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Also Ende September 2009 die Diagnose: DM Typ 1 LADA (dachte immer das wäre eine Automarke)
HbA1c von 12,9%
Glucose Venös 530 mg/dl.
Einstellung mit Actrapid und Protaphane gesamt Anfangs 65 IE / Tag.
Das Insulin wurde eigenlich täglich weniger, so lange ich meine Broteinheiten einhielt und natürlich die anderen Prämissen wie viel Bewegung. keine Lightprodukte, keine Süßigkeiten, keine Kalorienbomben. Gemüse, Salat, fettarmes Fleisch, Fisch. Zum trinken gibts nur Leitungswasser.
ich habe das Essen dem Spritzen angepasst, nicht umgekehrt. Die BE werden über VK Brot, JOGHURT, Vollkornnudeln und Obst abgedeckt. Keine Eskapaden, Ausrutscher.
Jedes Lebensmittel wurde von mir bezüglich des glykämischen INDEXES getestet (also keine Trauben und Bananen für mich).
Gewichtsabnahme von ca. 15 KG.
(jetzt 98 kg bei 1,95 m Größe)
HbA 1c von heute 6,7%.
Keine Spitzen und kein Über- oder Unterzucker (guter HbA 1c heißt nicht gesunder BZ Verlauf).
Seit einigen Tagen nehme ich kein Insulin mehr sondern steuere die Sache über Essen und Bewegung. BZ ca. bei 110. Die Fausformel 140/120 100 halte ich locker ein.
ob jetzt Remissionsphase oder nicht oder ob ich in 2 Monaten dann dumm aus der Wäsche schaue...
Dieses Ergebnis kam zustande, aufgrund von absoluter Essensumstellung, agressiver INSULINGABE und BEWEGUNG (kein Hochleistungssport).
Kopf hoch für alle, die die gleiche Diagnose bekommen haben und Dank an Jürgen und Klaus.
markus




Moin Markus,
SUUUUPER Ergebnis! Sowas ist natürlich ein toller Schwall auf die Mühle eines ausgeprägten alten Helfer-Syndroms ;-)
Ich bin mir sicher, dass Du das Zusammenspiel von Futter, Insulin und Bewegung in jedem Fall gesünder als der Dok hinkriegst :-)
Bisdann, Jürgen


Hallo markus,
da kann man dir nur gratulieren.
Aber dir ist schon klar, dass die Mehrheit nichts tut bzw. nicht dazu angeleitet wird?
Wenn ein Neuling von 100 deinen Beitrag umsetzt, hat sich dein Appell schon gelohnt.
Honeymoon 2 Monate triff auf die konventioniell behandelten Diabetiker zu. Da du die 140/120/100 einhälst, dürfte dein Honeymoon länger dauern.
mfg dipa

Nun ich weiß, dass sich das dumm anhört, aber ich glaube nicht so ganz an den Honigmond. Vielleicht bin ich dann entäuscht..... Ich las bis jetzt von wenigen Fällen, wo es so lange dauerte und vor allem, wo man gar kein Insulin mehr brauchte....
Meine ganz eigene Meinung: ich kann es nicht mehr hören, wenn viele sagen: "och du kannst alles essen, du hast keine Einschränkungen"...
was soll das für eine Krankheit sein, bei der ich genau so weitermache, wie vorher.... Deswegen sind (viele) ja krank...
Ok ok , die meisten werden sagen: Na. lass den Markus doch, der wird schon sehen...
Ok und ich halte dagegen....


hallo Markus, so weit wie es mitbekommen habe, bist Du absoluter neuling als Diabetiker. Jeder Diabetes ist anders , man kann nicht alle Fälle miteinander vergleichen. Ich freue mich für Dich, wenn Du es im Augenblick so geschafft hast.
Viele andere Diabetiker geben sich genauso viel Mühe und stelölen ihre Erbnährung um und schaffen es nicht. Ich habe z.B.
seit 30 Jahren Diabetes lebe gesund und esse am Tag nur 10 BE
und muß trotzdem ca. 60E spritzen. und Gewicht abnehmen
tu ich auch nicht. Wer weiß , wie es bei Dir in einigen Jahren
mit Deinem Diabetes aussieht. Ich war auch schlank wie ich den
Diabetes bekam. Ich wünsche Dir jedenfalls weiter Erfolg
und wünsche allen ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gesundes und gutes neues Jahr
W.

