Startseite > Foren > Forum Diabetes > Diabetes-Chirurgie bringt Heilung!des DM ?




Bitte haltet mich nicht für verrückt. Im Apothekenratgeber fand ich einen ausführlichen Artikel zu einem Thema, das benannt wurde mit Diabetes-Chirurgie. Zu Wort meldeten sich Ärzte z.B. aus Sachsenhausen und andere. Leute, ich hab es 5 mal gelesen, weil ich es einfach nicht fassen konnte.
Man beschrieb 3 verschiedene OP-Methoden bei Dmler Typ 2 mit einem BMI ab 35-40. Magenband, Magenschlauch oder Ausschluss eines erheblichen Teil des Dünndarms. Grundtenor war: Durch die OP greift man hormonmäßig in den Stoffwechsel ein, der Wert des GLP1-Hormons im Blut würde sich erheblich verändern. Wie es exakt funktioniert, wisse man nicht, aber es würde funktionieren. UND, jetzt kommts:
in 80 % der operierten Patienten wäre der DM geheilt und weg.
Der BZ würde auf Normalwerte sinken, noch bevor! ein erheblicher Gewichtsverlust einsetzt.
So. Nun seid Ihr dran. Ich habe das Teil leider heute vergessen, schreibe aber morgen früh noch die Namen der genannten Ärzte rein.
Der Eingangssatz des Artikels lautete sinngemäß: Fettleibige Patienten erreichen mit Ernährungsumstellung und Bewegung fast nichts.




Hier ist sogar der link dazu. Es nennt sich Stoffwechsel-Chirurgie.
Werfen wir nun alle bisherigen Erkenntnisse über Bord?
hallo tom,
danke für die info da ich die beiden rentner-bravo, nicht hole.
grund 1. steht mehr müll drin als nützliches. 2. stinkt mir die lüge: die bezahlt der apotheker für sie, ! nein die bezahlen die kunden mit den überhöhten apothekenpreisen !
3. viele apotheker würden gerne auf diese "blättchen" verzichten, geht aber nicht weil die kunden wegen der tv werbung danach fragen.
aber zum thema.
wieviele sind denn operiert worden ?
und die aussage bei vielen hilfts, ist sowas von vage und menschenverachtend, daß sich die autoren eigentlich selbst mal an den kopf fassen sollten.
denn was ist, wenns garnicht hilft, und die haben dir ein stück darm oder magen abgeschnitten und entsorgt.
- dann haste eben pech gehabt -
und eine op die nötig ist ja ! , aber so, es gibt immer die möglichkeit von komplikationen..
daß diäten dick machen, sport und ernährungsumstellung nicht hilft, ist ja nicht neu.
es gibt nur eine einzige methode und die fängt genau wie das rauchen und anderes im kopf an.
und die heißt 1. ich muß und "will" gar nicht so viel essen. 2. nicht hungern, sondern "mäßig" aber dauerhaft die essensmenge reduzieren, 3. bei diabetikern die kh menge reduzieren.
kontraproduktiv sind begriffe wie süßhunger, süßersatz, sucht nach süßem.
mfg. klaus


Hallo Tom,
wenn die Sekretionsfähigkeit der Beta-Zellen bei den operierten extrem Adipösen noch ausreichend vorhanden ist, dann sehe ich keinen Grund für die angebliche Verblüffung der Ärzte über dieses Ergebnis. Die Operation sorgt ja dafür, dass sehr viel weniger Nahrung, insbesondere weniger KH aufgenommen werden können und folglich sehr viel weniger Glukose in das Blut abgegeben wird. Und das passiert sofort nach der Operation und nicht erst, wenn die Patienten auch wirklich abgenommen haben.
Wenn die Beta-Zellen überhaupt kein Insulin mehr ausgeben können, dann verschwindet natürlich auch der Diabetes nicht. Der Herr Professor scheint Heilung nach dem Motto „erst mal operieren, vielleicht ist der Diabetes dann weg“ zu versprechen. Aber an solchen Operationen kann man ja auch verdienen und vielleicht übernehmen die Krankenkassen mit dem versprochenen Zusatznutzen doch die Kosten für ein paar mehr Operationen.
Rainer




Das ist die A5-Broschüre ohne TV-Programm. Ich hatte mir das geholt, weil das Thema Insulinpumpe angekündigt wurde.
Man begründete die Wirkung des verschwindenenden DM zu 80% mit einer Umstellung des Hormonhaushaltes. Ich bin gespannt, was Dr. Keuthage dazu sagt....


