Startseite > Foren > Forum Augenheilkunde > Netzhautablösung durch Medikament?
Sehr geehrte Frau Dr. Liekfeld,
vor zweieinhalb Wochen wurde an meinem rechten Auge ein sog. Netzhaut-Riesenriß, Blutungen in den Glaskörper sowie eine Netzhautablösung diagnostiziert und anschließend unmittelbar operativ behandelt (Wiederanlage der Netzhaut, Implantierung eines Silikonrings und Silikonölbefüllung des Glaskörpers).
Neben den Sorgen um die momentan noch ungewisse künftige Sehstärke des betreffenden Auges beschäftigt mich seitdem ständig die Frage, wodurch der Netzhautriß und die Ablösung verursacht worden sein könnten. Ich zähle zwar – insbesondere bedingt durch ursprünglich relativ starke Kurzsichtigkeit – diesbezüglich zu den Risikopersonen, doch wurde meine Netzhaut bereits vor Jahren (1989 bis 1992) mehrfach „vorsorglich“ gelasert. Seitdem war ich regelmäßig zwecks laufender Netzhautuntersuchung in augenärztlicher Behandlung, wobei sich der Netzhautzustand in der Zwischenzeit „stabilisiert“ zu haben schien.
Die ursprüngliche Kurzsichtigkeit (rechts etwa –9,25 Dioptrien, links etwa –6,5 Dioptrien) wurde Ende 2001 durch LASIK erfolgreich (d.h. praktisch auf Null) korrigiert. Am rechten Auge war zusätzlich im Frühjahr 2003 eine operative Behandlung eines Kern-Katarakts erforderlich (Einsetzen einer beweglichen Kunstlinse), einige Monate später außerdem die Behandlung eines Nachstars (Behandlung durch YAG-Laser).
Die erwähnte Star-OP wird zwar häufig pauschal als bedeutender Risikofaktor für eine nachfolgende Netzhautablösung genannt, doch beschäftigt mich die Frage, ob ich in meinem Fall (unwissentlich) das Risiko durch Medikamente eventuell entscheidend erhöht haben könnte. Es handelt sich um die Augentropfen „Pino-Stulln 0,25% UD“ (Wirkstoff Pilocarpinhydrochlorid), die ich auf Anweisung meines Augenarztes angewendet habe (ein Tropfen jeweils morgens und abends).
Die Tropfen sollten dazu dienen, die Pupille zu verengen, um die Ursache des meinerseits im letzten Quartal des vergangenen Jahres bemerkte erhöhte Blendempfindlichkeit des rechten Auges eingrenzen zu können. Vorangegangen waren bereits Versuche mit Tropfen zur Weitstellung des Auges, die jedoch keine Erfolge gebracht hatten. Die „Pino-Stulln“-Tropfen wurden bewußt zum Einsatz gebracht, obwohl deren Wirkungszweck eigentlich die Glaukom-Behandlung ist.
Was mich ex-post besonders besorgt, ist die Tatsache, dass die Netzhautablösung 10 Tage nach Beginn der Pino-Stulln-Anwendung aufgetreten ist. Zunächst hätte ich unwillkürlich den Zusammenhang zwischen „simplen“ Augentropfen und der Netzhautablösung ausgeschlossen, doch weist der Begleitzettel des Medikaments ausdrücklich auf „die Gefahr einer Netzhautablösung in seltenen Fällen“ hin(!)
Könnte es sein, dass die Augentropfen das „Druckgleichgewicht“ im Auge so stark verändert haben, dass die Netzhaut sich ablösen und reißen konnte?
Ich wäre Ihnen für Ihre Information sehr dankbar!
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
Hallo Rolf,
wenn man die Augentropfen verantwortlich macht, dann eher durch eine Zugwirkung auf die äußere Netzhaut. Ob diese Tropfen auch eine Rolle gespielt haben, ist eher spekulativ. Bei Ihnen kommen einige Risikofaktoren (Kurzsichtigkeit, Operation, Laserung) zusammen, die das Risiko für eine Netzhautablösung deutlich erhöhen und vermutlich eine größere Rolle spielen.
Alles Gute für Ihr Auge,
mit freundlichen Grüßen,
Dr. A. Liekfeld.
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 31.01.05 16:08 | RoJo | |
| 31.01.05 22:03 | Liekfeld. |
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