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Forum: Diabetes

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (1097 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hi Leute,


Mein Name ist Carsten, ich bin 46 Jahre alt und wiege 105 Kg. Weder meine Mutter noch mein Vater hatten Diabetes.


haette gerne etwas Hilfe. Ich bin 2007 nach Amerika ausgewandert. Im Juli 2008 habe ich meinen Zucker in einem Bus von einer Pharma Handelskette checken lassen. Mitte November 2008 habe ich mir 3 Zaehne ziehen lassen. Die letzten 3 Wochen im Jahr 2008 fing ich an unkontrolliert zu trinken. Zum Schluss trank ich bis zu 10 Liter pro Tag, weil ich immer Durst hatte. Alle moeglichen Art von Limonade, Milch etc. Jede Nacht war ich 12 bis 14 Mal harnlassen. Ausserdem habe ich Gewicht verloren, so dass sich meine Knochen abzeichneten. Denke auch mal Muskelschwund. Habe versucht einen Arzttermin zu bekommen was aber vor Mitte Januar nicht moeglich war...


Daraufhin bin ich am 5.1.2009 in die Notaufnahme von einem Krankenhaus gefahren. Mein Zucker war wohl weit ueber 500, wenn nicht sogar 1000. Die haben mir 3 Beutel Salzloesung gegeben oder so was, um mich zu ernaehren. Dann habe ich Insulin als Infusion erhalten. Ab dem 3 Tag wurde jede Stunde der Zucker gemessen und alles ueber 150 in 50er Schritten begruendete 2 Units Insulin pro 50er Block. Z. B. Zucker 264 war 6 Units. Dadurch wurde der Zucker runtergeregelt. Ausserdem bekam ich ab dem 2 . Tag eine Pille metformin 500 jeden morgen.


Ausserdem haben Sie mir ein Messgeraet gegeben. Am 4. Tag wurde ich entlassen. Ich solle nun jeden Morgen eine metformin nehmen und einmal 33 units Insulin spritzen.


Nach meiner Entlassung habeich zudem meinen neuen Arzt besucht. Der will jede Woche meine Blutzuckerwerte sehen, hat aber die 33 Units Insulin gleich auf 35 units erhoeht.


Seit ca. 10 Tagen sind meine Blutzuckerwerte wieder total normal. Habe mich im grossen und ganzen an die Diaet gehalten, zaehle carbs etc.


Vor 2 Tagen habe ich eine Viruserkrankung gefangen und mir war schlecht. Weil ich nichts essen konnte, habe ich fuer 2 Tage weder das Insulin gespritzt, noch die metformin genommen.


Heute habe ich wieder zu essen angefangen, weils mir besser geht, trotzdem bleibt der blutzucker stets zwischen 70 und 110 obwohl ich keine Medikamente nehme.


Z. Beispiel hatte ich um 19.00 vor Abendbrot 100 und habe 1 Steak, 2 Kartoffeln und Spinat gegessen. Zwei Stunden spaeter war mein Zucker 88.


Hier meine Fragen:


Kanns nicht sein das ich gar kein Diabetes habe, also eine Art einmalige Entgleisung meines Koerpers? Oder das ich noch genug von diesen Langhanschen Inseln habe?


Kann ich das Testen, indem ich ein Riesen Stueck Kuchen esse und wenn mein Zucker immer noch unter 140 bleibt, wuerde das nicht bedeuten, dass ich gar keine Medikamente brauche.


Muss ich jetzt befuerchten das mein Zucker unter 70 faellt, insbesondere wenn ich wenig esse, weil die Medikamente eine Art Langzeitwirkung haben? Oder ist diese Furcht umsonst, weil wenn der Zuckergehalt so stark sinkt entwickelt der Koerper gegenstrategien wie zB das die Leber zucker ausschuettet?


Soll ich jetzt erstmal die Medikamente ganz weglassen solange der Zucker normal, oder verliere ich dadurch evtl an Heilungsdynamik, weil die Medikamente vielleicht erst wieder Tage brauchen, weil diese aufeinander aufbauen.


