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Forum: Alzheimer

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  • (4012 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo,


Ich habe eine Tante die 75 Jahre alt und alleinstehend ist. Sie lebt mit uns im Haus, hat aber Ihre eigene Wohnung. Vor ungefähr 3 Jahren fing sie an Auffällig zu werden.


Es fing an damit dass sie innerhalb weniger monate mehrfach ihren schlüssel verlegte und dann andere beschuldigte ihn entwendet zu haben. letztendlich tauchte ihr schlüssel dann entweder in ihrer einkaufstasche oder in ihrem auto wieder auf.


soweit dachten wir uns noch nichts all zu sehr dabei. dann fing es damit an, dass sie Dinge aus dem aktuellen Alltag erzählte die niemals geschehen sind oder zb.dinge immer wieder erzählt an 4 aufeinander folgenden tagen.


zudem hat sie sich dann immer mehr zurück gezogen. sie reiste jedes jahr in ferne länder, nun mag sie nicht mal mehr urlaub bei verwandten in deutschland machen oder allgemein an irgendwelchen aktivitäten teilnehmen. sie isoliert sich sozusagen.


Sie verlässt das haus nur ein mal am tag um 10 minuten mit ihrem hund spazieren zu gehen. vor 3 jahren waren es noch 30 bis 60 minuten spaziergänge.zudem besitzt sie ein auto mit dem sie einmal die woche einkaufen fährt. ihre schwester begleitet sie dabei und erzählte uns jetzt schon einige male, dass ihre fahrweise sehr unsicher und mit fehlverhalten verbunden wäre (z.b.öfter rot über die ampel).


letztes jahr dann, sind dinge passiert die uns endgültig zu der überzeugung gebracht haben, dass es Anzeichen einer Demenz sind.


Sie kam eines tages aufgelöst auf uns zu und erzählte, dass die nachbarn ihr, ihre unterwäsche aus dem waschkeller gestohlen hätten. sie behauptete sogar bei nochmal späterer erzählung sie hätte nachts gestalten draussen im garten gesehen.


das problem hierbei ist nur, dass die nachbarn im urlaub waren an besagtem zeitpunkt und auch sonst hätte diese geschichte nicht gerade hand und fuß gefunden.


dann ende letzten jahres machte sie eine anzeige bei der polizei, weil ihr geld auf dem konto fehlte. es wurden einige male größere summen geld abgehoben.


nach einigen wochen dann begleitete sie ein verwandter zur polizei um sich das videomaterial der überwachung anzuschauen...


und an den besagten mehreren malen, war nur ihre person auf dem video zu sehen. sie konnte sich nicht mehr daran erinnern. tat es aber ab und bat den verwandten niemanden der familie davon zu erzählen.


ihr äußeres erscheinungsbild wirkt nicht mehr gepflegt und um die hygiene kümmert sie sich auch nicht mehr so. es kam schon vor dass sie 6 wochen lang keine wäsche mehr in die waschmaschine tat oder einige male dass die waschmaschine ohne waser lief oder überhaupt nicht gewaschen und schmutzig aufgehängt wurde..


Sie leidet an Diabetis seit einigen Jahren und nun habe ich den Verdacht, dass sie nicht so ganz den anweisungen des arztes folgt, was sich auch bestätigt hat, sie hat einige termine nicht wahrgenommen in denen sie zu einer diabetesschulung gemusst hätte. der arzt hat mich darüber in kenntnis gesetzt. und auch er bemerkt auffälligkeiten an ihr.


das problem ist, dass sie auf eine konfrontation mit der Krankheit äußerst Agressiv reagiert. Sie wiederholt immer wieder, dass sie bei klarem Verstand sei. kontakt mit anderen menschen um ihren geist anzuregen zb. durch kirchengemeinschaften möchte sie auch nicht, ihre antwort darauf ist "was soll ich bei den ganzen alten Rentnern".


