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Forum: Brustkrebs

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (724 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Katzenauge schrieb:
"Oft nur müssen wir einen Leidensweg in Kauf nehmen oder hinter uns gebracht haben, um zu verstehen, dass selbst dieses Leiden auch seine gute Seiten haben kann. Aber das gehört nun einmal zum Leben."


Danke für diesen Satz! Ich bestätige Ihn!
Freitag hat man Gewebeproben entnommen - morgen ist meine Befundbesprechung und ich habe einfach nur Angst! Wenn es Brustkrebs ist - dann kämpfe ich zum 2. Mal in meinem Leben gegen den Krebs. Vor 30 Jahren konnte ich ihn (Morbus Hodgin) erfolgreich besiegen - ich war jung genug. Ich bin mir nicht sicher ob ich dies alles noch einmal durchstehen kann. Wie bekomme ich meine Angst in den Griff? Momentan stehe ich total neben mir. Kann mir jemand helfen?

Antworten zu diesem Thema:

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  • (185 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Hallo Malawi,


die Angst definitiv nehmen kann ich leider auch nicht. Aber ich kann versuchen Ihnen Mut zuzusprechen. Dazu fällt mir spontan ein Satz ein, den ich vor langer Zeit einmal las und der wie ich meine auch etwas aussagt, was schon beim lesen Kraft verleiht.


"Nähre die Kraft deines Geistes, um plötzlich
Unglück gegenüber gewachsen zu sein."



Angst oder besser Furcht vor konkreten Situationen hat eine dem körperlichen Schmerz vergleichbare Signal- und Schutzfunktion und ist damit lebensnotwendig. Angst zu haben vor etwas, das als bedrohlich erlebt wird, ist also ganz natürlich. Wenn Angst jedoch die Lebensfreude, die Handlungs- und Genussfähigkeit auf Dauer einschränkt, wird sie gleichfalls behandlungsbedürftig.


Das Wichtigste > Wir müssen an uns selbst glauben! Wir müssen von Beginn an zeigen wer der Herr über den Körper ist. Wir sollten den Satz "Ich habe Angst vor Brustkrebs." umwandeln in "Der Brustkrebs hat Angst vor mir."


Alles, was dem Gefühl von Unsicherheit entgegenwirkt oder die Bedeutung der ängstigenden Situation verringert, kann die Angst erträglicher machen. Wir müssen uns dazu aber dennoch mit der Angst beschäftigen um ihr auch entgegenwirken zu können. Dazu können einige Dinge unterstützen.


1. Erinnern an schwierige Situationen, die man schon erfolgreich durchgestanden hat - dadurch wird das Gefühl für die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten und die eigene Kraft gestärkt.


2. Der Angst Ausdruck verleihen: Schreiben, Malen oder mit anderen schöpferischen Mitteln der Angst Gestalt geben kann helfen, sie besser zu verstehen. Gleichzeitig kann dies entlastend wirken.


3. Den erfreulichen Seiten des Lebens mehr Gewicht geben – dazu gehört es auch, positive Bilanz zu ziehen: Was ist in meinem Leben sinnvoll, wo kann ich meine besonderen Fähigkeiten einbringen, was macht mir Freude, was sollte ich erweitern und ausbauen? Kann ich mir dabei von anderen helfen lassen?


4. Entspannen: Anspannung ist eine Begleiterscheinung der Angst. Sie lässt sich mit Entspannungsverfahren oder, soweit es die körperliche Verfassung zulässt, mit körperlicher Bewegung (Spazieren gehen, Rad fahren, Schwimmen oder anderer Sport) abbauen. Auch physiotherapeutische Maßnahmen können der Anspannung gezielt entgegenwirken.


Bis Morgen haben Sie also viel zu tun aber ich sehe auch, dass Sie schon gut an den Dingen arbeiten. Wenn auch bisher unbewusst.


Vertrauen Sie sich und zweifeln Sie nicht daran, dass Sie es nicht schaffen könnten.
Erst muss die Kuh ins Dorf um gemolken werden zu können. Sie verstehen was ich meine.


Natürlich kann man Angst nicht ignorieren aber man kann versuchen mit den oben angesprochenen Dingen ihr anderes gegenüber zu treten. Ihre bereits erfolgreicher Kampf sollte Ihnen Mut machen auch wenn Sie Heute älter sind. Schließlich haben Sie mit dem älter werden keine Dinge verlernt sondern im Gegenteil - nur dazugewohnen. In welcher Richtung auch immer.


Und natürlich werde ich auch Ihnen alles drücken was mir zur Verfügung steht.
Herr Glöckner ist glaube ich noch im Urlaub aber wäre er da, würde auch er bestimmt drücken was das Zeug hält.


