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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (293 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo liebe Forumsmitglieder,


wie habt Ihr es geschafft, Euren Angehörigen in einer Tagesstätte "zurückzulassen"? Ich meine physisch, von psychisch ganz zu schweigen.


Habe eine sehr schöne Einrichtung gefunden und meine Mutter am Samstag 2 Std. dort "abgegeben". Solange ich dabei war, war sie zufrieden, lächelte und war fast interessiert. Das Personal war sehr nett und sie ließ sich auch sofort von ihnen das ganze Haus zeigen.


Als ich nach 2 Std. zurückkomme, länger hab ich mich schon nicht getraut wegzubleiben, steht sie im Mantel allein im Flur und ist derart verzweifelt, dass ich ein mega schlechtes Gewissen habe.


Das "Fachpersonal" hat es nicht geschafft, sie mit irgend etwas zu beschäftigen, sie konnten sie noch nicht einmal zum Essen bewegen. Mutter sagte, sie hätte nichts essen können, weil sie einen Kloß im Hals hatte und eigentlich weinen wollte. Sie dachte, sie müßte dort bleiben.


Wir waren beide dermaßen fertig, dass sie zu Hause nach oppulentem Essen sofort eingeschlafen ist und ich die ganze Nacht über der Toilettenschüssel verbracht habe.


Eigentlich erkennt sie mich gar nicht mehr und benimmt sich zu Hause bereits so, als wäre sie in einer Einrichtung. "Wo sind die anderen, wo sind die Toiletten....".


Hat jemand noch Tipps, wie ich das besser hinkriege? Bleibe ich dabei, bis sie sich etwas eingelebt hat? Muss ich hart bleiben und da durch? Es geht mir dabei genauso schlecht wie ihr.


Danke an alle. LG Marge




Mein Steckbrief (Stand Jan 2010): Mutter (82) wird betreut von Ehemann (82) und mir (Tochter 54), vollzeitberufstätig. Im März 09 als "mittelschwer" eingestuft. Medikamente in 2009: 1 x wöchentlich Imap-Spritze, morgens und abends eine Piracetam Tablette. Seit Jan 10: Axura 5 mg morgens u. abends + ½ Piracetam abends. Mit Axura deutliche Verbesserung in Wahrnehmung und Wortfindung. Wir werden wieder mit unseren richtigen Namen angesprochen, auch wenn sie nicht weiß, wer wir sind. Sie formuliert ab und zu wieder ganze Sätze, wenn auch kurze.

Antworten zu diesem Thema:

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  • (125 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Liebe Marge09,


Nach einem einmaligen Misserfolg kann man sicher noch nicht abschließend etwas sagen. Es ist doch schon toll, dass sie es soweit mitgemacht hat und auch interessiert war. Da die Gefühle bei Demenzkranken ja sehr ausgeprägt sind, wird sie die neue Situation auch sehr gefordert haben.


Verständlich, dass Ihre Mutter dachte, sie muss dort bleiben. Vielleicht bleiben Sie am Anfang dabei und gehen nur mal ab und zu zwischendurch kurz weg (also "einschleichend") oder lassen etwas von Ihnen liegen, damit sie weiss, dass Sie zurück kommen?


Prof. Dr Erich Grond schreibt in seinem Buch "Pflege Demenzkranker", dass manche durch den täglichen Wechsel der Umgebung verwirrter reagieren, sich aber allmählich geborgener fühlen.


Bitte berichten Sie doch, wie es weiter ging. Ich traue mich noch nicht, meine Mutter dazu zu motivieren. Sie war aber auch leider nie ein geselliger Typ in größeren Runden.


LG, Eva Franziska





............................................................................................................................................................................................................................................. Mein Steckbrief (Stand Januar 2010): Mutter, 86, betreut von mir (Tochter), 52, selbstständig. Keine weiteren Verwandten; Wohnen im selben Haus; Schweregrad: Anfang mittleres Stadium; Verstärkte Auffälligkeiten seit zirka 2006 nach Narkose wegen Arm-OP. Therapie nach Diagnose seit August 2009: Citalopram 20mg, Aricept 5mg, 1-2x/Woche Krankengymnastik wegen Gang-Ataxie; 1x/Woche tiergestützte Ergotherapie mit Hirnleistungstraining; 1x/Woche 2Std. Betreuung (über Betreuungsgeld) durch eine befreundete Ergotherapeutin mit Austausch über verschiedene Lebensthemen. Ich versuche hauptsächlich mit Hilfe integrativer Validation (Nicole Richard) die Grundstimmung zu stabilisieren.

  • (113 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Liebe Eva Franziska,

wieso bin ich nicht selbst auf so eine Idee gekommen ? Etwas von mir liegenlassen, ist ja genial. Danke, danke. Wenn das auch noch nach mir riecht, wird das sicher besser funktionieren. Ich habe mich für nächsten Freitag noch mal zum Probetag/Probestündchen ;-) angemeldet.
Eva Franziska, ich hab mich 2 Jahre nicht getraut, aber ich habe jetzt die Wahl, opfere ich meinen Vater, der am Ende ist oder finde ich wenigstens eine Zwischenlösung. Würde ich nicht arbeiten, wäre das überhaupt kein Thema.


Lieben Gruß - Marge




Mein Steckbrief (Stand Jan 2010): Mutter (82) wird betreut von Ehemann (82) und mir (Tochter 54), vollzeitberufstätig. Im März 09 als "mittelschwer" eingestuft. Medikamente in 2009: 1 x wöchentlich Imap-Spritze, morgens und abends eine Piracetam Tablette. Seit Jan 10: Axura 5 mg morgens u. abends + ½ Piracetam abends. Mit Axura deutliche Verbesserung in Wahrnehmung und Wortfindung. Wir werden wieder mit unseren richtigen Namen angesprochen, auch wenn sie nicht weiß, wer wir sind. Sie formuliert ab und zu wieder ganze Sätze, wenn auch kurze.

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