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Sehr geehrter Herr Dr. Hennesser,
nach Rücksprache mit dem behandelnten Onkologen sind wir der Meinung, daß wir auf eine zweite Chemo verzichten. Dieses sollen wir meiner Mutter nicht antun meinte er. Außerdem wären dabei die Erfolgsaussichten sehr gering. Und das Platin sehr aggressiv und nebenwirkungsreich.
Bei meiner Mutter sollen nächste Woche noch mal zwei CT´s
gemacht werden und dann mit Bestrahlungen angefangen werden. Fünf mal wöchentlich. Bei dieses Bestrahlungen sollen die Tumorzellen wenn diese sich teilen (oder in einem bestimmtem Stadium sind) getötet werden. Die gesunden Zellen erholen sich wieder wurde uns gesagt.
Desweiteren soll, unabhängig von der Bestrahlung, ein kleiner gastroentorologischer Eingriff erfolgen. Bei diesem sollen (falls ich es richtig verstanden habe) die Gallensäuren (wegen Giften) umgeleitet werden.
Können Sie mir vielleicht irgendwas dazu sagen, oder sollte ich mich deswegen an ein anderes Forum wenden?
Mit freundlichen Grüßen
FRANCO C.
Ein Tumor der Bauchspeicheldrüse verengt durch Druck von außen sehr häufig den Abfluß von Gallesäure. Mit Einlage eines Stents (Röhrchen) kann der Gallengang offen gehalten oder wiedereröffnet werden. Auch kann eine Umleitung durch Schaffung einer Verbindung nach außen oder in den Darm hergestellt werden. Dies ist kein großer Aufwand. Was die Bestrahlung angeht so ist die Datenlage zu den Erfolgsaussichten sehr dünn. In Einzelfällen kann ein Bestrahlungsversuch sicherlich sinnvoll sein, insgesamt sehe ich eine Bestrahlung in rein palliativer, also lindernder Absicht beim Pankreaskarzinom mit einer gewissen Zurückhaltung und Skepsis. Hier sollte während der Bestrahlung regelmäßig die Belastung und der Aufwand für Ihre Mutter mit dem erhofften Ergebnis verglichen werden. Verzeihen Sie mir meine Offenheit, dennoch Alles Gute!
Sehr geehrter Herr Dr. Hennesser,
ich danke Ihnen für Ihre Offenheit.
Auch wenn die Erfolgsaussichten bei der Bestrahlung sehr gering sind, denke ich , daß wir es versuchen sollten. auch wenn sich vielleicht nur eine geringe Lebensverlängerung ergibt.
Die Chancen, daß Gemzar anschlägt, waren ja auch nicht allzu hoch.
Aber ich denke auch, daß die Nebenwirkungen beobachtet werden sollen und man dann abwegen muß inwiefern die Bestrahlung wirkt.
Jedoch dachte ich, daß die Bestrahlung in jedem Fall erstmal wirkt und habe mich schon gefragt, warum diese nicht schon paralel zur Chemo gemacht wurde.
Werden denn nicht in jedem Fall Tumorzellen getötet? Und ist dieses nicht positiv zu sehen?
Oder ist diese Krebsart so agressiv, daß die Tumorzellen sehr schnell wieder nachwachsen?
mfg
FRANCO C
Dr.Hennesser schrieb:
Ein Tumor der Bauchspeicheldrüse verengt durch Druck von außen sehr häufig den Abfluß von Gallesäure. Mit Einlage eines Stents (Röhrchen) kann der Gallengang offen gehalten oder wiedereröffnet werden. Auch kann eine Umleitung durch Schaffung einer Verbindung nach außen oder in den Darm hergestellt werden. Dies ist kein großer Aufwand. Was die Bestrahlung angeht so ist die Datenlage zu den Erfolgsaussichten sehr dünn. In Einzelfällen kann ein Bestrahlungsversuch sicherlich sinnvoll sein, insgesamt sehe ich eine Bestrahlung in rein palliativer, also lindernder Absicht beim Pankreaskarzinom mit einer gewissen Zurückhaltung und Skepsis. Hier sollte während der Bestrahlung regelmäßig die Belastung und der Aufwand für Ihre Mutter mit dem erhofften Ergebnis verglichen werden. Verzeihen Sie mir meine Offenheit, dennoch Alles Gute!
Die Wirkung einer Bestrahlung ist von Tumorart zu Tumorart völlig unterschiedlich. Beim Pankreaskarzinom gibt es wenige Therapiekonzepte, die Bestrahlungen einschließen. Diese sind jedoch zur Zeit dem adjuvanten Regime zuzuordnen, also der Nachbehandlung nach einer kompletten Entfernung mittels OP. Dennoch, dies soll Sie nicht entmutigen, wenn Sie sich zu dem Schritt entschlossen haben, ich wünsche Ihnen alles Gute!
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 17.10.03 13:33 | FRANCO C | |
| 17.10.03 15:58 | Dr.Hennesser | |
| 17.10.03 16:47 | FRANCO C | |
| 17.10.03 17:04 | Dr.Hennesser |
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