Was auch immer morgen rauskommt, dass Forum versucht Ihnen zu helfen, soweit es möglich ist. Toi, toi, toi


Katzenauge

  • (105 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Danke für Ihre stärkenden Worte - ja, ich kämpfe.
Und in meinem Unterbewußtsein ist dieses "Du hast es doch schon einmal geschafft".
War gerade bei meiner Kosmetikerin und bin bei der Massage fast eingeschlafen - es entkrampft sich gerade etwas in mir!
Auch Dank Ihres Briefes.
Ich möchte mich morgen noch einmal melden!
Schön, daß Sie gibt!
Malawi
(Schließlich ist dies ja ein Kampffisch (Barsch) aus den malawischen Seen in Südafrika. Diesen Namen benutze ich schon viele Jahre - vielleicht habe ich mir diesen Namen ja unbewußt ausgesucht und es ist ein gutes Zeichen!)

  • (94 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Hallo laughing smiley ,


es ist schön, dass Sie Entspannung finden.


In Bezug auf den Kampf gegen Erkrankungen und Ängste ist es perfekt ein Malawi zu sein wink smiley
Ich persönlich möchte aber einem solchen in echt nicht begegnen baring teeth smiley


Zeigen Sie jedwedem Zweifel die Zähne des Kampffisches.


Oft denken wir etwas unbewusstes zu tun, was sich später aber als durchaus bewusst rausstellt. Warum ist das so?
Weil wir häufig erst später eine Antwort auf ein zweifelndes "warum?" erhalten. Erst wenn wir "verstehen" wird etwas unbewusstes oft bewusst.


Katzenauge

  • (197 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Jetzt sitze ich mit zitternden Händen hier und weiß, dass meine Angst berechtigt war -1 1/2 cm ist der Teufel in meiner Brust und böse - mein Kopf ist leer und in meiner Tasche liegt der erste Schritt - meine Krankenhauseinweisung zur OP. Morgen ein Gespräch mit dem Radiologen. Mein Kopf ist total leer - ich bin wie betäubt. Der Kampffisch zittert!
Malawi

  • (121 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Hallo liebe Malawi,


ich bedauere es sehr, dass das Ergebnis nun doch so ausgefallen ist.
Trotz der Situation dürfen Sie nicht aufhören die Hoffnung zu verlieren. Nur wer schwimmt, kann auch nicht untergehen.
Glauben Sie ja nicht, dass sich das so einfach daher sagt, wie man es vielleicht zu lesen vermag. Versuchen Sie diese Situation als eine Herausforderung zu sehen!
So können wir lernen eine Erkrankung zu akzeptieren und damit eher lernen umzugehen, als wenn wir ihr mit Wut, Zorn und Hass begegnen.


Vergessen Sie nicht die bereits genannten Punkte, die Ihnen auch weiter die Angst lindern können. Es ist ganz wichtig an sich zu glauben!


Haben Sie außerhalb des Forums nahestehende Personen, die Sie unterstützen und an die Sie sich anlehnen können?
Wenn nein, so können Ihnen auch Krebsberatungsstellen zur Seite stehen und Sie auch gemeinsam die nächste Zeit begleiten.
Auch hier im Forum gibt es viele, die sich gegenseitig unterstützen.


Ich wünsche Ihnen viel Kraft für die kommende Zeit und hoffe das die Operation und Therapie positiv verlaufen wird.


Katzenauge

  • (129 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Liebes Katzenauge,
meine Ohnmacht legt sich langsam.
Gerade denke ich an unsere erste Mail, ich weiß woran ich glaube: Ich habe diesen Kampf schon einmal gut überstanden!
Jetzt muß ich es noch einmal schaffen!
Und ich denke auch an Ihre Worte: Der Krebs muß Angst vor mir haben!


Zum Glück habe ich einen sehr lieben Mann (wir sind in diesem Jahr 20 Jahre verheiratet) und eine große Familie (wir waren 4 Geschwister) und wir verstehen uns!


Trotzdem werde ich wohl dieses Forum brauchen! Ihre bisherigen Antwort-Mails haben mir gut getan!


Danke für Ihre Worte!


Malawi

  • (111 mal gelesen)
  • Status: Med-As SternSternSternSternStern

Liebe Malawi,


wenn ich eines vorweg nehmen darf > Sie sind eine bewundernswerte und starke Frau!
Und gerade deswegen muss der Krebs sich vor Ihnen auch in Acht nehmen wink smiley
Zeigen Sie ihm, was eine Hake ist!


