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Sehr geehrter Herr Dr.
Bei meinem Vater wurde ein kleinzelliges Bronchialkarzinom festgestellt. Nach der ersten Chemotherapie ( 6 Therapien soll er bekommen) vom 2.10. - 4.10.03 wurde er entlassen.
Zu Hause verschlechterte sich sein Allgemeinzustand rapide und er musste am 12.10. wieder in die Klinik eingeliefert werden. Die Blutgerinnung passte nicht mehr und er bekam Infusionen bzw. Thrombozyten verabreicht.
Sein Allgemeinzustand ist noch nicht sehr gut, der ganze Körper sehr geschwächt, er bekommt immer noch Infusionen.
Die nächste Chemo wäre für den 23. 10. vorgesehen.
Kann man die Chemotherapie einfach verschieben oder muss ein gewisser Abstand eingehalten werden ?
Für den Fall das er die 2. Chemo nicht bekommen kann, wie geht dann die Behandlung weiter ?
Kann dann der Tumor weiter wachsen falls eine Pause eingelegt wird ?
Vielen Dank.
Der "Einbruch" nach etwa 10 Tagen ist nicht ganz ungewöhnlich, da als Nebenwirkungen Einflüsse auf die Blutbildung auftreten können. Und dies typischerweise um den 10. Tag. Erfahrungsgemäß bessert sich die Situation deutlich, sodaß eine Fortführung meist zeitgerecht möglich ist. Ihr Onkologe wird sich eine Dosisreduktion überlegen oder vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Dazu zählen z.B. die Gabe von Stimulanzien der weißen Blutkörperchen (Neulasta oder Neupogen) oder der roten (z.B. Darbepoetin). Eine Zyklusverschiebung ist nicht optimal, jedoch manchmal unumgänglich, um einer Gefährdung des Pat. vorzubeugen, wenn sein Zustand es nicht erlaubt.
Es gibt also verschiedene Möglichkeiten:
1. Vorbeugende Maßnahmen und zeitgerechtes Einleiten des nächsten Zyklus
2. Verschiebung um z.B. 1 Woche
3. Dosisreduktion
4. Umstellung auf ein anderes Schema
Welche Option die beste ist kann immer nur am Einzelpatienten entscheiden werden, es gibt dafür keine allgemeinen Regeln! Bitte nehmen Sie dies also als Grundlage für ein Gespräch mit dem behandelnden Onkologen.
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 20.10.03 22:03 | Anizwo | |
| 21.10.03 07:52 | Dr.Hennesser |
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