Vielen Dank im Voraus fuer eure Hilfe.

Antworten zu diesem Thema:

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  • (334 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Moin Amerikaner,


die schlechte Nachricht gleich vornweg: der Diabetes wird Dir erhalten bleiben. Dass man im Anschluss an die erste intesive Behandlung beinahe normale BZ-Werte messen kann, manchmal für über ein Jahr, ist normal. Schau einfach beim Google oder in einem der folgenden Links mal nach LADA
Die gute Nachricht: Du kannst die Zeit nutzen und dich mental drauf einstellen und vor allem informieren. Denn Du wirst für den Rest Deines Lebens möglichst gesund mit Deinem Diabetes auskommen müssen, nicht Deine Docs.


Die beste deutsche Infoseite, die ich kenne, ist diabetesinfo.de. Das ist vielleicht schon Lektüre genug für ein Wochenende. So etwas gibt es bestimmt auch in Deiner neuen Heimat. Und vielleicht sogar das eine oder interessante Angebot in Deiner Nachbarschaft. Und jede Menge online! Die absolut umfassendste Quelle dafür ist mendosa.com, About Me > On-line Resources.


Deine Idee zum großen Test in der Hoffnung, dass alles nur ein vorübergehender Spuk gewesen sein möge, kann ich verstehen. Nur zeigen alle bisherigen Erfahrungen von Betroffenen in ähnlichen Situationen, dass es sehr viel Sinn macht, den noch funktionierenden Restbestand der Inulin produzierenden Zellen zu schonen und sich so zu verhalten, dass Dein Blutzucker auch 30-60 Minuten nach dem Futter-Input 140 nicht überschreitet. Bei wirklich gesunden Menschen kommt er auch nach nem Eimer Cola kaum über 120!


Daumendrück, Jürgen


Konkret:
Metformin senkt Deinen BZ nicht, sondern verhindert nur, dass die Leber Zucker ausgibt und Dein BZ damit ansteigt. Wenn Du also zu viel Insulin spritzt, fehlt Dir damit ein StückCHEN(!) Sicherheitspolster.
Insulin senkt Deinen BZ, und zwar je nach Sorte und Menge in einem bestimmten Maß für eine bestimmte Zeit. AAABER alle bisher gebräuchlichen Insulinsorten sind dumm. Das heißt, sie spulen ihre Wirkung ab, egal ob die gerade gebraucht wird oder nicht. Kleine Mengen zuviel kann die Leber ohne Metformin-Fessel ausgleichen, aber wenn Du dich dick verhaust, musst Du halt entsprechend zuessen. Schreib doch mal, welches Insulin Du spritzt. Dann lässt sich die Wirkung ein bisschen deutlicher beschreiben.

  • (291 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

hallo carsten,
das extreme trinken, und der extreme gewichtsverlust deuten sehr richtung typ 1-lada .
dies ist definitiv nicht heilbar, was du jetzt erlebst ist sehr wahrscheinlich die sog honeymoon phase, eine kurzzeitige erholung der ß-zellen, die allgemein 2 monate bis 2 jahre anhält,
mehr oder weniger intensiv. durch das insulin wird dies ausgelöst und täuscht heilung vor.
da du nicht die insulinsorte dazugeschriebn hast , vermute ich ein langzeitinsulin.(lantus?)
wie groß die restfunktion der bsd ist kann festgestellt werden.
ob deine leber glykogen ausschüttet oder du carbohydrates ißt ist das gleiche.
ansonsten solltest du mal nach einer vernünftigen ict schulung ausschau halten, meine verw. hatten diese zum glück aus d mitgenommen. und bekommen regelmäßig das neueste geschickt. daher kenne ich die usa-schulungen nicht.
mfg. klaus

  • (281 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Carsten,


du hast Diabetes und wirst den auch dein Leben lang behalten. Es kann aber sein, dass die paar Maßnahmen schon soviel Erfolg gebracht haben, dass sich deine Stoffwechsellage weitgehend stabilisiert hat. Vielleicht ist die kurzzeitige Gabe von hohen Dosen Insulin dafür verantwortlich, auf jeden Fall sind auch das bewusste Essen und das Zählen der carbs an der Besserung beteiligt.