Ich verstehe, dass kein Mensch gerne eingestehen möchte dass mit ihm was geschieht, worüber er keine kontrolle hat, ich verstehe dass es angst macht, aber wenn sie jetzt nichts dagegen tut, dann wird es schnell schlimmer werden.


Meine Frage ist, wie kann man einem Menschen helfen der sich nicht helfen lassen möchte und der punkt unzurechnungsfähig hier im moment noch weg fällt.


vielleicht weiss jemand rat.



lg

Antworten zu diesem Thema:

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  • (299 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo Leona,



Über Ansichten lässt sich streiten. Ich mute anderen Menschen nichts zu, was ich mir selbst nicht auch zumuten würde.



Und entgegen Ihrer Meinung halte Ich es für sehr wichtig einem Menschen begreiflich zu machen was mit ihm geschieht und was man dagegen tun kann - selbst wenn es sich um eine unheilbare krankheit handelt. Ab einem gewissen Punkt und je nach Menschen sollte man das natürlich nicht tun. Ich habe mir vorgenommen nicht mehr darüber mit ihr zu reden. es ist nun einige male besprochen worden und sie weiss es. alles was jetzt kommt sind die bewältigungsphasen, in der wir die gesamte familie da sind.


Ich habe ihr übrigens nicht vor Augen gehalten wie Krank sie doch ist und was sie nicht mehr alles darf, sondern erklärt was alzheimer ist und zwar etwas vor dem erstens nicht resignieren braucht und zweitens etwas wofür man sich nicht schämen braucht, aber eben auch bestimmte dinge umstellen muss.


Ich habe ihr erklärt, dass Sie mit Medikamenten eine deutliche Besserung spüren wird und diese auch über einen längeren Zeitraum erhalten bleibt.


Natürlich bekommt man Angst, Depressionen und alles erscheint einem sinnlos, das braucht mir niemand nahezulegen. ich habe zwar noch kein Alzheimer, aber dafür eine Handicap mit dem ich ein leben lang leben muss.


zu mir ist auch kein arzt gekommen und hat gesagt Frau X, fahren sie ruhig auto. da passiert nix. keine gefahr für sie selbst oder für andere. im gegenteil. ich habe sätze zu hören bekommen wie "wenn sie die kontrolle über den 2 tonner verlieren und gegen nen pfeiler fahren ist das kein spass".


das sind krasse sätze. und man ist auch am boden zerstört. aber es hilft die augen zu öffnen und aktiv zu werden.


Und so ist es auch mit meiner Tante. Ich bin momentan verdammt wütend auf die Situation und äussere mich abfällig über Ärzte, über meine Tante und die gesamte situation. natürlich ist das nicht inordnung, aber es ist menschlich und irgendwo vielleicht auch nachvollziehbar.ich darf und werde es nicht nochmal meiner tante gegenüber zeigen.


ich kann mit meiner tante nicht zum arzt gehen und ihr erzählen dass wir wegen einer grippeimpfung hingehen.


ich kann sie nicht von ärzten durchchecken lassen und ihr erzählen, dass das nur ne routineuntersuchung ist oder ne forschungumfrage. sie kann sich vieles nicht mehr merken, weil sie es nicht speichern kann, aber "verblödet" ist sie noch nicht.


der erste mensch der sie damit konfrontiert hat war der hausarzt.


daraufhin hab ich erst mit ihr über dieses thema geredet und auch immer wieder betont dass es gut ist diese ganzen schritte zu gehen.


der nächste mensch der sie dann mit alzheimer konfrontiert hat war der neurologe.
Und was Ihre Aussage betrifft bezüglich der Tests, so habe Ich in diesem Forum schon ganz andere Erfahrungen gelesen z.B. im archiv thema "neuropsychologische Tests". ärzte sind auch nur menschen wie du und ich. zwar mit kenntnis über ihr fach, aber nicht unfehlbar und tests können wie selbst schon angemerkt haben auch eine andere auswertung zeigen wenn der befragte nicht bei der sache ist. mit dieser einstellung spart man sich zu hohe oder falsche erwartungen. so sehe ich das jedenfalls für mich. ich zwinge keinem meine ansicht auf. und schon garnicht als laie. wenn das so rüberkommt, bedaure ich es.




