Startseite > Foren > Forum Augenheilkunde > Bild springt bei Müdigkeit
Ich bin 39 Jahre alt. Seit einigen Wochen habe ich ein Problem, das mir sehr zu schaffen macht. Vielleicht ist alles auch nur ganz harmlos und normal, aber es ist mir noch nie vorher aufgefallen.
Tagsüber trage ich eine Brille. Vor dem Schlafengehen nehme ich die Brille natürlich ab. Nun kommt es immer wieder vor, dass ein Gegenstand, auf den ich zufällig schaue, sich plötzlich zu bewegen scheint. Es ist keine wirkliche Bewegung, nur ein ganz kurzes, schwaches Hin- und Herschwanken für den Bruchteil einer Sekunde. Es geht so schnell, dass ich fast unsicher bin, ob ich überhaupt etwas "gesehen" habe. Wenn ich dann "richtig" hingucke, sieht alles ganz normal ausl.
Diese Vorfälle ereignen sich fast immer, wenn ich sehr müde bin, oft direkt vor dem Einschlafen. Ich bekomme dann immer einen großen Schreck, fahre hoch und traue mich kaum, weiterzuschlafen. Einmal war es sogar der Türgriff, der sich bewegt zu haben schien, obwohl ich wusste, dass das gar nicht sein konnte.
Weiter muss ich sagen, dass ich in den letzten Monaten sowieso sehr schlecht schlafe. Aufgrund psychischer Ursachen (mein Mann starb vor einem Jahr) bin ich abends immer sehr aufgedreht, gleichzeitig aber auch sehr müde.
Liegt das Ganze vielleicht einfach daran, dass das Gehirn manchmal ein Auge für kurze Zeit abschaltet (habe ich einmal irgendwo gelesen), so dass das Bild, das ins Gehirn übertragen wird, dann ein wenig anders aussieht als bei normalem Sehen? Ich mus dazu sagen, dass meine Augen sehr unterschiedlich kurzsichtig sind: links 2,0 und rechts 7,0 Dioptrie. Deswegen trage ich die Brille den ganzen Tag.
Oder sind es Koordinationsstörungen im Gehirn? Ich habe auch festgestellt, dass ich Geräusche räumlich nicht mehr so gut zuordnen kann wie früher.
Alle diese Erscheinungen traten erst ein paar Monate nach dem Tod meines Mannes auf.


Hallo,
vielleicht ist es der Beginn von Doppelbildern. Gerade bei Müdigkeit traten diese bei mir anfangs verstärkt auf. Ich kann das Doppelbild z. B. morgens zum Originalbild mit einer Augenbewegung zurückziehen. Ich nehme an, dies machst Du auch unbewusst. Deshalb meinst Du, dass das Bild sich bewegt.
Wir sehen mit jedem der zwei Augen ein getrenntes Bild. Im Gehirn werden diese 2 Bilder zu einem Bild vereint. Wenn das nicht mehr funktioniert, entstehen Doppelbilder.
Im Internet ist immer wieder zu lesen, dass seelische Krisen dieses Schielen auslösen kann. Ich hatte zu Beginn meiner Doppelbilder auch einen Todesfall in der Familie. Ich hatte zwar als Kind geschielt, dann aber 33 Jahre nicht mehr.
Versuche Stress zu vermeiden. Ist nicht immer leicht.
Bei mir werden die Doppelbilder seit 3 Jahren laufend schlimmer. Vor allem habe ich Probleme beim Lesen. Ohne Prismenbrille geht ab Mittag leider nichts mehr.
Alles Gute - Sabine
Hallo,
im Prinzip kann es so sein, wie Sie schon selber erklärt haben: Es wechseln die Augen und nicht beide schauen zusammen. Dabei entstehen Bilder an etwas unterschiedlicher Stelle und auch etwas unterschiedlich große Bilder (aufgrund der unterschiedlichen Brillenstärke). Dass die beiden Augen so unterschiedlich sind, macht es dem Gehirn umso schwerer, mit beiden gleichzeitig zu sehen. Daher passiert Ihnen das bei Müdigkeit besonders leicht.
Ich denke, Sie müssen sich keine ernsthaften Sorgen machen.
Mit freundlichen Grüßen,
Priv.-Doz. Dr. A. Liekfeld.
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 16.06.07 11:40 | Heidelange | |
| 16.06.07 19:26 | prisma11 | |
| 19.06.07 11:51 | Liekfeld. |
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