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Gerade beobachte ich wieder so ein Schicksal, das der Betroffene mit Teststreifen selbst seit einer Woche in die Hand genommen hat. Diagnose vor 1 Woche mit über 300und mg/dl mitten zwischen Frühstück und Mittagessen, inzwichen telefonisch mit HBA1c 10 bestätigt. Übermorgen sollen die Blutwerte und eine erste Therapie besprochen werden. Zu diesem Gespräch wird der Betroffene schon umfassende Tagesprotokolle mitbringen, die ausweisen, dass sein BZ inzwischen zu keiner Tageszeit mehr über 200 mg/dl ansteigt, also auch nicht nach den Mahlzeiten, und auf dem besten Wege ist, die meisten von 24 Stunden unter 150 zu bleiben. Völlig ohne Medis! Doch ja, auch mit viel Bewegung. Aber mit der vielen Bewegung hatte er auch die HBA1c 10 erreicht, denn er hat nicht erst seit 1 Woche, sondern seit 20 Jahren beruflich ein sehr hohes alltägliches Bewegungsprofil.
Das heißt, die schon jetzt erstaunliche BZ-Normalisierung hat er erreicht, indem er seinen Futterinput nach Art und Menge mit seinen regelmäßigen Messungen vor und nach dem Essen immer mehr so ausgerichtet hat, dass sein BZ mit insgesamt immer niedrigerem Verlauf immer weniger breit schwankt. - Ok, der Mann ist Techniker und hat die Teststreifen selbst gekauft und sich mit seinem BZ-Optimierungs-Programm nach den Empfehlungen eins pro-aktiven Diabetikers im Familienkreis gerichtet. Im normalen Behandlungsablauf würde er bei der Besprechung der Blutwerte am Freitag mit 300und mg/dl sitzen und wahrscheinlich Metformin bekommen und vielleicht 50 Streifen und die Ansage, damit mal morgens und abends zu messen und zu schauen, wie das Metformin und der gleichzeitig empfohlene Verzicht auf Fett denn anschlägt. Und in 2 Jahren würde als gutes Ergebnis der Behandlung gewürdigt, dass der HBA1c bei guter Führung und entsprechend verstärkter Medikation bei 7und ankäme. Und bei einem HBA1c um 7 verläuft der BZ über mehr als 10 von 24 Stunden weit über 200 mg/dl! Noch niedriger einzustellen ginge nicht wegen der zeitweise hohen körperlichen Belastung und des damit verbundenen erhöhten Hyporisikos.
Im normalen Behandlungsablauf wäre das Ergebnis, das der Mann de facto schon jetzt mit eigener Initiative und mit dem Schlüsselwerkzeug BZ-Messen auf seine eigenen Kosten erzielt, praktisch überhaupt nicht möglich. Nicht zuletzt, weil im normalen Behandlungsablauf nicht zum Gebrauch des BZ-Messens als Werkzeug zur Verhaltenssteuerung angeleitet wird. Mir absolut unverständlich, wie die normale Typ2-Behandlung auf ein so überzeugend einfach und wirksam anwendbares Werkzeug weitgehend verzichten kann!
Diese Beobachtung hab ich vor 3 Wochen aufgeschrieben, und inzwichen macht der betroffene BZ bei noch immer sehr hoher Messfrequenz (ca. 15-20 Tests/Tag) nur noch selten kurze Ausflüge über 150 mg/dl :-)
Der betreuende Hausdok hat so einen Erfolg noch nie erlebt. Allerdings hat er auch nich nie zu so einer messgesteuerten Anfangsbehandlung angeleitet.


hallo Jürgen, Dein Beitrag ist interessant, aber ich glaube in der Praxis für alle kaum durchführbar. Das wird wohl eher ein einzelfall und eine Ausnahme sein. Ich nehme an,Du wirst den fall weitetr beobachten ,wie sich das weiter entwickelt . Für einen normal Diabetiketr wäre es zu aufwendig das ständige Messen. Wir halten uns auch an die vorgegebene Ernährung und funktioniert auch nicht immer. Es gibt eben nichts,was es nicht gibt. Der eine reagiert eben so und der andere so .Wie jetzt wieder die Diskussion mit dem SEA. Ich bin vielleicht von der älteren generation ,die es noch anders gelernt und praktiziere und bin auch gut bis damit gefahren.
Ich bin gespannt, was Du weiter über den Fall berichtest.
Einen schönen Abend
Wunneke ( Barbara )