Und zu guter letzt reagiert jeder Mensch anders. Ich bin keine psychologin und weit davon entfernt. Aber Ich denke ich kann von mir behaupten genug Auge für details zu haben und Einfühlungsvermögen. selbst wenn das durch meine harten worte anders erscheint.


ich kenne meine tante und weiss wie sie denkt und fühlt. und wenn ich nicht auf ihre person achten würde oder ihre person nicht achten würde, dann hätte ich mich nicht in dieses forum begeben, hätte keine arztbesuche veranlasst und würde ihre hand halten, sondern würde mich einfach zurück lehnen so wie viele andere menschen auch und sagen unheilbar krank ? will sich nicht helfen lassen ? gut, nicht meine sache. und wenn die person dann irgendwann mit dem auto ein mensch tot fährt oder sich selbst ist das sicherlich auch kein problem und durchaus besser mit zu leben als mit der kenntnis seiner krankheit und gegen die er was tun kann - wenn er aktiv wird.



ich werde meine ansicht in dieser hinsicht nicht überdenken. aber ich werde mit meiner tante nicht mehr über das thema reden. ein mensch der krebs hat und nicht mehr geheilt werden kann, möchte schliesslich auch nicht mehr das auch schon so präsente thema vorgehalten bekommen und er kann es auch irgendwann nicht mehr. irgendwann reichts, das ist wahr.



gruß
Rocio

  • (113 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Rocio,


Sie haben ja recht. Aber Leona hat auch recht. Demenzkranke Menschen können anfangs noch vieles begreifen, aber fangen dennoch schon früh an, in einer Art Eigenwelt zu leben. Mein Vater wußte z.B. im Sommer 2007 noch, das er eine Demenz hatte, machte sogar als alter Optimist Scherze darüber. Aber zur gleichen Zeit beharrte er felsenfest darauf, dass ihm wirklich viel gestohlen worden wäre. Das hätte gar nichts mit der Demenz zu tun. Es war weder Mutter noch mir möglich, ihn von diesem Bestehlungswahn abzubringen. Akzeptierte er in vielen Bereiche noch logische Schlussfolgerungen, sperrte sich sein Denken in Sachen Diebstahl völlig. Und das ist Wahn. Wahn ist ja gerade dadurch gekennzeichnet, dass er mit keinerlei Logik und selbst nicht mit demonstrierten Beweisen entkräftet werden kann. Gleichwohl ist der Demenzkranke kein Psychotiker sondern jemand, der zeitweise quasipsychotische Züge aufweisen kann.


Gegen Wahn gibt es diese Möglichkeiten:


Neuroleptika (davon gibt es viel verschiedene)
tolerieren (geht nur wenn keine Fremd- oder Selbstgefährdung vorliegt)
Pflegeheim


Oder eben das, was übrigens auch in guten Heimen praktiziert wird:


Lernen, in den Schuhen des Kranken zu gehen. Sich soweit möglich in das Wahnsystem eindenken und aus dieser Gedankenlage heraus argumentieren. Beim Bestehlungswahn z.B. sagen, dass ja heutzutage wirklich viel gestohlen wird, aber das davon viele betroffen sind. Nachfragen, ob denn auch lebenswichtige Dinge fehlen (das wird meist verneint), usw. Kurz: Das Gerede des Kranken ernstnehmen.


