Startseite > Foren > Forum Chemotherapie > Chemotherapie bei Darmkrebs
Ich habe folgende Frage: Bei mir wurde vor circa zwei Jahren Darmkrebs diagnostiziert, man hat mir zuerst gesagt, dass die Operation wenn ich Glück hätte "nicht schlimmer als eine Blinddarm-OP" wäre und ich keine Chemotherapie machen müsste. Dann allerdings haben sie einen Wächterlymphknoten untersucht und an diesem festgestellt, dass da auch schon Krebs ist. Aus diesem Grund habe ich dann doch eine Chemotherapie gekriegt, diese war aber sehr sanft, also ich hatte ausser Übelkeit keine Nebenwirkungen. Man hat mir gesagt, dass beim Darmkrebs da er nicht so agressiv ist keine starke Chemotherapie notwendig ist. Bei mir ist es so, dass ich immer für fünf Tage Zeugs (ich weiss nicht wie es heisst) kriegte und dann nach Hause konnte und erst in einem Monat wiederkommen musste. Das ganze sechs mal.
Ich habe jetzt eine Frage, wegen eines Gesprächs, dass ich in einem Forum, wo ich gerne bin hatte und zwar hat eine von den Leuten, die dort sind erzählt, dass sie erfahren hat, dass ihre beste Freundin Krebs hat, ich habe ihr dann meine Erfahrungen mit Krebs erzählt und meine Einschätzung, dass man nicht so große Angst haben sollte, weil einige Krebserkrankungen nicht sehr gefährlich sind, wie ich selbst erfahren habe. Sie fragte auch, ob einem die Haare ausfallen und ich habe aus meiner Erfahrung davon berichtet, dass das nicht so war und auch von den anderen Krebspatienten mit denen ich mich unterhalten habe hatten noch alle Haare. Ich frage nur, weil in diesem Forum, wo ich eigentlich gerne bin plötzlich alle fanden ich wäre doch der letzte Depp und jeder wüsste wie gefährlich Krebs ist und ganz besonders Darmkrebs. Eine hatte im Internet eine Studie gefunden, dass die Sterblichkeit 60% wäre und dass eine chemotherapie, die nicht viele Nebenwirkungen hat ihn nicht richtig weg kriegt und man dann früher oder später wieder krank wird.
Ich möchte sie fragen, ob es wahr ist, was die über Darmkrebs behaupten, da es mich erstens aufregt wenn Leute mich von oben herab behandeln, zweitens will ich nicht, dass die Freundin von meiner Bekannten erschreckt wird und drittens habe ich Angst, ob es wahr sein könnte (was ich aber nicht glaube), und ich hinterher falsch beahndelt wurde oder nicht richtig aufgeklärt wurde und vielleicht sterben werde. Ich bin erst 26.
Die entscheidende Frage ist mit welcher Zielsetzung die Therapie durchgeführt wird. Bei Ihnen ist die Intention adjuvant, d.h. bei völliger Entfernung des Tumors wird die Therapie als Nachsorge durchgeführt, um evtl. verbleibende, nicht sichtbare Restzellen zu töten. Es gibt auch genaue Zahlen dazu: Die Wahrscheinlichkeit, daß der Darmkrebs wieder auftritt, liegt bei 50 % innerhalb von 5 Jahren. Durch diese Nachsorgetherapie senken Sie das Risiko auf etwa 20 %. Lassen Sie sich also nicht verrückt machen, Ihr Verlauf und Ihre bisherigen Maßnahmen waren absolut richtig und medizinisch sinnvoll. Die eingesetzten Präparate waren 5-FU/FA und entsprechen dem aktuellen Standard.
Danke für ihre Antwort. Das hat mich sehr beruhigt. Ich finde es toll, wie sie in ihrer Freizeit in diesem Forum helfen.
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 17.10.03 19:45 | Patrick77 | |
| 18.10.03 11:09 | Dr.Hennesser | |
| 18.10.03 20:42 | Patrick77 |
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