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Forum: Diabetes

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (1186 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

guten abend,


bei meiner mutter wurde herbst 2008 diabetis( blutzucker um die 20) festgestellt. sie hatte im sommer 2007 einen starken gewichtsverlust und wiegt jetzt nur noch 53 kg bei 1,70m. seit ca. 15 jahren leidet sie an alkoholabhängigkeit. sie hat seit der wende privat und beruflich nur stress und kommt nicht zur ruhe. nach der diagnose wurde sie auf tabletten eingestellt (halbe täglich) hatte aber blähungen und hat zwischenzeitlich auch alkohol und tabletten genommen, wo sie dann kaum noch ansprechbar war. mit tabletten konnte sich der wert wieder normaliseiren. sie hat dann die tabletten abgesetzt mit rücksprache( wie sie sagt) mit dem arzt, der sich angeblich wundert, wie das möglich ist. trotzdem muss sich oft auf toilette und hat oft heißhunger attacken. die letzte messung hatte aber nun doch wieder nen wert von 10,6- also schlecht. sie soll kh-arm essen, muss aber auch zunehmen weil sie so dünn ist(was soll sie machen?). sie hat total erschöpfte haut, also flechten oder rissige haut, sehr schlimm. die ärzte wollen keine kur verschreiben und schieben sie von a nach b. meine mutter sieht es nicht ein sich gegen ihre alkoholabhängigkeit behandeln zu lassen, da ihre eigentlichen probleme im privaten und beruflich sich nicht ändern, lösbar scheinen. meine mutter lebt geschieden...
ich weiß nicht was ich tun soll

Antworten zu diesem Thema:

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  • (348 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

hallo,
alles was ich raten kann ist, als erstes den alkohol "abzustellen" und einige hier wissen wie problematisch das ist. trotzdem ist mit alkoholikern absolut unmöglich eine sinnvolle therapie zu fahren. so schlimm wie es klingt, aber was sie sagen ist meist nur in die tasche gelogen,
stimmt der bz wert ??, haben sie die medikation eingehalten ? haben sie getrunken ?
alles ist völlig unbestimmt, und niemand kann zuverlässig irgendetwas vohersagen oder raten.
daher das a+o ist entzug.
denn wenn es akut wird, alkohol und insulin passen absolut nicht zusammen, denn wenn von einzelnen todesfällen bei hypos mal berichtet worden ist, war "immer" alkohol im spiel.
gib deiner mutter hilfe zur selbsthilfe, sei stark und setze einen entzug durch,
viel glück für euch. und dir viel kraft !
mfg. klaus

  • (297 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

danke für deine hilfe.


entzug ist ja auch das schwerste. wir haben niemanden, keine großeltern, geschwister, cousine, freunde...
bin in der woche nicht vor ort...


irgendwie ist alles aussichtslos, viell. klappts


mfg, m.

  • (279 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

hallo,
ich weiß daß es schwer ist, aber du kannst dir hilfe holen,
sprich mit dem arzt, sprich mit dem pfarrer, es gibt wirklich engagierte pfarrer beider konfessionen.(natürlich nicht alle) aber die die ich meine sind eine echte hilfe weil lebensstütze (auch dürfen pfarrer ihren mitmenschen auch mal ganz "direkt" vors schienbein treten) mit säuseln kommt man nicht durch. suche alle anderen organisationen die da noch helfen können. und sprich mit deiner mutter ein ernstes und hartes wort, in notsituationen dürfen kinder das, eine solche habt ihr.
nicht zuvergessen die aa, die wissen auch oft hilfe. auch kann der arzt mit der kk sprechen.(entziehung) alkoholismus ist eine krankheit.
und wenn du ihr noch eine zuverlässige stütze bist, kann sie es schaffen.
ja wenn man weit auseinander wohnt ist soetwas noch problematischer, aber auch über die entfernung kann man mit kleinen sachen einen innigen kontakt halten,
der sehr hilfreich ist. -
mfg. klaus

  • (294 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo m.,


Diabetes und Alkoholabhängigkeit ist eine sehr schwierige Krankheitskombination, insofern wäre natürlich Entzug die beste Lösung. A b e r : Die Behandlung des Diabetes kann nicht einfach warten, bis das Alkoholproblem gelöst ist, die muss unbedingt erfolgen.