Was das Autofahren betrifft, liegt hier natürlich ein weit ernsteres Problem vor. Ich hatte dazu ja auch schon was geschrieben. Hierzu haben wir Vater vorsichtig und lange bearbeitet, indem wir ihm immer wieder versichert haben, was für ein guter und erfahrener Autifahrer er ist, aber dass er jetzt das Recht habe, sich fahren zu lassen - mal die anderen machen lassen. Auch kostet so ein Auto ja viel Geld und wenn man das mal mit der Möglichkeit von Taxifahrten vergleicht, kann man mit dem Erlös eines Verkaufs und der Einsparung der lfd. Kosten sich ja bequem bei Bedarf chauffieren lassen. Auch Opa hatte ja - nachdem er 80 Jahre alt geworden war - vom Autofahren Abstand genommen so wie viele reife und vernünftige andere Menschen auch, usw. Mit solch einer Argumentation baut man Brücken, indem man den Fahrverzicht als Leistung der Vernunft bewertet. Schließlich hatte Vater zugestimmt noch vor der Einrichtung einer Betreuung.
Resultat: Er hat heute noch seinen Führerschein und darf seinen Abschied vom Auto als Leistung empfinden - wenngleich er das heute alles vergessen hat.


Konfrontation mit der Realität - wir haben das ad nauseam versucht - aber bewirkt nichts, sondern macht auf Dauer alles nur schlimmer. Ich weiß, wovon ich rede - daher verstehe ich Sie ja so gut.


LG
Egon-Martin

  • (108 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

hallo rocio,
zunächst einmal find ich es gut das sie sich gedanken um ihre tante machen und sich um sie kümmern, daß ist nicht selbstverständlich und die regel, ich glaube sie sind ein bisschen hilflos was die diagnose angeht, ich habe auch erlebt das die ärzte keine "klare" diagnose geben sondern alles schön reden und wohl den anschein geben sie würden der kranken person alles "abkaufen", heute weiß ich dem ist nicht so, es ist ein endloses thema mit vielen fragen und beobachtungen die man mitteilen möchte und da würde wohl 30 minuten nicht reichen die der arzt eh schon nicht hat, er schaut sich die begleitung an und schätzt ab ob der patient damit gut versorgt ist und dann redet er dem patient noch mut zu was dieser auch braucht und dann gehts heim, ich hab mir ein buch genommen und immer mal aufgeschrieben wie der tag verlaufen ist (nicht täglich), befinden, medi einahme, was mir aufgefallen ist und dann immer mal nachgelesen da kann man veränderungen sehr gut sehen, mit dem erklären und verstehen ist das gut gemeint (man möchte ja helfen und alles richtig machen) ,doch es tut auch weh weil sie es selber merken das sie anders geworden sind und sie sich noch so sehr anstrengen können es aber wieder vergessen haben und umfangreiche erklärungen erst gar nicht verstehen können, meine schwiegeroma sagte mal "was du mir alles erzählst das versteh ich nicht und die wörter kenn ich doch gar nicht" ( demenz usw.) zum arzt gehen auch nicht leicht bei uns, ich sag dann meistens wir müssen mal wieder hin die tabletten werden alle und der arzt verschreibt sie nur dir wenn du selber hin gehst, das klappt auch gut. ich wünsche viel kraft und ruhe und nicht auf eine sichere diagnose warten, eher die zeichen beobachten und ruhig und gelassen helfen es wird zusehends schlimmer und kaum kommt man mit der situation zu recht tut sich ne neue auf. am auto kann man doch was manipulieren das es nicht mehr fährt und grad keiner zeit hat es zu bauen, sie wird es bald vergessen haben natürlich nicht wenn es vor der nase steht,

  • (103 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

und noch etwas, kein schlechtes gewissen haben wenn man mal ne lüge erfindet, es ist nicht zum schaden für die patienten sondern wir können handlungen weitsichtiger abschätzen sie meistens nicht mehr und dabei sich selber schaden ( siehe auto fahren oder medi weg lassen) das wohl des patienten ist dabei wichtiger nicht nur der wille... sie werden ein gespür entwickeln was gut ist das merke ich aus ihren beobachtungen heraus,

  • (125 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo zusammen,


Danke EgonMartin und anke für Ihre Tipps und Ihr Verständnis.


