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Forum: Diabetes

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (770 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo.


Bei meiner ersten „Vorsorge-Blutuntersuchung“ wurde bei mir vor knapp 2 Wochen Diabetes Typ2 diagnostiziert.


Ich bin 35 Jahre alt, und wiege so um die 155 kg. Mein Lebensstil vor der Diagnose beinhaltete ein großzügiges Frühstück und abends eine deftige warme Mahlzeit. Ich habe am Tag ca. 2 Liter Cola und Säfte getrunken und im Prinzip dauerhaft Süßigkeiten in mich hineingestopft. Nach dem Prinzip: „Die Packung ist geöffnet, muss also sofort leer gefuttert werden“.


Wenn ich mal auf typische Symptome der Krankheit eingehe, muss ich sagen, dass ich weder übermäßig viel trinke (max. 3L am Tag), noch einen extrem trockenen Mund habe, oder nachts oft aufs WC gehen muss (Wenn ich nach 5-6h mal aufwache, kann es vorkommen, dass ich den Harndrang spüre, aber ich wache nicht auf, weil ich pinkeln muss). Ich bin zwar öfter mal müde, aber das liegt soweit ich sagen kann, daran, dass ich im Früh-Spät-Nachtschicht-Dienst arbeite und deshalb sehr unterschiedlich schlafe, und an Schlafapnoe leide. Meinen Füssen geht es sehr gut. Ich trage eine Brille wegen einer Hornhautverkrümmung, also dort auch keine Probleme mit unscharfer Sicht.Einzig die Wundheilung in den Beinen scheint leicht verlangsamt.


Mein Blutdruck ist normal, meine Leberwerte sind normal, mein Cholesterin ist normal, Drüsenfunktion laut Ärztin ebenfalls normal. Für mein Gewicht, bin ich an und für sich ein gesundes Kerlchen.
Dummerweise war der Blutzucker-Langzeit-Wert bei 7,8 irgendwas.


Nach der Diagnose habe ich mein Essverhalten vorerst dahingehend umgestellt, dass ich auf Cola und Säfte komplett verzichtet und auch den Konsum der Süßigkeiten eingestellt habe.
Dann habe ich angefangen mich im Internet und speziell hier im Forum über meine Krankheit zu informieren.


Eine Woche später erhielt ich mein BZ-Messgerät und begann mit regelmäßigen Messungen.


Mein Nüchternwert liegt zumeist bei 84mg/dl.


Zwei Stunden nach den einzelnen Mahlzeiten lag der Wert bisher zwischen 85mg/dl und 117mg/dl.


Nachdem ich das Messgerät erhalten hatte, hatte ich z.B. morgens 2 Brötchen mit Wurst und Käse gefuttert und hatte 2h später einen Wert von 105mg/dl. Insgesamt habe ich im Laufe der Tage schon auf die KH geachtet und entsprechend wenige davon zu mir genommen.


Dann kam der Tag an dem ich ein schönes paniertes Schnitzel mit 8 Kroketten und einem kleinen Klecks Ketchup gegessen habe. Ein wenig ängstlich habe ich 2h nach dem Essen gemessen… 85mg/dl.


Das überraschte mich ein wenig und ich erwartete die nächste Mahlzeit, die ein wenig mehr KH enthielt mit Spannung. Der Tag kam und die Mahlzeit hieß „Spaghetti Bolognese“.
Nach ca. 1h machte ich die erste Messung: 107mg/dl.
Wieder eine Stunde später die nächste Messung: 108mg/dl.


Den Termin im Diabetologikum in meiner Stadt habe ich in knapp 2 Wochen und soll in spätestens 5 Wochen bei meinem Hausarzt einen weiteren Bluttest machen lassen, um neue Werte zu ermitteln.


Einen Test meiner BZ-Werte nach Einnahme von Süßigkeiten habe ich bisher nicht gemacht. Hab mich etwas Süßes zu essen. Werde das aber mal austesten, da ich im Moment halt auch durch die „normalen“ Mahlzeiten auslote, wie ich innerhalb der „Jürgen-Skala 140-120-100“ bleiben kann, und trotzdem gut esse.
Ich glaube, dass ich die Sache ohne Meds gut in den Griff bekommen werde


Dank Eurer tollen Beiträge hier, weiß ich inzwischen sehr viel über das Thema, und wollte Euch einmal dafür danken. Speziell Jürgen sei da zu erwähnen, da er immer sehr fundiert und interessant schreibt.


