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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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Hallo,


meine Schwiegermutter 89 Jahre ist zwar die letzten Jahre immer vergesslicher geworden, war aber ansonsten bis auf etwas hohen Blutdruck noch fit und gesund.
Nur war sie schon immer sehr Dickköpfig und hat auch schon ihre Kinder ziemlich verärgert, der einzige der bisher noch gut mit ihr zurecht kam war ich (ihr schwiegersohn).


Sie lebte noch in Ihrer eigenen Wohnung und versorgte sich soweit es ging noch selbst.
Nur mit der Körperpflege gibt es immer mehr Probleme, sie weis einfach nicht mehr, das sie sich nicht wäscht!
Wir haben dafür vor 4 Monaten mit einem Pflegedienst angefangen, so das sie einmal in der Woche gebadet wird.
Sie wehrt sich zwar immer und behauptet ich wasche mich doch usw.
Auch Wäsche wechselt sie nicht mehr regelmäßig, man muss die schmutzige wäsche schon vor ihr verstecken, damit sie diese nicht mehr anzieht.
Ebenso geht´s auch mit dem Essen. Sie behauptet zwar immer ich koche doch usw.
Fakt ist aber das sie kaum noch was gegessen hat.
Daher haben wir auch Essen auf Räder für sie bestellt.
Sie sagt zwar immer wieder das brauch ich nicht, das will ich nicht, ist aber doch froh wenn sie regelmäsig essen bekommt.


Jetzt aber das eigentliche Problem.


Vor 14 Tagen ist sie Nachts vorm Bett hingefallen, musste ins Krankenhaus, Oberschenkelhalsbruch!
Dort ist sie operiert worden, aber sie musste das Krankenhaus nach 9 Tagen verlassen, angeblich wieder voll belastbar. Sie wurde nur für den 2. Januar in einer Reha Klinik angemeldet.
Da sie aber kaum laufen kann, auch nicht alleine aufstehen, sich anziehen, waschen und zur Toilette gehen kann, haben wir sie jetzt zur Kurzzeitpflege in ein Altenheim untergebracht.
Jetzt ist natürlich jede Menge Ärger vorpragrammiert.
Zum einen, wenn sie mal lichte Momente hat, dann will sie nach Hause, was aber leider nicht möglich ist, da keiner da der sie versorgen kann.
Zum anderen, das Krankenhaus hat schon gesagt wir bräuchten eine Betreuung für die Schwiegermutter.
War auch schon auf dem Amtsgericht und habe die Betreuung angeregt, aber vor Weihnachten kann mann da nicht viel erreichen!
Also hab erstmal den ganzen Papierkram für Krankenhausaufenthalt, Operation, Plegeheim, Reha unterschrieben, obwohl man das eigenlich gar nicht darf. Aber selbst der Richter am Amtsgericht zuckt erstmal mit den Schultern, auch ärztliche Gutachten hab ich vor Weihnachen keine bekommen, da keiner richtig Lust dazu hatte, weder Hausarzt noch Krankenhausarzt!
Zum Schluss noch eine Frage: Hat schon mal jemand Erfahrung mit Oberschenkelhalsbruch und Demenz in dem Alter gemacht?
Wie Groß ist die Wahrscheinlichkeit das die Frau nochmal alleine in Ihrer Wohnung zurecht kommt?
Von den Kinden lässt sie sich auch nicht helfen, eher noch von fremden Leuten!
Ps. Pflegestufe ist im Sommer noch abgelehnt worden, muss ich wohl neu beantragen!


so richtig weis ich im Moment auch nicht wie es weiter gehen soll, hoffe aber noch auf die Reha!


Gruß Ludwig

Antworten zu diesem Thema:

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  • (2368 mal gelesen)
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Hallo Ludwig!


Genau dasselbe habe ich 2006 mit meiner Mutter durchgemacht, sie war damals 82. Meine Erfahrungen waren nicht eben die besten.