Wir waren heute bei der Gedächtnissprechstunde zur Besprechung der Ergebnisse.


Es wurde Cerad angewand. Der Arzt hat und die Ergebnisse gezeigt. Die ergebnisse zeigen eine MCI. Da die Ergebnisse aber nichts akutes anzeigen, trotz der geschilderten Auffälligkeiten wird noch keine medikation stattfinden. Der Arzt hat ihr aber diesmal empfohlen, das auto fahren bleiben zu lassen und auf taxi umzusteigen. er hat ihr genau das erklärt was Sie EgonMartin angeregt hatten bezüglich des Autofahrens. sie hat gesagt, dass sie auf keinen fall das autofahren aufgeben wird und dass sie alles noch gut einschätzen kann.


und was die vorfälle angeht die ich in ihrem beisein damals angesprochen hatte, sagte sie nun:" Alles was passiert ist liegt bestimmt schon 2 Jahre zurück und das mit der Wäsche z.B. weiss ich ganz genau wie es war, meine Nichte liegt da falsch."


Das hat sie in einem grinsenden ton gesagt. ich habe dann weg geschaut und einfach die klappe gehalten.



er fragte sie dann ob sie es gut findet dass man sich so um sie kümmert. worauf sie sagte nein, ich finde das unangenehm und brauche das auch nicht.


er sagte dann, dass sie sich freuen sollte, dass die menschen um sie herum sich so um sie sorgen und ihr helfen, andere menschen hätten nicht soviel glück.


daraufhin sagte sie nichts mehr.
der arzt sagte, dass es in dieser phase sogar kontraproduktiv sein könnte, da die medikamente nebenwirkungen wie unruhe , verwirrtheit mit sich tragen und dass anhand von tests sich gezeigt hat, dass patienten mit anfänglicher demenz und medikamenteneinnahme keinen unterschied zu patienten ohne medikamentenmeinnahme zeigten. erst im fortgeschrittenen stadium wären da verbesserungen erkennbar.


er sagte ausserdem, den eindruck den sie macht durch die tests würde deskriptiv zu den schilderungen meinerseits stehen.


er sagte, dass wenn sie einverstanden wäre er mir nun die ergebnisse zuschicken würde - was sie erlaubt hat. und dann sagte er nur noch dass wir uns in einem halben jahr wieder sehen und die psychologischen tests wiederholt werden.



sie danach ist guter laune mit uns nachhause gefahren. und mir ist zum heulen zu mute. obwohl ich inzwischen schon damit gerechnet habe. aber nicht damit, dass keine medikation stattfindet.


was das autofahren angeht haben wir wirklich schon alles versucht. mein bruder hat schon die batterie abgeklemmt. sie hat es dann reparieren lassen. mein bruder hat das auto einfach behalten, dann wollte sie es aber nach fast 2 wochen wiederhaben , sie ist richtig wütend geworden. sie will ihr Auto vor der Türe stehen haben. Ein Taxi muss sie erst rufen und warten bis es kommt, ein Auto hat sie jederzeit bereit.
der neurologe hat sie auch schon versucht zu überreden und die positiven eigenschaften des autoverzichts aufgezählt. aber sie möchte nicht.


jetzt heißt es wohl das beste draus machen, jederzeit mit der angst leben zu müssen dass etwas richtig schlimmes passiert und die erkenntnis, dass uns die hände gebunden sind.


danke für alle tipps und anregungen, und für die geduld hier im Forum.


Ich wünsche allen von ganzen Herzen, dass sie weiterhin Kraft, Ausdauer und auch viele schöne Stunden zwischen den verzweifelten momenten mit ihren Liebsten finden.



Grüße
Rocio

  • (108 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Hallo Rocio,
auch wenn Sie mit einem hilflosen Gefühl nach Hause gefahren sind, so haben Sie m.E. doch wieder eine große Stufe genommen. Der Kontakt zu einem guten Neurologen ist hergestellt - die Tests werden in Abständen wiederholt, der Verlauf kommt unter Kontrolle. Das ist doch eine Menge und es ist Ihr Verdienst.