Malawi, Sie müssen mir nicht danken. Was ich an Hilfe zu leisten vermag, kommt von Herzen und ist auch selbstverständlich. Ein Patentrezept aber habe ich leider auch nicht immer parat.


Ich finde es wichtig, dass erkrankte Menschen auch füreinander da sind. Ganz egal an welcher Erkrankung jemand leidet. Sind es doch gerade die Kranken, die genau wissen was der andere durchmacht. Kein Sorge also, ich lerne auch sehr viel von Ihren Worten. smiling smiley


Es freut mich sehr, dass Sie einen liebevollen Mann an Ihrer Seite haben. Das ist sehr wichtig und wird Ihnen zusätzlichen Halt und Kraft für den Kampf geben. Auch die übrigen Familienmitglieder werden Ihnen sicher zur Seite stehen. Vielleicht können sich diese auch um Ihren Mann kümmern. Männer neigen dazu ihre Gefühle meist mit sich selbst auszumachen. Für ihn ist es mit Sicherheit auch nicht einfach und er braucht auch ab und an eine Ablenkung um für sich selbst auch wieder auftanken zu können. Gegenseitiger Trost aber auch gegenseitige Ablenkung und Freiraum dürfen hier nicht in Vergessenheit geraten.
Aber wem erzähle ich das? Nach 20 Ehejahren wissen Sie das tausend mal besser als ich ……. baring teeth smiley


Melden Sie sich hier im Forum, wann immer Ihnen danach ist.


Liebe Grüsse


Katzenauge

  • (107 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Liebes Katzenauge,
erst einmal tun mir Ihre Worte richtig gut!
Gestern war ein Gespräch mit meinem Radiologen.
Es gibt außer dem Tumor noch ein Problem.
"Zweitkrebserkrankungen - Spätschäden im Brustgewebe"
Ich zitiere mal aus dem Internet:
"Junge Frauen, die wegen eines Lymphoms eine umfangreiche Bestrahlung des Brustkorbs erhalten hatte, eine so genannte Mantelfeldbestrahlung, tragen ein höheres Brustkrebsrisiko."
(Die Bestrahlungsverfahren waren einfach damals noch nicht so präzise und damit belastender - aber dafür hat man mir damals einfach mal das Leben gerettet! )
Jetzt kann es bei einer erneuten Bestrahlung zu Verhärtungen, Schmerzen oder anderen Komplikationen kommen.
Er hat es nicht so direkt ausgesprochen, jedoch habe ich meine Hausaufgaben gemacht - er brachte mich zur Tür und sagte mir: er wolle mich bitte, bitte nicht unter seiner Kanone sehen.
D.h. - keine brusterhaltende OP,
sondern die 2. Möglichkeit.
Vom Kopf her weiß ich, daß ich ein starkes Sicherheitsbedüfnis habe, ich bin fast 50 Jahre, Narben habe ich genug und eigentlich muß ich jetzt nur noch gewinnen.
Montag werde ich meine Entscheidung mitteilen!
Mein Mann ist natürlich schon geschockt.
Seine Frau mit nur 1 Brust. Wir sind beide durcheinander!
Meine Freundin hat sofort gemeint, ich nähe Dir für unseren Badesee ein ganz schickes Bustier.
Soll ich mich jetzt freuen oder heulen - ich mache gerade Beides!
Heulen hilft machmal ein wenig!
Es ist verdammt schwer jetzt so das Richtige zu denken! Aber ich glaube - ich entscheide richtig - wenn es nämlich bei der
1. Möglichkeit schief geht - wird mir die Brust sowieso entfernt - nach einer langen Quälerei.
Und bei der 2. Möglichkeit habe ich gute Chancen (sagt mein Radiologe). Wenn nicht - muß es auch weiter gehen!
Malawi


Ich möchte mich gerne Montag wieder melden. Denn jetzt beim Schreiben habe ich meinen Entschluß selber stark gemacht.

  • (104 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo liebes Katzenauge,
wie werden eigentlich heute die Lymphknoten getestet?
Vor 30 Jahren hat man mir die Fußrücken aufgeschnitten und ich wurde an eine Maschine angeschlossen, die mir dann das Kontrastmittel in den Körper gepumpt hat. Die blaue Verfärbung ging relativ schnell wieder weg, jedoch konnte ich monatelang nicht richtig laufen (und es war Winter), ich kam in keinen Schuh rein! Also Sandalen im Winter - teilweise hat mein starker Vater mich immer vom Auto in die Klinik getragen. Wie ist es heute. Gibt es da (hoffentlich) andere Verfahren?
Ich habe es noch als "Lymphografie" in Erinnerung!
Malawi

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