Probiers doch einfach mal aus...
Was ißt du denn am Tag so, wenn ich fragen darf. Also, was du behältst. Oder geht das alles gleich wieder retour? entschuldige, wenn ich zu viel frage, dann sags mir einfach bitte, ok?
Also, ich wünsch dir noch nen schönen Abend udn grübel net so viel!!!! Und meld dich mal wieder, ja?


Liebe Grüße,
Nathalie


p.s. wie alt bist du denn eigentlich?

Detelina
  • (73 mal gelesen)
  • Status:

Hi Jolly,


ich möchte dir herzlich für die Situps-Tips danken. Ich fand sie super. Wirklich danke!!!


Das eigene Erscheinungsbild sollte man empirisch testen. Nicht einmal, immer wieder. Wir bestehen nicht nur aus dem so gepriesenen inneren Leben = alles Intelekt und Kopfharmonie. Wie bestehen auch aus einer äußeren Hülle. Warum diese Hülle für Frauen wichtiger ist als für Männer, darüber könnten wir uns gern unterhalten, falls dich das interessiert. Wie möchten uns in dieser Hülle gut fühlen, ich hoffe du eigentlich auch. Wie möchten aber auch atraktiv nach außen wirken. Und dies, liebe Jolly, hat nichts mit Äußerlichkeiten zu tun, geschweige mit Vorgängen in unserem Kopf. Wenn wir von innen und von außen schön sind, haben wir als Menschen, als Partner oder als Freunde enorme Vorteile. Etwas Glück muß ja auch dabei sein, das ich aber eine andere Geschichte.


Empirisch bedeutet in diesem Zusammenhang "aus der Erfahrung gewonnen". Wie kann man denn das tun? Das ist keine rhetorische Frage! (streng' dich mit der Terminologie etwas an, danke). Du solltest etwas unternehmen, etwas, was dir Spaß macht. Mit anderen Menschen zusammen. Am besten mit Bekannten (einer Freundin) und vor allem aber!!! Unbekannten. Tue dann mal was! Mach' sie auf dich aufmerksam und beobachte wie die Unbekannten reagieren. Dann weiß du es , wo du dich mit deiner Erscheinungsbild befindest. Meine empirische Versuche sind für dich wahrscheinlich ungeeignet. Wenn du aber wirklich Interesse hast und es wissen möchtest, wie ich den "Stand der Dinge" geprüft habe und immer noch prüfe, würde ich es dir erzählen.


Daß mit dem "positivem Tagebuch" halte ich für nicht so gute Idee. Weiß du, ich muß häufig Geschichten schreiben. Ich verdiene damit zum Teil meinen Lebensunterhalt. Ich kann es mir nicht vorstellen, daß ich vor einem weißem Blatt Papier sitze und über meine Gefühle schreibe. Was kommt denn daraus: ich fühle mich gut, ich fühle mich schlecht. Was für ein Schwachsinn!!! Daraus wird nichts. Du kannst stundenlang vor dem weißem Blatt sitzen und es fehlt dir nichts Gescheites ein. Du muß raus! Unterhalte dich mit deinen Freunden, auch am Telefon, allerdings auch mit Unbekannten. Das hilft manchmals viel mehr. Wenn ich mir manchmals Geschichten einfallen muß, muß ich mich in der betreffenden Umgebung versetzen. Ich muß mit ganz fremden Leute sprechen, nein, nicht nur sprechen, ich muß mit den etwas erleben. Das heißt eine enorme Kommunikationsfähigkeit zu besitzen, oder überhaupt eine langsam zu entwickeln.


Also, wie gesagt, nochmals danke für deine Tipps. Und mach weiter mit dem Sport. Ich bin der ganz festen Überzeugung, daß Sport uns nicht nur fit macht. Sport macht uns belastbar und widerstandfähig. Wir können dadurch viel mehr leisten als andere Leute. Sport hilft uns über unsere schlechte Zeiten hinwegzukommen. In der schwierigsten Periode meines Lebens, liebe Jolly, habe ich Situps bis zum "Umkommen" gemacht. Ich glaube, die haben mir auch geholfen, alles zu überstehen. Deswegen danke nochmals für deine Tipps. Das nächste Mal werde ich die Situps noch besser machen!


Liebe Grüße
Detelina

Nathalie
  • (56 mal gelesen)
  • Status:

Liebe Detelina,


und wie damit umgehen, wenn das Erscheinungsbild, das man von sich selbst hat dermaßen mit dem auseinander klafft gegenüber dem, das andere Menschen von einem haben? Wie kann man das miteinander vereinen?