Es gibt sicher auch OADs, die zusammen mit Alkohol eingenommen werden können und nicht zu Hypos oder anderen Problemen führen. Metformin scheint nicht geeignet zu sein, weil sich das Lactatazidoserisiko erhöhen kann. Vielleicht sind Gliptine (Januvia und Co.) dafür geeignet. Um hier die geeignete Therapie zu finden, wird ein sehr erfahrener Arzt benötigt. Du solltest deine Mutter unbedingt zu einem Diabetologen schicken und der sollte die Alkoholabhängigkeit als weitere Krankheit akzeptieren.


Ich drück die Daumen, dass das gelingt. Rainer

  • (248 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Das ist wirklich eine schwere Last, die du da trägst.
Rainer hat auch Recht, mit dem, was er sagt, ich habe nur meine Zweifel, dass deine Mutter in ihrer Verfassung überhaupt Interesse an ihrem Diabetes hat.
Ich würde dir auch raten, den Hausarzt deiner Mutter zu kontaktieren. Und/oder außer Seelsorger (das ist möglicherweise auch nicht Jedermanns Sache.) gibt es bei Euch vielleicht einen sozialen Dienst, der in Abstimmungmit dem Hausarzt nach deiner Mutter sehen kann.
Dass sie nicht zur Kur geschickt wird, solange sie nicht entzogen wurde, kann man sicher nachvollziehen. Aber, solange die Notwendigkeit der Entgiftung im Kopf deiner Mutter nicht klar ist, wirst du leider am Ende auch nicht viel tun können.
Ich glaube, ich ganz p e r s ö n l i c h würde, wenn Reden nichts bringt, am Ende zu einer List greifen und den Notdienst rufen, um so einen stationären Aufenthalt zu erwirken. Vielleicht bringt das dann die Möglichkeit eines fachkompetenten Entzugs UND die Bemühung um den Diabetes...ich weiß es nicht.
Ich wünsch dir viel Kraft.

  • (231 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

danke für die antwort,


die sache ist das ich selbst auch labil bin von meiner psyche(keine suchtprobleme). habe ne berufsausbildung gemacht und bin jetzt frisch im studium.(ca. 150 km entf. we meist zu haus) habe privat mit mir probleme, und leider keine starke natur. ich belaste meine mutter mit meinen problemen zusätzlich( egoistisch). ich möchte es nicht, aber es ist seelisch immer so ein druck auf mir. hasse mich dafür, wirklich. meine mutter respektiert mich eben auch nicht weil ich selbst nicht fest genug im leben stehe und mit meinen problemen nicht selbst fertig werde.
kann man zu einem pfarrer gehen auch wenn man keiner religion angehört und kann man ihm vertrauen? ich müsste konsequent sein, aber wenn ich sage, entweder du hörst auf oder ich breche den kontakt ab, hat sie keinen menschen mehr. sie hat keine freunde mehr, und wenn haben die familie, da geht sie nicht drauf zu...
hab schon öfters mit unserer hausärztin drüber gesprochen, das mutter alkoholprobleme hat, aber sie reagierte nie entsprechend...
eine kur versucht sie gerade zu beantragen, sie sieht so schlecht aus(abgemagert, blass einfach krank), aber die ärzte schicken sie von a nach b( sie arbeitet seit dem 21 lebensjahr ununterbrochen und war kaum krank, hat noch nie eine kur in anspruch genommen) manchmal frage ich mich ob jemand erst sterben muss...
heute soll sie sich von ihrer hautärztint einen bericht geben lassen, damit der antrag gemacht werden kann... hoffentlich klappts.


es ist alles so komplex, sie sagt alles steht und fällt mir mir


mfg, m.

  • (230 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo Rainer,


sie war ja bei einem diabetologen in behandlung(ca. halbes jahr). sie meinte nur, er hätte gesagt, dass er auch nicht wüsste warum sich die werte so schnell normalisiert hätten und hätte gesagt, dann bräuchte ja man nicht weitermachen. war nicht dabei und weiß nicht, obs stimmt.
fakt ist sie soll noch ihren blutzucker kontrollieren schiebts aber immer wieder auf. zu der zeit wo die werte mit den tablettten auf 5 - 6 waren hatte sie auch das trinken aus angst ausgesetzt . jetzt trinkt sie aber wieder.
sie sagt sie hätte gesagt, dass sie alkoholprobleme hat und der arzt, dass sie dringend damit aufhören soll. aber wenn es andere medikamente in zushg. mit der sucht gibt, frag ich mich. warum sie sie nicht bekommen hat...
vielleichts hat sies nicht zugegeben...



mfg m.

