Startseite > Foren > Forum Diabetes > Zuckermessstäbchen
Hallo,
seit kurzem werden laut meiner Diabatologin Zuckermessstäbchen von der Kasse nicht mehr bezahlt? Ausnahme wer sprizen muss. Bisher habe ich pro Quartal 50 Stück zur Kontrolle bekommen. Ist das generell so oder gibt es noch Kassen die weiter hin bezahlen.
Gruß Martin
hallo,
1.deine frage ist eine rechtsfrage, dr. keuthage ist aber mediziner.
2. bitte erkundige dich doch an der entscheidenden stelle,
und die ist leider der sogenannte "gesundheitsfond", ob die kasse für nicht sppritzende t2 diabetiker, für teststäbchen, geld dort bekommt. wenn nicht, bekommst du von der kasse auf kosten aller welche bezahlt, die dann durch zusätzliche zahlungen aller, wieder reingeholt werden.
die situation zz ist so idiotisch,-extra anderes beispiel-
wenn ich gestern beim augenarzt war(überweisung etc)
nur zur kontrolle, und innerhalb dieses vierteljahres mit einem splitter im auge nochmal hingehe, behandelt mich der arzt, und bekommt für seine arbeit nicht einen cent.
ärzte bekommen pro patienten pauschalsätze,
haben ein enges budget, und müssen wenn sie es überschreiten, oder wie hier gegen irgendwelche vorgaben handeln, schriftliche berichte abgeben, auch dafür werden sie nicht bezahlt, und das alles incl. des ohnehin überbordenden papierkriegs, geht von der wertvollen zeit die für patienten nötig ist unbezahlt verloren.
oder hat noch niemand bemerkt daß die artztdichte rigoros abnimmt ?
eins das entscheidend ist hast du nicht gemacht, oder hast du deiner jetzigen siemensbk die gleiche frage wie der tk gestellt ? - ich wette du bekommst dort die gleiche antwort.
mfg. klaus
..das Verhalten der TK (aber sicher auch anderer KK) in dieser Sache ist sehr ärgerlich...Prof. Sawicki vom IQWIG hat einen Nutzen von BZSK bei Nicht-Insulinpflicht verneint, danach müssen wir uns Ärzte richten...Beschwerden also an deren Adresse..und die KK sollten man fragen, warum sie nicht die Teststreifen selbst abgeben (wir Ärzte werden auch so ständig in unseren Entscheidungen von den KK hinterfragt, dann sollen die auch darüber entscheiden, wer wieviele Testreifen bekommt)




Zitat:Dr. Keuthage
..das Verhalten der TK (aber sicher auch anderer KK) in dieser Sache ist sehr ärgerlich...Prof. Sawicki vom IQWIG hat einen Nutzen von BZSK bei Nicht-Insulinpflicht verneint, danach müssen wir uns Ärzte richten...Beschwerden also an deren Adresse..und die KK sollten man fragen, warum sie nicht die Teststreifen selbst abgeben (wir Ärzte werden auch so ständig in unseren Entscheidungen von den KK hinterfragt, dann sollen die auch darüber entscheiden, wer wieviele Testreifen bekommt)
.. also ich hoffe, dass Herr Sawicki -wie geplant - im August 2010 -woanders hingeht und dann dort die Leute ärgern kann... nach Timbuktu g sorry. Ich las den Artikel, während ich im Arztwartezimmer saß. Wenn DAS wirklich durchgesetzt wird, ist das ein Schritt ins Mittelalter zurück, denn dann messen Patienten garnicht mehr und haben als Orientierung nur noch den Laborwert 1 x im Quartal und die ganzen Bemühungen, Diabetiker so zu orientieren, dass sie selbsständig und eigenverantwortlich mit ihren BZ-Managment umgehen.