hallo W,
danke für deine Mitteilung. Versuch es mal mit 5 oder 6 Be.... Nur ein Tipp. so lange ich im KKH die Berge von KH gegessen habe, ging das mit dem Abnehmen auch langsam.
Rein rechnerisch kannst du so dein Insulin von 60 IE auf die Hälfte reduzieren. Der "Masteffekt" wird drastisch nachlassen. Nur ein Tip, wie ich es machen würde und wie ich es auch gemacht habe.
Ein Fastentag oder ein Tag ganz ohne KH bringt mir pers. auch immer was. ich bin in der glücklichen lage, dass ich nach jedem Input direkt mich bewegen kann. Da kannst du dabei zusehen, wie der BZ nach unten geht.
Weist du, wer mich fragt, wie es mit meiner DM geht und wem ich das alles schildere, sagt mir direkt, ok, das will ich auch machen ABER:
- ich kann mich nicht so oft messen, das nervt..
- auf meine Gummibärchen kann ich nicht verzichten
- Mein Bier am Abend... das hat der Arzt aber erlaubt...
- und überhaupt, ich soll die IE nach dem Essen auf dem Teller ausrichten....
- ich habe zwar schon Anzeichen von Folgen, aber was soll man tun?
Man redet gegen eine Wand und irgendwann redet man nicht mehr, weil man es ja selbst weiß, aber andere könne das nicht 1:1 umsetzen.
Wenn ich schon höre: "man kann bei uns nicht spazieren gehen" völliger Schwachsinn...
Aber wie gesagt, viele haben meinen Eingangsartikel gelesen, wenige haben geantwortet...
Ich kann nur meine Erfahrung weitergeben und ich hätte den goldenen Teppich ausgerollt, wenn direkt nach meiner Diganose jemand ähnliches berichtet hätte. SOFORT wäre mein Leben umgestellt worden. Und? Wenn es nicht klappt, hatte ich wenigstens den Versuch. Wenn alle mal verstanden haben, dass die Mengen an Nahrung zu viel sind und man kein Snickers für den Hunger zwischendurch braucht.... vielleicht wirds dann besser mit den Wohlstandskrankheiten.... Ist mir jetzt egal, ob die Typ 1 er da maulen, ich bin selbst einer und krieg das trotzdem mit Essen und Bewegung in Griff...
Frohe Weihnachten an alle
(Familie kriegt diese jahr wie immer die Gans und Lachscremesuppe- Papa kriegt Putenröllchen mit Grünzeug...)




Moin Markus,
mach bitte einen Unterschied zwischen Diabetes bekommen und mit Diabetes gesund auskommen. Die Idee, dass Wohlstand und Völlerei den Diabetes machen, hat bislang trotz aller Schwätzerei in dieser Richtung KEINE auch nur ansatzweise erwiesene Grundlage. Wahrscheinlich hättest Du den gegenwärtigen Zustand Deines Stoffwechsels wenigstens zu einem guten Teil auch dann erreicht, wenn Du dich Zeit Deines bisherigen Lebens ernährungs- und bewegungsmäßig immer so wie gegenwärtig verhalten hättest. Du hättest dir wahrscheinlich nur den Ausflug in die höheren BZ- und HBA1c-Regionen erspart.
Das gilt in gleicher Weise für ALLE Diabetes-Diagnosen. Denn allen gemeinsam ist der 80-90%ige Verlust der Beta-Zellen, bis der Diabetes auffällt. Bei Typ1 wird der Verlust durch das fehlgesteuerte eigene Immunsystem bewirkt, bei Typ2 durch die negative Bilanz der Zellerneuerung: es sterben turnusmäßig mehr ab, als turnusmäßig neu gebildet werden. In beiden Fällen gibt es bislang keinen Schimmer, warum. Und in beiden Fällen wird der Zellverlust im leicht fortgeschrittenen Stadium mit BZs deutlich über 140 per Glukotoxizität (Glukosevergiftung der Beta-Zellen) verstärkt.
Diese Verstärkung hast Du mit Deinem neuen Verhalten für Dich ausgeschaltet, und nun scheint durchaus möglich, dass ohne sie der Beta-Zell-Verlust nicht so total sein muss, wie mit der normalen ärztlichen Einstellung. Möglich also, dass Du dir Deinen verbliebenen Beta-Zell-Rest (auch bei Typ1 werden ja beständig neue gebildet und nur normal eben sofort wieder abgefressen) in der Größenordnung erhalten kannst, in dem Du ihn für Deine gegenwärtige Lebensweise brauchst, ohne dass Du spritzen musst.
Daumendrück, Jürgen

Jürgen, du triffst wie immer den Nagel auf den Kopf.
Bei der überlegung, was und wieviel ich esse sollte man trotzdem inne halten. Es gibt ja andere Krankheiten, die durch hyperkalorische ernährung gefördert werden ....
Aber danke und ich weiß, dass du es weißt... :-)