  • (243 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Bei alkoholabhängigen Patienten ist Metformin kontraindiziert (verboten).
Für andere Patienten gilt für den Alkoholkonsum und die Einnahme von Antidiabetika:


Alkohol nur in Maßen,
d.h. gegen eine gelegentliche moderate Alkoholaufnahme (für Frauen bis 10 g Alkohol/Tag, für Männer bis 20 g Alkohol/Tag), verbunden mit einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit, ist normalerweise nichts einzuwenden.

  • (206 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Dann ruf doch den Diabetologen deiner Mutter mal an und frag nach.


Das ist eine schwere Situation, in der ihr BEIDE da steckt. Ich habe auch 2 erwachsene Kinder und Eines kann ich dir versichern:
DU belastest sie mit DEINEN Sorgen sehr stark noch zusätzlich zu ihren eigenen Problemen, wenn das so ist, wie du es beschreibst.
Wenn du ihr wirklich helfen willst, musst du wahrscheinlich an diesem Punkt anfangen: Alles von ihr fern halten, was sie zusätzlich belasten könnte. Du schreibst selbst, dass du egoistisch bist. Es ehrt dich, dass du so ehrlich bist. Aber, wenn du auch noch weißt, dass du sie zusätzlich belastest, vesteh ich ehrlich gesagt nicht, dass du nicht dagegen unternimmst.
Deine Mutter wird sich zu ihren eigenen Sorgen noch zusätzlich als absolute Versagerin vorkommen, dass du nicht so fest mit beiden Beinen im Leben stehst, wie du es selbst erzählst.


Zu einem Pfarrer kann man gehen, auch, wenn man keiner oder einer anderen Religion angehört. Und ich denk, gerade, weil du selbst auch labil bist, ist es wichtig, dass du Dir Menschen suchst, mit denen du die Last und Sorgen teilen kannst.


Ich wünsch dir ne Menge Kraft, halt dich mit DEINEN Problemen gegenüber deiner Mutter absolut zurück, sonst hast du sie vielleicht nicht mehr lange...ich glaube, wenn sie sieht, dass es dir gut geht, bekommt sie auch vielleicht Kraft, etwas an sich zu ändern. Das ist aber nur meine ganz persönliche Meinung...


Ob der Diabetologe bemerkt hat oder nicht, dass deine mum Alkoholikerin ist, ist schwer zu sagen. Aber ganz ehrlich: Ich glaube, wenn er es weiß, wird er froh sein, wenn sie aus dem Sprechzimmer wieder raus ist und er sich damit nicht befassen muss. Was sollte er auch tun? 1. ist es nicht sein Fachgebiet und 2. kann er sie am Ende nur zu einem Kollegen überweisen zur Entgiftung oder Ähnliches, wenn deine mum es auch selbst will.
Und ehe ein Alkoholiker sich eingesteht, dass er Alkoholiker ist, dauert es leider sehr lange.
Ich habe dir ja schon geschrieben, was ICH tun würde: ich würde an einem Wochenende oder mal abends den Notdienst holen, um sie erst mal zu einem stationären Aufenthalt zu bekommen. Und dann, wenn sie einmal in der Klinik ist, mit den dortigen Ärzten weiter erforderliche Schritte besprechen. Vielleicht ist es für sie leichter, wenn sie erst mal in der Klinik ist.
Du schreibst, sie soll zur Kur.
Bitte entschuldige, falls ich es überlesen habe, was für eine Kur soll das denn werden?
Ich könnte mir vorstellen, dass der Alkoholismus (Falls die Kur nicht der Diagnose Alkoholismus gerecht wird.) ein sehr großes Problem für eine "normale, z.B. psychosomatische" Kur werden könnte, vielleicht sogar dazu führen könnte, dass man die Kur dort deswegen abbricht von Seiten der Kurklinik. DAS wäre dann eine weitere Niederlage für deine Mutter.

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