Soweit mein Erfahrungsbericht als Neuling.


Trotzdem habe ich noch 2 kleine Fragen:


1. Welche Speisen zählen zu den langsamen Kohlehydraten und nach welcher Zeit würden die so ungefähr hohe BZ-Werte erzeugen?


2. Ist es möglich, dass mein hoher Langzeit-Wert auch dadurch zustande kam, dass ich so gut wie nie BZ-Nüchtern war, sondern immer fleißig KH in Form von Naschkram nachgeschüttet habe?


So, dass war soweit erst einmal alles. Ich musste mir das alles mal von der Seele schreiben, und danke Euch im Voraus für das Lesen.


Lieben Gruß, Mike

Antworten zu diesem Thema:

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  • (160 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Mike,


keine Panik, gelegentliche Werte über 140 sind kein Problem. Ansonsten scheinst du ja deinen BZ super im Griff zu haben.


Das was du bei den Nudeln feststellst habe ich in amerikanischen Foren schon öfter gelesen, dass die Nudeln den BZ später hochtreiben als alle anderen Sachen. Bei mir selbst habe ich das nicht feststellen können, aber wenn du das schreibst, dann glaube ich das.


Übrigens habe ich auch schon Ernährungsempfehlungen gelesen, nach denen die Nudeln al dente empfohlen werden, weil die einen niedrigen GI hätten. Vielleicht hat es ja wirklich etwas mit der Zubereitungsweise zu tun.


Ich drück dir die Daumen für einen guten A1c, Rainer

  • (68 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Moin Mike,


für Deinen Griff ins Klo würden Dich wenigstens 99% aller Betroffenen und 90% (oder vielleicht doch mehr?) aller Ärzte und Fachärzte allenfalls milde belächeln. Denn was Du da als viel zu hoch beschreibst, ist außerhalb von Schwangerschaften nach allen Regeln der medizinischen Definitions-Kunst voll gesund. Und ich hab grad im Bekanntenkreis wieder einen Fall, in dem jemand, der nur Metformin)* nimmt, den ganzen Tag echt frisst, weil der Dok dringend vor dem Zuckerschock gewarnt hat, der drohe, wenn der BZ unter 100mg/dl absinke.


Das ist ungefähr so, als wenn man Leuten, die das Rauchen aufgeben wollen, bei Null Zigis mit dem Rauchschock droht und für gesundes Nichtrauchen dringend wenigstens 20 Zigis am Tag empfiehlt.


Dir Weiterso :-) Jürgen


)* Metformin senkt den BZ nicht, sondern hindert mit seiner Hauptwirkung die Leber daran, Zucker auszugeben. Typ2-gestört spendiert die nämlich beständig bis zu gut 3mal so viel davon, wie bei Gesunden. Diese fehlgesteuerte Zuckerausgabe macht übrigens einen guten Teil dessen aus, was als Insulinresistenz bezeichnet wird. Und sie nimmt wahrscheinlich mit ansteigendem BZ in dem definiert noch gesunden Rahmen, den Du beschreibst, besonders zu.

  • (62 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Sowas nennt man glaube ich Jammern auf höchstem Niveau.
Wenn ich lese, dass so manche auch mit Meds teilweise Nüchternwerte von 230mg/dl haben und sich im Laufe des Tages mit 350mg/dl und mehr rumärgern müssen, kann ich immer nur dankbar die Hände gen Himmel recken, und froh sein, dass ich noch so gut funktioniere.


Schönes Wochenende noch an Alle, und lasst Euch nie unterkriegen :)

  • (45 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Zitat:
silentmike
Sowas nennt man glaube ich Jammern auf höchstem Niveau.
Wenn ich lese, dass so manche auch mit Meds teilweise Nüchternwerte von 230mg/dl haben und sich im Laufe des Tages mit 350mg/dl und mehr rumärgern müssen, kann ich immer nur dankbar die Hände gen Himmel recken, und froh sein, dass ich noch so gut funktioniere.


