Startseite > Foren > Forum Augenheilkunde > Amblyopie - Tochter 2 1/2 Jahre
Hallo,
bei meiner Tochter wurde vor einem Monat eine Amblyopie festgestellt. Sie bekam sofort eine Brille, die sie immer trägt. Nun waren wir beim Augenarzt (Sehschule) zur Nachkontrolle. Eine minimale Verbesserung lag vor. Wir müssen das gesunde Auge für 3 Stunden am Tag abkleben.
Nun meine Frage, warum wird der Sehtest mit Brille gemacht. Meine Überlegung ist, wenn das Auge wieder gut ist und sie ihre starke Brille trägt, sieht sie ja wieder verschlechtert. Und wenn sie die Brille trägt beim Sehtest und sieht schlecht, dann sind wahrscheinlich die Gläser zu schwach, denn mit Brille müsste sie ja alles klar u. deutlich sehn.
Ich bitte um eine Antwort, würd ihr eigentlich das Abkleben ersparen. Vielen Dank!
Guten Tag,
das Merkmal einer Amblyopie (Schwachsichtigkeit) ist gerade, dass trotz bester Korrektur (also mit einer optimal vermessenen Brille) eine volle Sehkraft nicht erreicht wird. Im Kleinkind-Alter kann man diesen Zustand noch verbessern, indem man dieses Auge (durch Abdecken des besseren Auges) fördert. Daher ist das Abdecken sehr wichtig, wenn das Auge verbessert werden soll. In späteren Jahren kann man eine Verbesserung nicht mehr erreichen.
Mit freundlichen Grüßen,
PRiv.-Doz. Dr. A. Liekfeld.


Das Abkleben (Okklusion) ersetzt niemals das Tragen einer Brille (und umgekehrt)! Lediglich in der richtigen Kombination ist die Behandlung sinnvoll und erfolgreich. Das Abkleben hat auch keinerlei Auswirkungen auf die Stärke einer Brille (also auf das Ausmaß einer Fehlsichtigkeit). Im Laufe der Entwicklung Ihres Kindes wird sich immer einmal wieder etwas an den optischen Verhältnissen der Augen verändern. Das liegt in der Natur der Sache (Wachstum). Dies wird aber in jedem Fall geschehen, egal, ob nun eine Okklusion durchgeführt wird oder nicht. Das macht aber deshalb das Abkleben nicht überflüssig. Vielleicht fällt es Ihnen leichter, wenn Sie das Brilletragen und das Abkleben als zwei voneinander unabhängige Therapiemaßnahmen betrachten. Beide sind notwendig und beide werden den Befunden entsprechend immer wieder einmal modifiziert werden. Aber keine kann ein Ersatz für die jeweils andere Behandlung sein. Es ist deshalb auch ganz und gar nicht ratsam, die Pflasterbehandlung abzusetzen. Die Einbußen an der Sehschärfe des schlechteren Auges können später niemals wieder korrigiert werden. Ein (momentan) 3-stündiges Zukleben ist dagegen eine vergleichsweise geringe Belastung. Lassen Sie Ihre Tochter dabei fernsehen oder malen (selbst ein Gameboy ist sinnvoll), dann trainiert sie das schlechtere Auge und muß nicht mit dem Pflaster vielleicht draussen herumlaufen.
Guten Tag Herr Dr. Liekfeld, mein Sohn ist 4 1/2 und bei ihm wurde heute links eine Weitsichtigkeit von +4,5 und rechts +1,0 diagnostiziert. Die Werte wurden nur mittels der Erweiterungstropfen ermessen. Die verordneten Brillengläser bekamen die selben Werte. Die Ärztin behauptete, ein Abkleben des rechten Auges hätte keinen Sinn mehr. Hat sie Recht? Ist mein Sohn zu alt? Könnte eine regelmäßige Sehschule eine Verbesserung erzielen? Würde es helfen, wenn die Gläser schwächer wären als die tatsächliche Dioptrinstärke, um die Augen zu fordern? Vielen herzlichen Dank Angi


Ja, es macht Sinn! Eine Verbbessserung der Sehschärfe ist in der Regel absolut möglich.
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 06.08.09 21:51 | wittensoellner | |
| 08.08.09 12:53 | Liekfeld. | |
| 30.12.09 01:30 | Angi26 | |
| 09.08.09 10:45 | strabologe | |
| 30.12.09 01:36 | Angi26 | |
| 02.01.10 10:39 | strabologe |
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