Hallo Markus,
auch von mir die herzlichsten Glückwunsche zu dem Erfolg. Ich drück dir die Daumen, dass der jetzige Zustand bei dir recht lange anhält. Mit deiner perfekten BZ-Führung setzt du ja die beste Grundlage dafür.
Du machst das alles hervorragend, aber für mich kommt das ganze ziemlich verbissen rüber. Für dich mag das passen, manche brauchen einen ganz festen Rahmen, um gut zurecht zu kommen. Ich befürchte nur, dass du mit deinen Beschreibungen den einen oder anderen abschrecken wirst, der sich in einer ähnlichen Lage befindet und sagt, dass er so spartanisch nicht für immer leben möchte. Für alle diejenigen möchte ich den Kommentar dazu geben, dass das in den meisten Fällen auch gar nicht nötig ist. Es gibt viele gute Möglichkeiten und Tricks, die 140-120-100 in 1-2-3 Stunden einzuhalten und dabei sein Leben und auch das Essen genießen zu können. Im Vordergrund muss nicht der Verzicht stehen, sondern eine sinnvolle Lebensumstellung, die man als Diabetiker auch annehmen kann. (Meine Empfehlungen zu low carb und zu LCHF, mit denen das besonders gut geht, sind ja bekannt.) Natürlich braucht es einige Zeit des Übens und Probierens, bis man zu dieser Erkenntnis gelangt. Wahrscheinlich siehst du das ganze mit der Zeit auch noch gelassener und gehst lockerer damit um. Das und eine möglichst lange Honeymoonphase wünsche ich dir.
Beste Grüße, Rainer




Moin Rainer,
den Einwand, dass jemand ja noch was von seinem Leben haben wolle und deswegen seinen BZ nicht so einfach oder nicht so gesund führen könne, finde ich immer wieder abartig.
1. Denn alle Therapie-Erfahrung, nach der unsere gängigen Behandlungen gestrickt sind, gehen beim Typ1 von max einigermaßen gesunden um 30 Jahren aus und beim Typ2 von einigermaßen gesunden um 15 ab zeitnaher Diagnose. Das sind statistische Größen, die nicht automatisch jeden nach dem Zeitablauf erschlagen oder blind machen, aber in diesem Zeitrahmen setzen meistens auch heute noch diese tollen Folgekrankheiten ein, und der einzige ernsthafte Fortschritt, der auf der ganzen Diabeteslinie in den letzten 30 Jahren erreicht worden ist, ist die sehr viel bessere Behandlung dieser Folgekrankheiten mit der erheblichen Linderung der Beschwerden und der erheblichen Verlängerung der Spanne zwischen erstem Eintreten und tatsächlichem Endpunkt.
Beispiel: Wo früher ein Fuß von der ersten Verletzung bis zur Amputation Hausnummer 2 Jahre gebraucht hat, kann er mit dem entsprechenden medizinischen Aufwand heute noch 10 Jahre und vielleicht sogar länger ganz oder wenigstens teilweise erhalten werden. AAABer das Spiel kostet ein Wahnsinnsgeld, und wir befinden uns schon längst in dem Prozess, in dem das überforderte Gesundheitssystem das Geld dafür zusammen zu streichen beginnt, und damit auch die beschwerdefreie bis beschwerdearme Überlebensspanne mit diabetischen Folgen. Und wer sich heute noch 20 Jahre und mehr mit seinem Diabetes ausrechnen möchte, sollte sich die nach Kräften so gesund gestalten, dass er der Falle der zwar theoretisch durchaus weiter bestehenden, aber praktisch immer unbezahlbareren oderund unerreichbareren tollen Möglichkeiten entgeht. Und das geht mit jedem Diabetes am einfachsten und günstigsten mit einem möglichst großen Anteil an persönlicher Basis-Therapie mit BZ-gerichtetem Essen und Bewegen, wie Markus das beschreibt.
2. Denn was da heute als geradezu lebenswichtige Freiheit beschworen wird, nämlich sich spontan einverleiben zu können, was einem grad in den Sinn kommt, ist für die meisten Menschen in dieser Welt noch heute unerreichbar und war das bis vor 50 Jahren auch noch für die meisten Menschen hierzulande. Und die Beschränkungen sind und waren in ihrer Menge erheblich größer als die, für die der Markus hier schreibt.
Will sagen, die Freiheiten und Möglichkeiten, die hier immer wieder gegen eine konsequent gesunde - wieso verbissene? - BZ-Steuerung ins Feld geführt werden, sind tatsächlich so neu, dass sie evolutionsmäßig noch nicht wirklich lebenswichtig haben werden können. Allerdings trägt die multiweichgespülte Kommunikation der Diabetes-Risiken VIEL dazu bei, dass sich die Mehrzahl der Betroffenen bei der Abwägung mehr als leicht vertun kann :-(
Mit besten Wünschen zum Fest und Jahreswechsel,
Jürgen
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