Schönes Wochenende noch an Alle, und lasst Euch nie unterkriegen :)


..und auch dran denken, der BZ-Wert ist NICHT nur an die Nahrung gebunden...dann wär es einfacher. Und er existiert auch icht losgelöst von allen anderen Vorgängen im Körper sondern funktioniert im System...

  • (62 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hi Leute.


Heute habe ich beim Arzt meinen aktuellen HBA1c- Wert mitgeteilt bekommen.


Der liegt derzeit bei 6,1 mmol/l... Ein Wert mit dem ich durchaus leben kann. Nachwievor ohne irgendwelche meds. Nur durch Ernährungsumstellung und gezielter Kohlehydrat-Aufnahme.


Projeziert hatte ich zwar einen Wert unter 5,8 mmol/l, aber ich werd mich kaum beschweren, denn im Endeffekt habe ich derzeit ein Leben ohne wirkliche Entbehrungen oder besondere Einschränkungen.


Lieben Gruss an Alle, Mike

  • (47 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

hast Du super hingekriegt :-)

  • (51 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

gratuliere,
nur bitte die einheiten nicht verwechseln, dein hba1c-wert
von 6,1 ist in % angegeben. als anteit der verzuckerten zu den gesamten rbk.
demnächst soll das ja wieder umgestellt werden da wird dieser wert mit einer unübersichtlichen formel in mmol/mol, umgerechnet,
(wobei ja bei chemisch/physikalisch interessierten bekannt ist, daß sich der mol wert auf ein molekül/molekulargewicht bezieht , während das rbk gar kein molekül sondern eine zelle ist, und kein molekül)-
der witz an der ganzen sache, die bisherige untersuchungsmethode hplc wird beibehalten, wie bisher.
mfg. klaus

  • (49 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Ui. Stimmt. Bei den Einheiten habe ich mich vertan. Natürlich in % und nicht in mmol/l.
Danke für den Hinweis.

  • (48 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

hallo mike,
du bist nicht der erste und wirst garantiert nicht der letzte sein,
es ist eher schon normal die ähnlichkeit der zahlen suggeriert fast das verwechseln. manche meinen sogar irrtümlich daß es das gleiche wäre.
das ist mit einer der gründe weshalb ich mit aller konsequenz an den mg/dl festhalte. - denn die begründung mol wäre eine si einheit ist irrelevant, kg und l sind es auch.-
schönes beispiel (wer wird millionär - weshalb heißt es kg und nicht KG, aber kJ , ---> einheiten die nach "menschen" benannt sind werden groß geschrieben,
J=JOULE, Ci=CURIE, OHM, ........
Mol war keiner passt daher nicht.
mfg. klaus

  • (41 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Update:


Vor knapp 3 Wochen habe ich mir einlich einmal eine Waage gekauft, und stellte erschrocken fest, dass mein Startgewicht nicht wie angenommen bei 155kg gelegen haben kann, sondern wesentlich höher gewesen sein muss.


Da ich beim Betreten meiner Arbeitsstelle gewogen werde, weiss ich, dass ich vor ein paar Wochen definitiv 11 Kilo weniger hatte (kam nicht rein, weil zu leicht geworden nach 4 Wochen Urlaub ^^).


Naja. Erstes Wiegen auf der neuen Waage: 167,1kg... Meine Güte. Schwerer Brocken. Seitdem geht´s aber stetig nach unten. Liege aktuell bei 161,4kg und fallend.


BZ-Messungen mache ich inzwischen nur noch zur Kontrolle, und bisher alle Nüchtern-Werte sauber unter 90. Alle 1h oder 2h-Werte unter 120.


Es geht voran, und ich glaube ich habe den Zucker soweit unter Kontrolle. Keine Meds, keine Spritzen.


Und mir geht´s auch besser. Allein das gute Gefühl, dass mein Gewicht stetig sinkt, macht Spass. :)


Euch allen eine schöne Woche. bis bald


Mike

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