Das Ihre Sorge ums Autofahren groß ist, kann ich sehr gut verstehen - genau das hatten wir auch.Mein Vater ist von Berufs wegen immer Auto gefahren, er hat sich quasi darüber identifiziert und er fuhr immer unfallfrei. Es war eine der schwierigsten Phasen - neben dem Weglaufen - in der Frühphase der Erkrankung.
Ich war ähnlich panisch wie Sie, machte mir allergrößte Sorgen, auch wegen der Versicherung. Das war dann allerdings ein Punkt, der ein wenig half, Vater vom Fahren abzuhalten.Ich erklärte ihm, dass die Versicherung im Falle eines Unfalls - selbst wenn er ihn nicht verursacht - nicht bezahlten würde, da ab einem bestimmten Alter und bei bestimmten Erkrankungen das Fahren grundsätzlich ein Risiko sei.Da Vater sehr gesetztestreu war, ärgerte er sich zwar sehr, ist aber eigentlich nie wieder gefahren. Das Auto stand noch 2 Jahre vor der Tür - wir zahlten Steuer und Versicherung. Er ging mindesten einmal täglich runter und setzte sich hinein, prüfte die Funktionen, sah in den Kofferraum etc. Aber er fuhr nicht. Irgendwann kam dann: wenn es nur herumsteht und Geld kostet, kann ich auch verkaufen... das griff ich sofort auf und handelte. Vater hat dem Auto noch lange nachgetrauert. Seitens meiner Ärztin - die viel Erfahrung mit Demenzkranken hat - hörte ich, dass die meisten Menschen letztlich doch merken, dass es nicht mehr geht mit dem Fahren. Sie sagte immer, lassen Sie in sich ruhig ins Auto setzen - er wird nicht losfahren. Und es stimmte.


Bei Ihrer Tante ist es offenbar noch nicht soweit.Aber sprechen Sie bei einer günstigen Gelegenheit einmal mit ihr über die Versicherungslage. Sie wird darüber nachdenken.


Wenn tatsächlich ein Unfall passiert, muss es ja nicht gleich etwas Dramatisches sein. Mein Vater hatte etliche "Beulen" an seinem Auto. Es waren immer "die anderen", ich vermute, dass das nicht immer der Fall war, aber kann es nicht sicher sagen.Er wohnte damals noch in der Stadt und es war schwierig mit den Parkplätzen - also ist alles denkbar.


Wenn der Arzt so klar erklärt hat, warum er noch nicht medikamentiert, glaube ich ihm, obwohl ich in dem Punkt sonst skeptisch bin. Sie können aber einstweilen mit Gingko Biloba, Vitamin E, Folsäure, Lecithin schon eine Menge Gutes tun.
Ich schreibe Ihnen nochmal privat zu diesem Thema.


Einstweilen meine besten Wünsche, Kraft und Geduld,


Leona

  • (107 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Hallo Rocio,
danke für Ihre Antwort. Habe Ihnen noch kurz privat geschrieben!
Gruß Leona

  • (127 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo zusammen,



wollte nur mal kurz den aktuellen Stand erzählen.


Seit den Ergebnissen hat sich nichts neues ereignet, bis auf dass meine Tante nun verkrampft versucht zu zeigen dass bei ihr alles inordnung ist. Das Thema Alzheimer ist nicht mehr angesprochen worden, weder von uns noch von ihr. Sie hat jede mögliche Hilfe und auch natürliche Mittel oder ausgewogene Ernährung abgelehnt und auch Medikamentenkontrolle erlaubt sie nicht . Das einzige auffällige ist ihr Konto, dass sich seit einem Jahr im minus befindet. Es beläuft sich nun auf fast 3000 €. das Kreditlimit für ihr Konto beträgt 3200 €. Doch auch da können wir nichts ausrichten. Und anfallende Kosten wie Strom müssen wir alleine tragen, um sie nicht zusätzlich zu belasten.