Ich bin über deinen Satz gestolpert "was für ein Schwachsinn". Es soll nicht darum gehen, nur Gefühle aufzuschreiben. Ich selbst habe den Tip bekommen, das auszuprobieren, damit ich lerne, auch die positiven Dinge in meinem Leben zu sehen und nicht nur das negative. Vielleicht habe ich mich ja auch mißverständlich ausgedrückt. Auch das schreiben von Gedichten und Kurzgeschichten hilft mir, meine Gedanken und Gefühle besser zu verstehen und nachvollziehen zu können. Weiß nicht, ob du verstehst, wie ich das meine. Mir persönlich hilft es einfach. Man muß halt darauf achten, dass man nicht wieder in ein bloßes gut-schlecht-fühlen-Schema reinkommt. Ich ärgere mich jeztt schon wieder über mich selbst, weil ich mich angegriffen fühle, auch wenn ich denke, dass du das nicht als Angriff gemeint hast, sondern nur Erfahrungswerte widergegeben hast, da du selbst schreibst. Ich wollte dir einfach nur noch eine Erklärung dazu abgeben. vielleicht verstehst du ja so, wie ich das gemeint habe. Es muß ja nicht zwingend bei jedem funktionieren, aber vielleicht kann die eine oder andere damit was anfangen.


Wünsche dir einen schönen Tag!
Liebe Grüße,
Nathalie

JollyJumper
  • (49 mal gelesen)
  • Status:

hai nathalie,


freut mich zuhören, dass du dich mit deiner therapeutin so gut verstehst.
ich 'verbrauche' jetzt auch schon den zweiten therapeuten, aber nur weil die erste nichts getaugt hat. man, war das eine dummer nuss...


tut mir leid, über körpererfahrungsübungen kann ich dir leider gar nichts erzählen. ich glaube, ich würde sowas auch nicht machen wollen. hört sich irgendwie seltsam an.
ich so 'ne thera die ein mix aus verhaltensthera und psychoanalyse ist... bin ja auch nicht nur essgestört.... ich hab tierische prüfungsangst und wurde vor zwei jahren zeuge eines tödl. unfalls, den ich noch immer nicht richtig verarbeitet habe. mit dem unfall sind wir eigentlich schon extrem weitgekommen. mit der prüfungsangst dachte ich bisher auch, bis ich vor 2,5 wochen wieder aus einer prüfung rausgetragen werden musste... tja. scheiße war's...
und die essstörung.. hm, naja. mal besser mal schlechter. im moment eher schlechter.


hm, ja die wutanfälle vor dem spiegel kenn ich nur zu gut. da schaut man in ein aufgeblasenes rundes gesicht, das zu dem darunter befindlichen schwabbeligen körper wunderbar passt. alles ist scheiße udn ich würd mir am liebsten stundenlang eine reinschlagen...


hm, mein problem ist halt auch noch, dass wenn jemand etwas positives über mein aussehen oder meine person sagt, ich das so lange (unbewusst) drehen und wenden kann, bis garantiert wieder etwas negatives rauskommt. als ich vor einer weile mal einen ehemaligen lehrer getroffen habe, hat er mir gesagt, dass ich viel besser aussehe, also noch vor einem jahr während dem abi. damals hab ich aber weniger gewogen und war dünner -> ich hab zu hause die krise bekommen.....


hm, also fleisch ess ich nicht so sonderlich gerne. einfach nur weil ich es nicht mag. und ansonsten versuch ich halt alles wegzulassen. hauptsächlich esse ich obst und gemüse. rote bete mag ich besonders. wenn ich mal lust auf was süßes hab und gar nicht mehr widerstehen kann, dann geh ich zum eisschrank und hol mir so eine fruchtzwerg-bechergroße portion multivitaminsafteis, das ich öfter selbstmache oder ein kleines schälchen wackelpudding, auch selbstgemacht mit extra wenig zucker.
erbrechen kann ich nicht, leider.
manchmal wünsch ich mir, ich könnte es...


und wie sieht bei dir so ein tagesablauf aus?


grüße, jolly

JollyJumper
  • (50 mal gelesen)
  • Status:

hai detelina,


kannst du das empirische testen bitte noch etwas genauer erklären?
würde mich interessieren, wie das genauer abläuft.


danke, jolly

Nathalie
  • (43 mal gelesen)
  • Status:

Liebe Jolly,


tja, wie sieht mein Tagesablauf aus...momentan eher trist und grau. Fühl mich ziemlich alleine, weil mein Freund jetzt auch zwei Wochen nicht da ist und ich noch Urlaub habe diese Woche. Blödes Timing. Und von dem her denk ich ziemlich viel nach und beginne mal wieder mit dem totalen Rückzug von allen. Gut, heute war ich mit meinen Eltern in Regensburg - ein ganzer Tag ohne Streit, sondern superschön und ich mußte mir keine Sprüche anhören, sondern durfte einfach mal ich sein. Richtig schön.
Der Essenstagesablauf sieht hauptsächlich Obst und Kartoffeln von und Jogurt. Und halt möglichst wenige, gerade mal soviel, dass ich nicht umfalle. Aber ich weiß, dass ich das auch wieder ändern muß, wenn ich ab morgen wieder zu tanzen anfange und ab nächster Woche auch wieder Fitneß machen will. Ich weiß auch nicht. Kotzt mich momentan einfach an und wenn ich könnte, würde ich mich hinlegen und nur noch schlafen, aber das kann ich im moment auch mal wieder nicht. Und so liege ich wach und schlag mir die Nächte um die Ohren...
Wie alt bist du eigentlich? Und was machst du beruflich?
Oh man, das mit dem Unfall ist ja heftig, da würd ich glaub ich auch nicht mit klarkommen. Hast du die Person gekannt? Ich frag so dumm, ich weiß, entschuldige, aber ich hab jetzt auch noch nicht soooo viele Beiträge von dir gelesen.


Irgendwie bin ich im Moment nicht wirklich in der Lage vernünftig zu schreiben, sorry! Ich hoffe, ich hör trotzdem noch mal von dir. Und du was wissen willst, nur zu.


Liebe Grüße,
Nathalie

Detelina
  • (79 mal gelesen)
  • Status:

Hallo Nathalie,


es war keinesfalls als Angriff gedacht und ich wollte dich keinesfalls persönlich verletzen. Wenn ich aber die "Tage- und Wochenbücher" hier lese und vor allem die herzlichen und verständnisvollen Reaktionen darauf, als sei es etwas Positives geschrieben oder geschehen, beginne ich mich wirklich zu wundern und aus gutem Grund.


Ich kenne viele psychiatrische Kliniken. Eine Kollegin von mir hat einen jüngeren Bruder, der nach der Pubertät an einer schweren Form der Schizophrenie erkrankt ist und sie ist seine einzige Verwandte. Das Lage war schwierig: Finanzierung, Bürokratie, Gutachten, Kliniksuche. Das Ganze war zu viel für sie. Ich habe damals vorgeschlagen: Komm denken wir uns eine Geschichte aus. Wir haben viel darüber gesprochen. Manchmals hat sie viel geweint. Daraus entstand ein richtiges Projekt. Sigi, der Bruder, wurde in der Klinik mit seiner schweren Erkrankung sehr gut behandelt. Er hat sich auf uns gefreut. Stundenlang hat er vor der Klinik gekehrt und saubergemacht, für uns. Er hat sein bestes Hemd angezogen und viele hatte er nicht. Er hat ein neues Stück auf seiner alten Guitarre für uns einstudiert. Ich habe viele Tage in der Klinik verbracht und mir alles ganz genau angeschaut und nicht nur in dieser Klinik. Was hier für Tagebücher über Kliniken und Therapeuten geschrieben werden, finde ich legitim. Diese Tagebücher aber müssen auch berichtigt werden, für die z.B., die den Schritt in einer Klinik überlegen, aber Angst haben. Das sind ja objektive Tatsachen, keine Gefühle. Und alle finden das schön und mit herzlichen Grüßen. Und diskutieren darüber, ob Sigmund Freud oder die Selbstliebe helfen würde.


Meinen bescheidenen Erfahrungen mit dem Schreiben nach wird kein Mädchen mit einem Tagebuch aus dem Teufelskreis rauskommen. Ganz im Gegensatz, sie wird vor dem Spiegel sitzen, weitergammeln und "Ich möchte abnehmen" schreiben.


Ich bin auch eine Ärztin, eine "Ärztin für Sprache". Zwar kann ich keine mehr richtig, dafür aber acht schriftlich und mündlich. Die Sprachwissenschaftler beherrschen die Geheimnisse der Sprache, nicht die Melodie, die Musik der Sprache. Diese Musik und auch die gesamte "Diagnose" machen den persönlichen Sprachstempel eines Menschen aus. Und er ist unverkennbar, so etwas wir ein Fingerabdruck.


Aber das ich auf das Tagebuch zurückkomme. Jemand hat mir neulich geschrieben, das Leben soll gelebt werden. Das tun wir jeden Tag, der eine besser, der andere schlechter. Für mich ist viel wichtiger etwas zu erleben. Ich finde es schon, daß die MS-Mädchen ein Problem mit ihren Gefühlen haben. Sollten sie wieder fühlen können und etwas erleben, dann hätten sie auch etwas Positives zu schreiben. Aber wie gesagt, eine Ärztin bin ich nur für Sprache.


Viele Grüße
Detelina

Detelina
  • (46 mal gelesen)
  • Status:

Sorry Jolly, heute nicht. Ich muß morgen früh aufstehen.


Viele Grüße
Detelina

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