Startseite > Foren > Forum Arzneimittel & Arzneitherapie > Paradoxe Reaktion = Vomex, MCP ...
Ich benötige dringend einen Rat und hoffe auf diesem Weg Hilfe zu bekommen.
Ich leide unter einer starken Unverträglichkeit gegenüber Medikamenten die für Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden. Angefangen hat es mit MCP Tropfen, die ich eingenommen habe, als ich vor mehreren Jahren einen starken Magen-Darm Infekt hatte. Wochen danach hatte ich noch mit Übelkeit zu kämpfen, sodass ich zu den Tropfen griff. Die erste Einnahme von 20 Tropfen war begleitet von starker Unruhe, Herzrasem und schrecklicher Übelkeit, was ich aber nicht mit dem Medikament in Verbindung gebracht habe, die Nebenwirkungen hatte ich mir nicht durchgelesen. Die zweite Einnahme, einige Stunden später wurde der reinste Horrortrip... ich konnte nicht mehr still sitzen, bin stundenlang auf und ab in meiner Wohnung herumgelaufen, mein Herz hat so intensiv und schnell geschlagen, dass ich dachte verrückt zu werden, ich musste mich teilweise übergeben und habe gekrampft... eine komplette Besserung ist erst nach zwei Tagen eingetreten. Ich habe die ganze Geschichte mit meinem Arzt besprochen und er hat mir zu einem späteren Zeitpunkt gegen Übelkeit und Erbrechen Vomex angeraten. Hier nun die selbe Geschichte und Reaktionen... die Zustände unter beiden Medikamenten waren so massiv und schlimm, dass ich regelrechte Angstzstände dadurch entwickelt habe.
Ich habe die letzten Jahre einfach alles gemieden, was mit Medikamenten zutun hatte, die gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden..... nun habe ich jedoch ein Problem:
Seit einiger Zeit leide ich unter einem Reizdarm und teilweise einer Lebensmittelunverträglichkeit (wird gerad alles noch getestet)... damit verbunden kommt es sehr häufig zu starker Übelkeit, die mich extrem schafft und es mir auch nicht möglich macht zu arbeiten, weil ich mit Brechreiz über der Toilette "hänge"... ich sehne mich in dem Momenten nach irgend einem Mittel, was gegen diese Symptome wirkt, weiß aber, dass ich MCP und Vomex natürlich nie wieder einehmen kann und werde. Homöopathische Mittel wie Nux Vomica oder Ingwer Kapseln, bringen leider gar nichts.... Meine Frage daher, gibt es irgend ein gut wirksames Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen, was ich vertragen könnte und anders wirkt, als Vomex und MCP? Ich bin wirklich verzweifelt und wäre über eine Antwort sehr glücklich.


Hallo Kaya,
Sie fragen nach den verschiedenen Arzneigruppen, die als Antiemetika, also Medikamente gegen Übelkeit/Erbrechen wirksam sind:
* Dopaminantagonisten (dazu gehören MCP, Domperidon) scheiden für Sie aus. Ebenso
*Antihistaminika (Vomex) /Anticholinergika
* Pflanzliche Inhaltsstoffe (Ingwer): vielleicht einen Versuch wert.
*Serotoninantagoisten am 5-HT-Rezeptor (sie werden in der Chemotherapie/Anästhesie eingesetzt: z. B. das Onansetron). Ebenso die neueren
*Neurokinin-Antagonisten (Aprepitant).
Außerdem werden auch Glucocorticoide erfolgreich eingesetzt.
Das sind m. E. die Substanzgruppen, die z. Z. Verwendung finden.
Gruß
---MarcEN---
Erstmal vielen Dank für Ihre Antwort...
Die von Ihnen aufgelisteten Medikamente werden ja sicherlich nicht bei herkömmlicher Übelkeit verschrieben, oder?
Kennen Sie Domperidon und wissen zufälllig welcher Wirkstoff das behinhaltet... könnte das auch etwas für mich sein?
Bin wirklich verzweifelt, da ich momentan schon wieder unter starker Übelkeit leide :-(