Es gibt bei den Kassen dank IQWiK die ich für unabhängig hielt eine scheinheilige Doppelmoral.
So habe ich vor kurzem an einer AOK-Ernährungsberatung für Typ2 Diabetiker teilgenommen und dort wurde immer wieder gesagt wie wichtig eine vernünftige Zuckerkontrolle ist. Angesprochen auf die neue Verordnung Teststreifen zur Privatsache der Diabetiker zu machen wurde dies zwar als bedenklich geäußert aber es sei nun mal Gesetzeslage geworden, wie noch einiges anderes mehr.
IQWiK hat sich inzw.,was ich durch deren ständigen Newsletterbezug bemerke auf Diabetes eingeschossen und der Ruf von IQWiK beginnt erst jetzt zu wanken:
Wer aber den Monitorbericht am 7.1.10 gesehen hat, erkennt woran das liegt, Kassenfunktionäre und "Mietmäuler" nicht mehr die Ärzteschaft bestimmen die Geschicke von Patienten. Diabetes ist denen einfach zu teuer geworden. Deswegen wird Statistik zurechtgebogen, abgekupfert von der Pharmalobby.
Richtig krass ein Marktcheckbericht beim SWR am 3.12.09 wo der Arzt und Lehrstuhlinhaber der Uni Witten/Herdecke Stefan Wilm:
behauptete das nur bei 3,00 Promille der Diabetespatienten Folgeschäden wie Amputation auftreten würden-merkwürdig das man in England gerade einen Anstieg um 25% festgestellt hat.
Ciao
Wolfgang




Zitat:Vorsicht mit den Formulierungen! Dr. Sawicki ist es auch. Er sagt nicht, dass SMBG ohne Insulin nichts nützt. Er sagt lediglich, dass ein Nutzen nicht ausreichend mit Studien, die er anerkennen kann, nachgewiesen und belegt ist.Dr. Keuthage
..das Verhalten der TK (aber sicher auch anderer KK) in dieser Sache ist sehr ärgerlich...Prof. Sawicki vom IQWIG hat einen Nutzen von BZSK bei Nicht-Insulinpflicht verneint, ...
Wobei ich ihn schon gerne fragen würde, wie Beispiele wie die eines Druckers Frank oder auch der Hunde-Oma [http://www.onmeda.de/foren/forum-diabetes/bz-%26-bewegung/1619276/read.html] in eine doppelt blinde Studie verpackt werden könnten.
Wahrscheinlich würde er mir dann aber wieder erzählen, dass für Typ2 HBA1c 7-8 völlig ausreichend sei und dass sich die beiden Beispiele (und beliebig viele ähnliche) vor dem Hintergrund praktisch von selbst erledigten :-(
..das ist richtig..


Hi
Ich heiße zwar nicht Dr.Keuthage aber "schuld" an dieser Regelung ist mit ziemlicher Sicherheit auch IQWiK die sich auf Diabetes eingeschossen haben. Stawicki will es der Pharmalobby jetzt mal richtig zeigen, er hatte sich auch gegenüber Byetta sehr skeptisch geäußert. Inzw. nutzt IQWiK die gleichen Marketinginstrumente wie die Pharmalobby. Das geht auf Kosten von uns Patienten, die da zwischen die Mühlen geraten. Ärzte werden "zusammengeschissen" wenn sie sich nicht an die Regelungen halten, soll heißen sie müssen die Verordnungen dann aus eigener Tasche bezahlen. Das leisten sich verständlicherweise nur sehr wenige und nur sehr begrenzt. Meine Ärztin war dieser Typ aber inzw. geht es über ihre finanz. Verhältnisse.
Das glaube ich ihr, sie hat mir und einem ehemals drogenabhängigen Kumpel von mir aus eigener Tasche geholfen.
Ciao
Wolfgang