Wenn dein BZ nach den Mahlzeiten unter 140 mg/dl bleibt, dann brauchst du keine Medis mehr zu nehmen. Guck aber nicht nur auf den 2h-Wert, der BZ sollte zu keiner Zeit die 140 überschreiten. Am besten ist es, 140-120-100 mg/dl nach 1-2-3h einzuhalten. Wenn du das nicht ganz schaffst, dann kannst du entweder weiter Metformin nehmen oder ein paar carbs mehr weglassen. Lies dir dazu am besten mal bloodsugar101 [www.phlaunt.com] von Jenny Ruhl durch.


Die Medis können nicht so lange nachwirken, dass du jetzt noch eine Hypo bekommen kannst. Von Metformin ist das sowieso nicht möglich und das Insulin wird sehr schnell abgebaut. Wenn du das Gefühl eine Hypo hast, dann kann das daran liegen, dass dein BZ lange sehr hoch gewesen ist. Das Gefühl geht vorbei, schaden kann es nicht.


Gruß Rainer

  • (285 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Die Schilderung deutet in der Tat auf Typ1 Diabetes, Sonderform LADA hin und
eine Remissionsphase, von der niemand weiß, wie lange sie anhält.


Es ist meistens vorteilhafter auch während dieser Erholungsphase der B-Zellen
Insulin zu applizieren, wenn auch in deutlich geringeren Mengen.
Eine diabetologische Betreuung ist sicher nötig, eine gute Schulung sehr sinnvoll.


Dauerhafte Heilung nur durch Transplantation, und sie erfordert auch lebenslange Medikation.

  • (271 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Vielen vielen Dank,


habe leider vergessen zu sagen, dass mr im Krankenhaus gesagt worden ist, ich haette Diabetes Typ2.....


Der Beitrag von Rainer scheint mir im Moment am zutreffensten.


Aber ich kann mir auch vorstellen, das es Art erholungsphasen git, die Dir suggerieren Du waerst geheilt, obwohl es dass vielleicht gar nicht gibt.


Danke Carsten

  • (249 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Vielen vielen Dank,



habe leider vergessen zu sagen, dass mr im Krankenhaus gesagt worden ist, ich haette Diabetes Typ2.....



Der Beitrag von Rainer scheint mir im Moment am zutreffensten.



Aber ich kann mir auch vorstellen, das es Art erholungsphasen git, die Dir suggerieren Du waerst geheilt, obwohl es dass vielleicht gar nicht gibt.

  • (284 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hi und Danke,


Ich habe Lantus 100 Units/Ml. Davon sollte ich 35 auf der Spritze aufziehen jeden Morgen.

  • (277 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Und ich hatte vergessen zu schreiben, dass die meisten LADAs erstmal als Typ2 diagnostiziert werden. Manche bleiben's auch ;-)
Im Grunde ist auch egal, welchem Typ man zugerechnet wird. Hauptsache, man sorgt zuverlässig dafür, dass der BZ nach Möglichkeit immer so gesund verläuft, wie die Automatik den steuern würde, wenn sie nicht diabetisch defekt wäre.

  • (265 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Danke sehr,


den Satz verstehe ich sehr gut.


Philosophisch gesehen, ist es doch so, das Diabetes auch ne Art Definition ist. Wenn es bei mir nie entdeckt worden waere und ich zufaelligerweise ohnehin dieses Jahr angefangen haette nach der (auch fuer Gesunde) zu empfehlenden Diaet zu leben, waere doch alles in Ordnung - mein BZ waere immer ok und ich wuerde mich gar nicht als Diabetiker bezeichnen. Man sollte ja ohnehin nicht nen ganzen Eimer Cola trinken....


Carsten

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