Hallo Kaya,
ich stimme Ihnen zu: bei "herkömmlicher Übelkeit" werden die Wirkstoffe in der Regel nicht verordnet: ich denke aber, daß bei Ihnen schon auch Mittel der zweiten Wahl gerechtfertigt sind.
Zu Ihrer Frage: ja - Domperidon (das ist der Wirkstoff, im Handel z. B. als Motilium) gehört - wie die Neuroleptika oder auch MCP - zu den Dopaminantagonisten. Theoretisch wären auch hier ZNS-Nebenwirkungen möglich. Sie treten in der Praxis aber kaum auf, da die Substanz die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet. Sie hat eine hohe Affinität zum Magen-Darmtrakt.
Selstverständlich müssen mögliche Interaktionen mit anderen Medikamenten und mögliche Nebenwirkungen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Gruß
---MarcEN----
Vielen Dank für Ihre Antwort...
Heute bin ich schon wieder am verzweifeln, da mir schubweise so schrecklich übel ist. Ich habe schon so eine Panik davor, dass ich regelrechte Angstzustände bekomme. Sofern ich es nächste Woche beruflich schaffe, werde ich meinem Hausarzt mal einen Besuch abstatten und mich erkundigen, was machbar ist...
Habe heute Ingwer Tabletten genommen, jedoch ohne Erfolg :-(
Habe große Hoffnung in das Medikament Domperidon gesetzt, in Ihrem Beitrag allerdings völlig überlesen, dass es ähnlich wirkt wie MCP. Ich habe mich dann auf dieser Seite nochmal schlau gelesen, allerdings kaum Nebenwirkungen gefunden. Bei MCP sowie Vomex stehen ganz klar "paradoxe Reaktionen und Angstzustände", dass wird bei Domperidon nicht vermerkt.
Können Sie mir vielleicht noch beantworten, ob es der selbe Wirkstoff ist? Nein, oder...denn MCP ist ja Metoclopramid und bei Domperidon ist es Domperdion...ist das dennoch das selbe?
Ganz herzlichen Dank


Hallo Kaya,
wie ich schon sagte: im Unterschied zu den anderen Substanzen überwindet das Domperidon die Blut-Hirn-Schranke nicht. Daraus resultiert, daß zentralnervöse Nebenwirkung so gut wie ausgeschlossen sind.
Schönen Sonntag
...MarcEN---
Jetzt muss ich doch nochmal schreiben...
Habe nun gerade gelesen, dass Domperidon ebenfalls "extrapyramidale Bewegungsstörungen" hervorrufen kann, dass ist ja sicher das selbe, wie paradoxe Reaktionen, oder? Oh man :-(
Sie sagen, dass es nicht auf die Gehirnebene wirkt, wie ist das zu verstehen?
Lieben Gruß




Hallo Kaya,
auch wenn Domperidon die B-H-Schranke nicht durchdringt, kann es an anderen Dopaminrezeptoren wirken, was nun ja mal erwünscht ist. So kann es auch, wie ander Medis ebenfalls, eine Zeitspanne beim Herz verändern. Lese ich aber den BPZ dann stehen extrapyramidale NWs als sehr selten da. Gut muss in deinem Fall ja nichts bedeuten, sehr selten kann auf dich zutreffen. Jedoch sollte man es versuchen. Der Umstand das es doch vorkommen kann ist dain begründet, dass es dennoch die Schranke überwinden kann, weil irgendwelche Mißbildungen dort vorhanden sind.
Wenn alles nichts hilft, dann wäre noch die Option mit Neuroleptika(Prothazin, Atosil,Levomepromazin) zu versuchen. Leider machen diese alle mehr oder weniger müde.
Ob es in deinem Fall Sinn macht die sehr teuren 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten auszuprobieren, kann nur dein Doc sagen. Er kennt die genaue Ursache deiner Störung. Denn soweit mir bekannt wirken diese Mittel nur bei exogenen Ursachen wie Strahlentherapie, OP oder Chemotherapie.
Sei ganz lieb gegrüßt und trotz Allem einen schönen Advent!
LaSa
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 30.11.11 11:45 | kaya1981 | |
| 01.12.11 15:12 | MarcEN | |
| 01.12.11 22:06 | kaya1981 | |
| 02.12.11 12:45 | MarcEN | |
| 03.12.11 19:20 | kaya1981 | |
| 04.12.11 14:55 | MarcEN | |
| 04.12.11 17:06 | kaya1981 | |
| 09.12.11 20:37 | Labersack |
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