Leider lassen sich die Blutglukosewerte auch mit modernen Medikamenten bzw. Insulin bei adipösen Diabetikern nicht immer normalisieren.
Ob die operativen Maßnahmen jedoch zu einer "Heilung“ des T2-Diabetes führen, ist sicherlich noch ein wenig spekulativ. Aber in den Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zur Therapie und Prävention der Adipositas von 2005 ist die chirurgische Therapie eine anerkannte Option bei ausgewählten Patienten mit Adipositas und
T2-Diabetes. Die Indikation für einen chirurgischen Eingriff bei adipösen T2-Diabetikern sollte erst in interdisziplinärer Zusammenarbeit gestellt werden beim Vorliegen eines
BMI > 35 und nach Scheitern einer intensiven konservativen Therapie.
Das verblüffende am Erfolg der so genannten Stoffwechselchirurgie beruht wohl auf der Vermutung, dass die OP bestimmte Hormone im viszeralen Bauchfett verändert, die das Diabetesrisiko steuern.




So ist das laut Bericht, lieber Gast. Man spricht vom GLP1 im Blut. Und verblüffenden angeblichen 80% Heilungserfolg. Deshalb meine Frae: Ist die BSD dann wieder "ganz und gesund"? DAS kann ich mir nicht vorstellen. Ich glaube, ich schreibe den erwähnten Arzt mal direkt an....
...tolle Beiträge...mich beschäftigt diese Thema seit ca. 1 Jahr intensiv...unter anderem leite ich eine Ärzte-Fortbildung zum Thema Adipostas-Chirurgie am 13. Mai (organisiert von der Akademie für ärztliche Fortbildung in Münster mit Unterstützung des Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner)...der genannte Arzt ist vermutlich Prof. Weiner aus Frankfurt, der als Chirurg die mit Abstand meiste Erfahrung in Deutschland hat...inhaltlich sind kürzlich zwei wichtige Studien zu diesem Thema veröffentlicht worden (N Engl J Med 2007;357:741-52 und JAMA, January 23, 2008-Vol 299, No 3)...80% ohne Typ-2-Diabetes nach OP: das ist richtig...ich würde aber nicht von Heilung sprechen, sondern von einer Therapieoption, die sorgfältig abgewogen werden und intensiv (auch von einem Ernährungsmediziner) begleitet werden sollte...ich habe schon zahlreichen Typ-2-Diabetikern mit Adipositas diese Therapie empfohlen und auch einige begleitet...bei allen Problemen sollte immer bedacht werden, wie der vermutliche Verlauf ohne OP wäre...ich empfehle interessierten Patienten dringend die Anbindung an ein spezialisiertes Adipositas-Zentrum...zB eine Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin (www.bdem.de)




Guten Morgen, lieber Herr Dr. Keuthage,
vielen Dank für die Hinweise.
Ich habe aber noch eine Frage: Was ist nach der OP mit dem Zustand der BSD?
Bisher galt doch der Satz: DM ist NICHT heilbar. Ende der Diskussion.
Wenn es wirklich bei 80% der Patienten so ist, dass der DM als "geheilt" gilt, wäre das doch eine bahnbrechende Sensation.
Wobei ich Bedenken habe, was das Risiko der genannten OPs angeht. Es bleibt erst mal eine große OP, und ich glaube, dass die Umstände des enormen Übergewichtes der Patienten diese OPs sicher im Hinblick auf Komplikationen riskant machen...ich weiß nicht, ob ich mich für mich ganz persönlich für so eine OP entscheiden könnte, aber wahrscheinlich ist der Leidensdruck auch so groß.. und bei DEN Prognosen ist die OP verlockend.
Hallo Dr.
Würde die OP auch für Typ1 gelten?
Vielen Dank
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