Im Februar kam das Schreiben mit dem ausführlichen Bericht des Arztes der Gedächtnissprechstunde bei uns und dem Hausarzt sowie dem Neurologen an. Und es hat übrigens bei allen Empfängern großes Kopfschütteln ausgelöst. im August sollen wir für eine weitere psychologische Testung zur Gedächtnissprechstunde gehen.


Da meine Tante jedoch nicht mehr kooperieren möchte, stehen wir auch da machtlos gegenüber.


Inzwischen stehen fast alle Familienmitglieder mit gleichgültigkeit oder überfordert dem Problem gegenüber. Es wird sozusagen "ignoriert" als ob das Thema vom Tisch wäre. Und das traurigste ist, dass die Kinder aus der eigenen Familie darüber bescheid wissen was meine Tante hat und nun auffällig oft meine Tante besuchen um sich geld zu holen - mit oder ohne der Kenntnis meiner Tante.


Wir können nichts machen, denn alle mahnenden worte werden von den Kindern und meiner Tante ignoriert. Und diese 13 und 15 jährigen Kinder lassen sich nichts sagen da sie von erwachsenen Menschen genau das vorgelebt bekommen, leider gottes. Alle streiten ab sich Geld von ihr zu "leihen". Und wir können nicht immer drüber wachen wer ein und ausgeht.



Aber gut, laut Arzt leidet sie nur an einer "leichten kongnitiven Störung" also noch keine Demenz vom Alzheimer Typ und es muss sich ja laut arzt der gedächtnissprechstunde auch nicht dazu entwickeln....


d.h. egal was alles geschieht. wir können nichts machen, sie erlaubt es nicht und somit ist sie ungeschützt und jeder der will holt sich geld von ihr.



es ist alles so deprimierend.

Datum/Zeit von Autor Thema
28.02.09 14:05 RocioWenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
28.02.09 18:07 leonaRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
28.02.09 18:08 Spruth, CharitéRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
12.03.09 14:16 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
12.03.09 14:48 EgonMartinRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
14.03.09 04:56 leonaRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
25.03.09 16:39 KarenNRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
25.03.09 16:59 EgonMartinRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
25.03.09 17:13 KarenNRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
25.03.09 17:47 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
25.03.09 20:04 EgonMartinRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
06.08.09 12:29 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
06.08.09 19:19 EgonMartinRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
07.08.09 11:21 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
31.08.09 18:25 Spruth, CharitéRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
27.09.09 11:39 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
27.09.09 15:58 EgonMartinRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
30.09.09 17:57 Spruth, CharitéRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
25.10.09 11:20 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
26.10.09 03:34 leonaRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
28.10.09 00:32 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
28.10.09 01:05 leonaRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
31.10.09 15:59 Spruth, CharitéRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
04.11.09 11:00 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
05.11.09 03:13 leonaRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
10.11.09 10:55 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
11.11.09 13:40 petmoRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
11.11.09 14:13 EgonMartinRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
11.11.09 15:19 petmoRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
18.11.09 10:29 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
18.11.09 14:42 EgonMartinRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
19.11.09 04:34 leonaRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
19.11.09 20:37 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
29.11.09 17:53 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
30.11.09 18:39 petmoRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
30.11.09 19:59 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
05.01.10 18:58 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
05.01.10 20:46 EgonMartinRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
13.01.10 11:42 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
13.01.10 18:03 leonaRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
13.01.10 20:05 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
13.01.10 22:56 EgonMartinRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
13.01.10 23:49 anke4Re: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
14.01.10 00:01 anke4Re: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
14.01.10 15:19 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
14.01.10 18:29 leonaRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
14.01.10 19:43 leonaRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
14.05.10 16:32 RocioRe: Wenn der Mensch sich weigert Hilfe anzunehmen
Derzeit online: Bryce_, Diddi1310, Tanita12, brinaH.
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