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Sehr geehrte Frau Pippping
In der Zwischenzeit hat meine Mutter das Medikament KC1 retard abgesetzt. Seit längerer Zeit wird sie aber von ganz schlimmen Schwindelanfällen geplagt. Ich frage mich nun, ob ev. das Moduretic daran schuld ist. Sie hat einen eher niedrigen Blutdruck, das Moduretic muss sie gegen Wasseransammlungen nehmen. Dazu kommt eben noch das Digoxin. Zudem nimmt sie am Abend täglich ein Temesta. Was halten Sie von dieser Kombination? Danke für Ihre Antwort. MfG Frau V. Widmer, Schweiz
Bei gleichzeitiger Behandlung mit herzwirksamen Glykosiden (Digoxin) ist zu beachten, dass bei einer sich unter der Moduretik Therapie entwickelnden Hypokaliämie und/oder Hypomagnesiämie die Empfindlichkeit des Herzmuskels gegenüber herzwirksamen Glykosiden erhöht ist und die Wirkungen und Nebenwirkungen der herzwirksamen Glykoside entsprechend verstärkt werden.
Durch den Wirkstoff Amiloridhydrochlorid kann die Wirkung von herzwirksamen Glykosiden aber auch herabgesetzt sein.
Die Wirkungsverstärkung kann bis zu einer Vergiftung mit dem Herzglykosid führen.
Die beginnende Digoxin Vergiftung wird durch folgende Symptomatik angezeigt:
Magen Darm Beschwerden,
Herzrhythmusstörungen,
Schwindel, Müdigkeit, Farbensehen und Sehfeldausfälle.
Als wichtigste Maßnahme muss der Kaliumspiegel überwacht werden.
Hallo Frau Widmer,
entschuldigen Sie bitte meine späte Antwort.
Ja, die Schwindelanfälle könnten von Moduretik sein, vor allem, wenn Sie vorher nie aufgetreten sind (zu niedriger Blutdruck kann auch Schwindelgefühle verursachen).
Für einen der beiden Wirkstoffe von Moduretik (Amilorid) ist Schwindel als häufige Nebenwirkung beschrieben worden, häufig bedeutet bei mehr als 1% der Patienten.
Bitte sprechen Sie das auf jeden Fall beim Arzt an. Ggf. könnte er auch auf ein anderes Dirueticum ausweichen.
Wechselwirkungen mit Temesta sind nicht zu erwarten. Es sollte aber nur kurzfristig genommen werden, da es ein sehr hohes Abhängigkeispotential mit Entzugssymptomen schon nach kurzer Zeit besitzt.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Heike Pipping
"Es sollte aber nur kurzfristig genommen werden, da es ein sehr hohes Abhängigkeispotential mit Entzugssymptomen schon nach kurzer Zeit besitzt."
Bei akuten Erkrankungen sollte die Anwendung
von Temesta (Lorazepam) auf Einzelgaben oder
wenige Tage beschränkt werden.
Bei chronischen Krankheiten richtet sich die Dauer der
Anwendung nach dem Verlauf !!!
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 10.01.05 16:56 | Simba | |
| 10.01.05 17:28 | minimi | |
| 10.01.05 18:00 | Dr. Pipping | |
| 10.01.05 18:30 | minimi |
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