hallo Jürgen, Dein Beitrag ist interessant, aber ich glaube in der Praxis für alle kaum durchführbar. Das wird wohl eher ein einzelfall und eine Ausnahme sein. Ich nehme an,Du wirst den fall weitetr beobachten ,wie sich das weiter entwickelt . Für einen normal Diabetiketr wäre es zu aufwendig das ständige Messen. Wir halten uns auch an die vorgegebene Ernährung und funktioniert auch nicht immer. Es gibt eben nichts,was es nicht gibt. Der eine reagiert eben so und der andere so .Wie jetzt wieder die Diskussion mit dem SEA. Ich bin vielleicht von der älteren generation ,die es noch anders gelernt und praktiziere und bin auch gut bis damit gefahren.
Ich bin gespannt, was Du weiter über den Fall berichtest.
Einen schönen Abend
Wunneke




Moin Barbara,
es wird interessant zu sehen, wie weit der Mann, nennen wir ihn Frank (Mitte 50), auf seinem Weg Richtung gesund kommen und bleiben kann. Einstweilen gehe ich davon aus, dass er in 3 Monaten einen HBA1c unter 6 erreicht haben und im Schnitt pro Tag mit einer Messung auskommen wird. Kann natürlich sein, dass er mehr brauchen wird, einfach um sich regelmäßiger zu bestätigen und in der Spur zu halten.
In der Art ist er natürlich nicht der einzige und erste, sondern ich weiß von vielen, die mit Erfolg zum Teil seit Jahren so leben, allen voran unser Muster-Typ2 Hans Lauber mit seinem Buch „fit wie ein Diabetiker“. Seine Devise war und ist messen-essen-laufen. Er war schon auf ICT, als er angefangen hat auszutesten, wie viel er bei z.B. 80mg/dl essen darf, damit er 1 Stunde nach dem Essen 140mg/dl nicht überschreitet. Und nachdem er erlebt hatte, wie sein BZ nach dem Essen erst gar nicht so hoch ansteigt, wenn er gleich nach dem Essen für ne halbe oder Stunde läuft, hat er immer häufiger diese Bewegung statt Insulin gesetzt. Nun nimmt er schon seit Jahren kein Insulin mehr und auch keine Tabletten, so weit ich weiß, misst einfach vor dem Essen, denn die z.B. 80 oder 120 sagen ihm dann, wieviel BZ-Treibmittel er ohne und wieviel er mit Laufen essen kann, wenn er anschließend unter 140 bleiben will, und dann isst er entsprechend - und läuft, wenn ihm der BZ ne Stunde weiter zu hoch ist. Und ich denke, dass der Frank das ähnlich machen wird :-)
In der diabetologischen Reklame wird dummerweise der Schlüssel zu dieser Methode, das Messen, eigentlich immer vergessen. Und stattdessen wird massiv auf dem Laufen als dem Heilmittel rumgeritten, obwohl das nicht einfach generell gelten kann, wie ich hier schon mal beobachtet hatte [http://www.onmeda.de/foren/forum-diabetes/1619276/read.html]
Und obwohl der Typ2 nicht einfach vom Bewegungsmangel kommen kann, wie der bewegungsintensive Beruf vom Frank zeigt. Es geht vielmehr darum, dass man mit dem eigenen Testwerkzeug herausfindet, wann die Bewegung den BZ besonders am Ansteigen hindert oder senkt und das dann planmäßig nutzt.
Bisdann, Jürgen
hallo jürgen,
bitte lies mal nach von lauber selbst-mein weg- er hat "nie" insulin weder ct noch ict gespritzt,
er hat tabletten genommen, welche sagt er nicht.
zudem mißfällt mir pers. sein verticken von absurden kräuterkapseln, von deren "wirkung" sich sein damals mitschreiber, der sich davon ganz klar distanziert hat.
mfg. klaus




