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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (1525 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Die Demenz v. meinen Vater (76) hat vor ca. 10 Jahren mit Schwindel begonnen. Bis jetzt nimmt er nur ASS 100 Hexal(Wirkstoff Acetylsalicylsäuer)ein. Meiner Mutter (74)wird das nervlich alles zuviel. Wenn sie einkaufen fährt, sind alle Zimmertüren offen, weil er sie schon wieder überall gesucht hat. Er ist dann schlecht aufgelegt, wenn sie wieder heimkommt. Wenn man ihm etwas sagt, vergißt er es gleich wieder. Er frägt immer wieder das gleiche. Abends will er raus um nach den Kühen zu sehen (in seinem Elternhaus gab es früher einen Bauernhof). Ich selbst habe einen anderen Wohnsitz. Wenn ich zu Besuch kommen kann, damit Mutti mal ohne Hetze einkaufen, oder selbst zum Dr. gehen kann, will sich Vati verabschieden, weil er dann meint, daß er nicht zu Hause ist. Er ist immer fixiert auf meine Mutter. Wenn sie nicht da ist, findet er keine Ruhe. Er weiß auch nicht, daß er schon zu Mittag gegessen hat. Er könnte den ganzen Tag essen.
Gibt es hier ein Medikamtent oder was pflanzliches, damit er einfach mal eine Stunde ruhiger wird, wenn meine Mutter was zu erledigen hat. Vielleicht hat ja auch sonst irgend jemand, irgendwelche Tipps. Außerdem hat er auch immer eiskalte Füße. Alleine duschen, Zähne putzen, anziehen klappt auch nicht mehr.

Antworten zu diesem Thema:

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  • (582 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Hallo Stefan,
was Sie beschreiben, ist uns allen bekannt - ich würde sagen, es findet bei Ihrem Vater noch in sehr milder Form statt.Das Leben mit einem Demenzkranken ist nicht einfach und erfordert eine andere Sicht der alltäglichen Dinge.Ich kann Ihnen hier wirklich nicht raten, mit dämpfenden Medikamenten an die Probleme heranzugehen, weil ich selbst erlebt habe, wie massiv sich die Situation dann verschlimmern kann.Die Folge ist häufig Gehunfähigkeit, Sturzgefahr, Verlust von weiteren Alltagskompetenzen, Inkontinenz in jeder Hinsicht. Also vorsichtig sein - beschaffen Sie sich lieber Informationen/Bücher zur Validation (ausgleichender Umgang mit den schwierigen Verhaltensweisen) und versuchen Sie über einen Sozialdienst (Caritas oder Vergleichbares) 1 - 2 Mal wöchentlich eine Entlastung (ehrenamtliche Besuchsperson)für Ihre Mutter zu organisieren. Diese Damen sind geschult, wissen mit dem Demenzkranken umzugehen und werden meist recht schnell als Bezugsperson akzeptiert. Viel Glück wünscht Leona


PS: Die Spam-Beiträge von kkalle habe ich gemeldet. Lassen Sie sich davon nicht irritieren.Das kommt hier im Forum vergleichsweise selten vor.

  • (429 mal gelesen)
  • Status: Med-Senior SternSternSternStern

Sehr geehrter Stefan,


wichtig ist zunächst einmal zu wissen, welche Form einer Demenz Ihr Vater hat, da diese letztlich wesentlich für die Wahl der Medikamente sein kann. Sollte es sich um eine Alzheimer-Demenz handeln, so fällt auf, daß Ihr Vater keine entsprechende Basistherapie erhält. Sie sollten mit Ihm m.E. einen in der Behandlung von Demenz-Patienten erfahrenen Arzt (Neurologe, Nervenarzt, Gerontopsychiater, Gedächtnissprechstunde) aufsuchen.


Mit freundlichen Grüßen,


Spruth

  • (362 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Wenn die Problematik in der Grundpflege schön länger bestehen sollte, dann würde ich auch mal die Beantragung einer Pflegestufe in Betracht ziehen.


Weiterhin bietet die Krankenkasse, bei bestehender Pflegestufe, die Möglichkeit Mittel für zusätzliche Betreuungsleistungen zu genehmigen. Diese können dann für Tagesbetreuungen oder ähnliches genutzt werden, was eine (zumindest Stundenweise) Entlastung Ihrer Frau Mutter gewährleisten sollte.


Die Validation ist sicher eine Möglichkeit mit schwierigen Situationen umzugehen, nur ist es mit der Beschaffung von Infomaterial nicht getan. Nach meinen Erfahrungen ist es nicht einfach, ohne fachlliche Schulung gut und erfolgreich zu Validieren.


Eine Fachärztliche Vorstellung würde ich ebenfalls dringend empfehlen.

  • (336 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Hallo Cartman,
leider haben Sie in Sachen Validation Recht. Angesichts der Zunahme der Demenzerkrankungen wäre es an der Zeit, dass staatliche Einrichtungen in diesem Bereich Schulungen anbieten - so wie die Erste-Hilfe-Kurse bei der Führerscheinprüfung. Aber bisher tut sich nichts und Sie können nur versuchen, durch Eigeninitiative entsprechende Informationen und Anleitungen zu finden. Ein Literaturhinweis: 100 Tipps für die Valitdation von Barbara Messer / Brigitte Kunz Verlag (ISBN 978-3-89993-425-0)
Es handelt sich um ein kleines - nicht zu umfangreiches - Büchlein, das man auch bei großer Belastung noch schafft.
Gruß Leona

  • (349 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Das ist lieb, aber ich habe es nicht auf micht bezogen. Bin in der Validation nach Richards geschult und habe eine Fachweiterbildung in der Gerontopsychiatrie.


Finde es nur traurig das hier angenommen wird, das man es aus Büchern lernen kann. Sicherlich können Bücher Richtungen aufweisen aber selbst ich, der auf einer gerontologischen Station arbeitet findet jeden Tag neue Herrausforderungen und neue Situationen vor.


Es ist halt nicht zu pauschalisieren.

  • (363 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Auch damit haben Sie völlig Recht. Es müsste dringend Angebote für betroffene Angehörige geben. Ebenso wäre es zwingend nötig, dass jedem Altenpfleger - und auch Krankenpflegern - die Möglichkeit gegeben wird, sich diesbezüglich zu schulen. Aber "es ist ja kein Geld da" - das wird leider bei der Real Estate gebraucht.
Armes Deutschland.


Es wäre schön, wenn Sie hier ein wenig von Ihren Erfahrungen weitergeben. Es könnte sicher manch einem hier helfen.Eröffnen Sie doch eine Thread: Validation - Erfahrungen (oder so ähnlich). Ich bin sicher, der findet Zulauf.


Für heute gute Nacht und Gruß
Leona

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