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Forum: Chemotherapie

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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Melanie2
  • (1259 mal gelesen)
  • Status:

Lieber Herr Dr. Hennesser,


Sie haben mir schon einmal Fragen zur Chemotherapie bei Darmkrebs beantwortet, vielen Dank. Über die Art der Therapie sind wir nun eigentlich im Klaren, nur ein Umstand verunsichert uns noch sehr: einer der von uns konsultierten Ärzte möchte sofort mit einer Therapie beginnen, der andere Arzt möchte auf jeden Fall warten, bis sich Metastasen sichtbar gezeigt haben. Im Moment haben wir einen unklaren Befund mit steigenden Tumormarkern (CEA steigt, CA 19-9 unverändert) und unspezifischem Fremdgebewebe auf der Leber und im kleinem Netz, das nur in bestimmten Aufnahmen zu sehen war (weiß leider nicht mehr genau welche Methode, Kernspintomographie glaube ich), nicht aber im Ultraschall.


Was sind die med. Gründe dafür, warum ein Arzt auf jeden Fall sofort beginnen will, der andere warten will, bis Metastasen auftreten? Denn sicherlich steht da eine bestimmte Handlungs- und Denkweise dahinter, die ihre jeweils eigenen Vor- oder Nachteile hat.


Ab wann und wie kann man eigentlich feststellen, ob eine Chemotherapie wirksam ist? Wenn wir nun z.B. mit der Therapie X beginnen würden, könnte man dann schon nach einem Zyklus (4 Wochen) sehen, ob sie etwas bringt, oder ob man ein anderes Mittel wählen muß?


Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Antworten zu diesem Thema:

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  • (694 mal gelesen)
  • Status: Experte

Meist ist es beim Darmkrebs sinnvoll, nach 12 Therapiewochen ein Staging zum VErlauf durchzuführen. Voraussetzung für eine Therapie ist grundsätzlich der Nachweis von Tumorgewebe, und dies optimalerweise durch eine Punktion. Somit ergibt sich gegenwärtig durchaus die Indikation zum Abwarten, ein Tumormarkeranstieg alleine berechtigt aus meiner Sicht noch nicht zur Chemotherapie.

Melanie2
  • (534 mal gelesen)
  • Status:

Hallo Herr Dr. Hennesser,


es hat ja bisher noch überhaupt keine Chemotherapie stattgefunden, dies wäre die erste Chemotherapie überhaupt. Punktieren kann man offensichtlich nicht, da der Lymphknoten zu ungünstig liegt.


Was sind die Vorteile dieses Abwartens und was passiert, wenn man jetzt schon mit einer Chemotherapie beginnen würde (denn psychologisch gesehen macht einen dieses Warten sehr nervös, obwohl man ja eigentlich die Zeit ohne Chemo noch genießen sollte)? Gibt es dazu irgendwelche Informationen in Büchern etc., die ich nachlesen könnte?


Vielen Dank!


Dr. Hennesser
  • (505 mal gelesen)
  • Status:

Sprechen Sie Ihren Onkologen an, es gibt eine Vielzahl von Broschüren, die in den Praxen bereitstehen. Ihr Therapiewunsch ist verständlich. Wenn man bereit ist ein gewisses Risiko einzugehen - Therapie ohne Nachweis einer Krebserkrankung - wäre eine 5-FU-haltige Therapie ambulant und nebenwirkungsarm durchführbar. Parallel sollte jedoch auch die Lebensqualitöät berücksichtigt werden, also z.B. HB-Wert-Stabilisierung duvh Behandlung einer evtl. Blutarmut.
Ich bleibe jedoch bei meiner Skepsis, zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu therapieren. Ihr Arzt setzt offenbar eine Inoperabilität voraus. Es gibt keine sicheren Daten, daß eine Therapie zum jetzigen Zeitpunkt im weiteren VErlauf günstiger ist als ein Abwarten von einigen Monaten. Das Risiko, daß ein anderer Tumor als der vermutete vorliegt und somit völlig am Ziel vorbei therapiert wird ist m.E. nicht vernachlässigbar.

Melanie2
  • (388 mal gelesen)
  • Status:

Herr Dr. Hennesser, dies ist in der Tat ein wichtiger Aspekt, an den ich bisher noch nie gedacht habe. Sie haben mir sehr geholfen, danke!

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