Moin Klaus,
Du hast offenbar Recht: In allen Google-Links, die ich auf die Schnelle lesen konnte, war Lauber Tabletter mehr oder weniger kurz vor der Ernennung zum Insuliner. Woher ich Lauber als Insuliner hab, kann ich nicht finden. Also wird er nur Tabletter gewesen sein.
Trotzdem ist Messen der Schlüssel zu passendem Essen und Bewegen :-)
Bisdann, Jürgen
hjt_Jürgen schrieb:
> Trotzdem ist Messen der Schlüssel zu passendem
> Essen und Bewegen :-)
Nicht nur dazu. Erinner dich mal an die Rosso-Studie (http://www.diabetes.uni-duesseldorf.de/news/?TextID=3057)
Allerdings muß man auch sagen: nur Messen um des Messens willens bringt rein gar nichts. Messungen, aus denen keine Therapieanpassungen abgeleitet werden (können) haben keine Bedeutung.
Es bedarf also schon einer gewissen Auseinandersetzung mit den Ergebnissen á la "Wenn ich dies und jenes esse hat das diese Auswwirkung auf meinen Blutzucker"
Viele Grüße
Jörg




Zitat: Für einen normal Diabetiketr wäre es zu aufwendig das ständige Messen. Wir halten uns auch an die vorgegebene Ernährung und funktioniert auch nicht immer.Zitatende
Bitte entschuldige, aber da möchte ich dir ganz energisch widersprechen. Das BZ-Messen dauert wieviel Sekunden? Sagen wir, ein Mensch, der etwas langsamer ist, benötigt 2 min mit Auspacken, messen, einpacken. Wenn ich das Ziel im Auge habe und vor allem mir bewusst bin, dass ich durch die eigene Messkontrolle Werte verhindern kann, die die gefährlichen Spätfolgen auslösen können, muss es doch ein Bedürfniss sein, zu messen.
Ich behaupte, dass einige Diabetiker ab und zu einfach zu faul zum Messen sind. (Damit spreche ich dich bitte NICHT persönlich an, das ist eine allgmeine Aussage.) Es gibt sicher genügend, die nicht messen oder ihre Medikamente nicht regelmäßig oder gar nicht nehmen.
Darf ich dich mal fragen: Wie meinst du das, dass das Messen für einen normalen Diabetiker zu aufwändig wäre? Was daran ist aus deiner Sicht daran aufwändig?
Du schreibst: wir haltenuns an die vorgegebene Ernährung und es funktioniert auch nicht immer. Wer gibt die Ernährung vor? Du hoffst damit -was deine Gesundheit angeht - auf den glücklichen Zufall, dass es gut geht? Das versteh ich wirklich nicht.
Hast du dann, wenn du ins Labor gehst, keine Hummeln und Angst oder Bedenken?
Das BZ-Messen vor dem Essen und nach dem Essen sollte für alle Diabetiker doch eigentlich zur Gewohnheit werden wie das Zähneputzen und Anziehen.




Moin Jörg,
Du hast Recht: Die Rosso-Studie hat erbracht, dass auch unter Nicht-Insulinern häufigeres Messen positiv wirkt - und sogar schon Messen ohne spezifische Anleitung, wenn Du einmal in die Studie schaust.
> Es bedarf also schon einer gewissen Auseinandersetzung
> mit den Ergebnissen á la "Wenn ich dies und jenes esse
> hat das diese Auswwirkung auf meinen Blutzucker"
Genau das ist es, und genau dazu fehlt sogar in praktisch allen Nicht-Insuliner Eingangsanleitungen und auch Tabletter-Schulungen jede Anleitung!
Bisdann, Jürgen


Hallo Jürgen,
vielen Dank für deinen Bericht. Dass so etwas möglich ist, das kann ich aus eigenem Erleben bestätigen. Ich selbst beherrsche meinen Diabetes seit einem reichlichen Jahr auf diese Weise und muss übrigens heute nur noch sehr selten mal zur Kontrolle messen.
Was mich erstaunt ist die Tatsache, dass dein Bekannter es mit BZ-Spitzen von 300 und mehr geschafft hat, seinen BZ ohne Medis auf diese Weise innerhalb so kurzer Zeit nahezu normal zu führen. Ich hätte nicht gedacht, dass das - selbst mit sehr guter Anleitung - so schnell möglich sein kann.
Das spricht natürlich sehr für den Fleiß und die Intelligenz deines Bekannten, herzlichen Glückwunsch an ihn. Und es spricht sehr für die Methode - so gut wie er es kann, würde kein Arzt die BZ-Führung für seinen Patienten einstellen können.
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