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Forum: Diabetes

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In schöner Regelmäßigkeit hören und lesen wir, dass Bewegung den BZ senkt. Dagegen habe ich bei der Jahre langen Betreuung einer alten Dame gemessen, dass die selbe Menge an Bewegung den BZ senken, überhaupt nicht beeinflussen oder sogar ansteigen lassen konnte und damit gut für einen HBA1c von um 5 genauso wie für einen um 7 sein kann. Viel wichtiger als alle Theorie (ebenso wie z.B. auch beim Futter-GI) ist, dass man nicht einfach nachbetet, auch wenn noch so häufig noch so hochrangig vorgebetet wird, sondern den individuellen Fall austestet und sich nach diesen Ergebnissen richtet!


Zum konkreten Beispiel:
HBA1c um 6,5 war die Ausgangssituation und ein BZ, der von um 100 davor in der Stunde nach jedem Essen auf 250 - 300 anstieg und dann in einem hohen weiten Bogen bis gegen 100 zur nächsten Mahlzeit abzusinken pflegt, wenn die gute Frau sich wie üblich nach dem Essen zu einem Nickerchen in ihren Schaukelstuhl setzte.
Danach ging sie dann jeweils um die 20 Minuten mit dem Hund, und dieser Gang - insgesamt also etwa 1 Std/Tag - hatte überhaupt keine messbaren Auswirkungen auf ihren BZ. Wenn sie diesen Gang aus irgend einem Grund erst kurz vor der Folgemahlzeit machte, wenn der BZ schon wieder nahe 100 angekommen war, konnte ich 20 Minuten später wieder 150-180 messen, also einen deutlichen Anstieg. Wenn sie immer so kurz vor ihren Mahlzeiten gegangen wäre, hätte sie einen HBA1c von um 7 gehabt.
Aber noch viel interessanter fand ich das Messergebnis, wenn sie ihren Hundegang direkt im Anschluss an ihre Mahlzeit und vor der Schaukelstuhlsiesta machte: Dann zeigte das Messgerät statt der 250 und mehr in Ruhe regelmäßig um 80! Und wenn sie sich dann zur Ruhe setzte und anschließend noch ein bisschen Haushalt machte, kam ihr BZ bis zur nächsten Mahlzeit nicht über 100 mg/dl. Und das alles ohne Medis!


Ich habe heute noch Spaß daran, wenn ich dran denke, wie mir gelungen ist, der alten Frau bezubiegen, dass der Hund genauso wie sie selbst nach jedem Essen seine Geschäfte verrichten musste. Ergebnis: bis zu ihrem Umzug ins Altersheim hatte die Oma einen HBA1c von 5und und brauchte keine Zuckermedis :-)

Antworten zu diesem Thema:

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  • (379 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Das ist genau die Erfahrung, die ich auch gemacht habe. Nach einer Mahlzeit wollte ich den BZ senken, indem ich 1 Stunde mit dem Fahrrad unterwegs war. In Erwartung eines niedrigen BZ. Dieser war aber höher als nach einem ausgiebigeen Mittagsschlaf.

  • (360 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Ich habe gehört, dass Sporteln erst dann den BZ senkt, wenn er keinen Stress mehr darstellt, also regelmäßig und in einer Art erfolgt, dass man sich dabei noch unterhalten kann.Also darfst du mit deinem Radel nicht immer 120 fahren:-)), sondern schön, dass dein fiktives Hundchen noch mithält...

  • (392 mal gelesen)
  • Status: Experte

...Bewegung kurz vor der nächsten Mahlzeit lässt den BZ ansteigen?!...gut möglich..typisch bei Typ-1-Diabetes//LADA bzw. langjährigem Typ-2-Diabetes, wenn wenig Insulin im Blut ist, so dass Zucker moblisiert wird, aber vom Blut nicht in die Zelle kann (obwohl er eigentlich da hin soll) und der Blutzucker steigt an..als Bestätigung könnte man versuchen Aceton im Urin (Keton-Test) positiv zu testen...

  • (347 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Also, so, wie ich das auch z.B. von den Usern von Diabetsinfo verstanden habe, erhöht jeder Sport und aktive Bewegung den BZ, egal, wann man ihn/sie betreibt, solange es eben ungewohnt und nur sporadisch ist. Kann ich auch so bestätigen. Als ich mit Wohnungsradeln begann, stieg der BZ an, fiel aber dann innerhalb 1h nach dem Sporteln auf einen Wert ab, der niedriger als der Ausgangswert vor dem Radeln war.
Und. Ich vermute, dass ein "angenehmer" Sport" besser ist als ein "Sprinter-Job" bezüglich des BZ.

  • (329 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Moin Tom,


Bewegung (auch die, die wir wie Einkaufengehen oft gar nicht als solche wahrnehmen) verstärkt immer die Wirkung des gerade aktiven Insulins. Und davon gibt es aus der eigenen Produktion immer am meisten in den ersten 30-60 Minuten nach jedem KH-Input, 1-3 Stunden nach jeder Sekretionsfördertablette und je nach Insulinart und persönlichem Wirkverlauf 1-5 Stunden nach jeder Injektion.


Wenn der BZ mit der Bewegung - wieviel auch immer - sich nicht verändert, passt die umlaufende Insulinmenge zur Intensität der Bewegung. Wenn er ansteigt, läuft da für diese Intensität an Bewegung zu wenig Insulin um, wenn er sinkt, halt zu viel, es sei denn, das Sinken sei da wie im Alte-Frau-Beispiel gerade beabsichtigt.


Bisdann, Jürgen

  • (318 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Moin Jürgen,
ich glaube, dass man grade im Alltag viel zusätzliche Bewegung erzeugen kann, in dem man z.B. Fahrstühle meidet und Treppen klettert, wenn man einen Weg zu erledigen hat, mal bewusst Umwege latscht usw usw.. Und du hast Recht, das gilt auch als Sporteln:-)

Datum/Zeit von Autor Thema
08.01.09 15:32 hjt_JürgenBZ & Bewegung
21.01.09 21:30 teepott16Re: BZ & Bewegung
26.01.09 08:33 Tom61Re: BZ & Bewegung
27.01.09 02:34 Dr. KeuthageRe: BZ & Bewegung
27.01.09 08:38 Tom61Re: BZ & Bewegung
27.01.09 13:05 hjt_JürgenRe: BZ & Bewegung
27.01.09 13:21 Tom61Re: BZ & Bewegung
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