Moin Wolfgang,
nicht Schuld, sondern Aufgabe. Hintergrund: die finanziellen Mittel pro Behandlung schrumpfen, s. Geld im Gesundheitswesen. Es kann praktisch nur noch immer weniger Behandlung & Versorgung bezahlt werden. Das würde von der breiten Öffentlichkeit normal sehr negativ bewertet und der jeweils gerade amtierenden Regierung fürchterlich mies angelastet.
Das IQWiG hat nun keine geringere Aufgabe, als medienwirksam wissenschaftlich fundiert zu belegen, dass medizinisch überhaupt nicht notwendig und reine Verschwendung war, was nun gestrichen wird. Also Streichen als eigentlich längst überfälliger administrativer Fortschritt! Und wie Du in den Diskussionen z.B. auf Spiegel-Artikel zu IQWiG-Entscheidungen und TV-Sendungen wie Fakt ablesen kannst, macht das Institut seine Sache super gut. So weiß heute jeder, der Analog-Insulin sagen kann, dass die Typ2er das nur weiter haben wollten, weil sie sich weiter unkontrolliert ihre dicken Wampen voll schlagen wollten. Dass auch Typ1 gut drauf verzichten können, ist da nur die logische und für die allgemeine Öffentlichkeit nicht mehr wirklich diskussionsbedürftige Konsequenz.
Dass das Institut besonders uns mit Diabetes im Visier hätte, kann wenigsten zum Teil auf unserer besonderen Empfindlichkeit als Betroffene beruhen, aber sicher auch auf dem Umstand, dass die Kosten wahrscheinlich in keinem anderen Bereich so irrsinnig zu explodieren drohen, wie bei uns Diabetikern. Nicht nur, weil die Neuerkrankungen weiter rasant zunehmen, sondern weil sich die Durchschnittskosten pro Jahr von etwa 4 Mio längst diagnostizierten Betroffenen in diesen Jahren verfünffachen werden. Denn während ein Diabetiker ohne Folgekrankheiten im Durchschnitt 1.000 Euronen pro Jahr mehr kostet, als der Versicherungsdurchschnitt, stehen da im Durchschnitt 5.000 Euronen pro Jahr mit Folgekrankheiten zu Buche. Und die Masse der in den 90ger Jahren Diagnostizierten steht nun mit dem Fortschreiten der Krankheit und ihrer Auswirkungen zum Fortschreiten von ohne zu mit Folgekrankheiten gewissermaßen turnusmäßig an.
Und wie öffentlichkeitswirksam (die faulen & verfressenen Diabetiker sind selbst schuld!) das Institut bis dahin vorgearbeitet hat, wird sich bald an den veröffentlichten Reaktionen auf die zunehmende Anzahl von Amputationen und Erblindungen ablesen lassen. Denn weniger Geld für diabetische Füße bedeutet halt, dass die weniger lange erhalten werden können und eher abgeschnitten werden müssen. Und weniger Geld für diabetische Retinopathie bedeutet, dass da weniger Überwucherungen gelasert und Netzhaut und Makula in kürzerer Zeit ungestört überwuchert werden können. Und weniger ... . - Je selbstverständlicher die Medienöffentlichkeit diese Entwicklung nehmen und kommentieren wird, desto besser war die Arbeit des IQWiG.
Bisdann, Jürgen


Man sollte das Ganze "vor der großen Dunkelheit" einfach noch mal mal durch die rosarote Brille betrachten. Wer erst mal blind ist, braucht sich das ganze Elend in der Welt (Globalisierung, Sozialabbau,Ressourcenvernichtung, Klimakollaps,Afghanistan und Irak,etc.) nicht mehr ansehen, die Ohren klingen einem sowieso schon lange ob des falschen Spiels;-)
...und zum Weglaufen war es eh schon zu spät.
Ciao
Wolfgang


man darf nicht vergessen, daß die krankenkassen das Institut
mitfinanzieren in sofer auch Interesse haben wenn weiter gkürzt wird.
Erfahren Sie im Überblick mehr über Symptome, Ursachen und Folgen von Diabetes mellitus und wie Sie vorbeugen können. mehr ...
Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...
Wir erfüllen die afgis-Transparenzkriterien. Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheits-informationen.
Wir befolgen den HONcode-Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier.
Onmeda zählt zu den zertifizierten Gesundheitswebseiten nach den Medisuch-Kriterien.
© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.