Zunächst einmal muß ich leider Ihre Hoffnungen zerschlagen: Nein, Ihre Schwiegermutter wird zuhause nicht mehr alleine zurechtkommen. Und: Hoffen Sie nicht auf die Reha. Meine Mutter wurde nach 5 Tagen aus der Reha nach Hause geschickt, mit dem Hinweis, sie sei nicht hinreichend kooperativ. Nachdem sie die anschließende Kurzzeitpflege hinter sich hatte und der dortoge Physiotherapeut überhaupt nicht mit ihr zurechtkam, habe ich mir auf eine Empfehlung hin (von der Ergotherapeutin in der Klinik) eine Physiotherapeutin nach Hause geholt, die hervorragend auf Menschen mit Demenz eingestellt war. Dadurch kann sie heute wieder einigermaßen laufen und sich in ihrer Wohnung bewegen; jedoch draußen nicht mehr. Sie ist zu gangunsicher und es besteht Sturzgefahr. Ohne Begleitung geht da gar nichts.
Meine Mutter kam wieder nach Hause, weil ich beschlossen hatte, die Pflege zu übernehmen. Ich bin praktsch wieder bei ihr eingezogen. Insbesondere nachts kann sie nicht alleine sein, wegen der Sturzgefahr.
Vor allem bei Übermüdung besteht Sturzgefahr, daher vor allem nachts und morgens. Tagsüber kann man meine Mutter stundenweise alleine lassen. Sie kann jedoch weder sich pflegen noch für sich kochen oder einkaufen oder Bankgeschäfte erledigen.
Ich rate Ihnen: Ziehen Sie das schnellstmöglich durch, was Sie sich ohnehin vorgenommen haben. Pflegestufe (mindestens die Stufe 1 bekommt Ihre Schwiegermutter jetzt problemlos). Beantragen Sie außerdem einen Behindertenausweis, dadurch gibt es z.B. steuerliche Erleichterungen - falls Ihre Schwiegermutter Steuern zahlt. Und: ganz schnell eine Betreuung beantragen (haben Sie ja auch schon) - und schauen Sie, daß Sie selbst als Betreuer eingesetzt werden (bieten Sie sich bei der Beantragung gleich an, das zu übernehmen), damit Ihnen nicht ein Fremder vor die Nase gesetzt wird, der dann, ohne Sie informieren zu müssen, über das weitere Schicksal Ihrer Schwiegermutter bestimmen kann.
Und dann überlegen Sie sich, wie Sie die Hilfen organisieren können. Ihre Schw.mutter kann möglicherweise mit viel Hilfe noch eine ganze Weile zuhause sein. Schauen Sie sich um, ob die Wohnung evtl. umgebaut werden muß. Stolperfallen entfernen, Herd evtl. ganz abschalten (Sicherung!), wie ist es mit Waschmaschine usw. Es gibt Wohnraumberatungen, z.B. vom Deutschen Roten Kreuz, die sich die Wohnung genau ansehen (gegen eine Gebühr von ca. 45 Euro, ist bei der Pflegekasse einzureichen) und Ihnen sagen, was gemacht werden muß. Auch evtl. behindertengerechtes Bad oder wenigstens Haltegriffe. Toilettensitzerhöhung ist bei Oberschenkelhalsbruch auf jeden Fall angesagt, wohl auch ein Badewannenlifter. Bekommen Sie alles über die Pflegekasse. Wenn Ihre Schw.mutter sich von Fremden eher helfen läßt - umso besser. Dann können Pflegedienste helfen. Die Nachtbetreuung ist halt schwierig, auch wegen zur Toilette gehen. Evtl. Inkontinenzversorgung erforderlich. Eine Gehhilfe wie z.B. ein Rollator kann auch sinnvoll sein!


Noch etwas (jetzt komme ich zu meinem Lieblingsthema): Ich habe mit meiner Mutter auch das Problem gehabt, daß sie von Natur aus ein bockiger Mensch ist. Nur wurde nach der Diagnose "Demenz" jegliches Verhalten auf die Erkrankung geschoben wurde. Lassen Sie sich das nicht einreden! Meine Mutter wehrt sich oft heftig gegen die Pflege und boxt auch. Das ist ihr Grundcharakter. Sicher hat sich ihr Verhalten durch die Demenz ins Negative verstärkt. Wo sie früher nur geschimpft hat, boxt sie jetzt eben auch mal. Die Ärzte hatten dagegen das Standardrezept "Psychopharmaka". Sie erhielt Neuroleptika (zuerst Haldol, später Eunerpan und Risperdal), die sie zwar handzahm machten und lahmlegten, aber sie war dadurch völlig laufunfähig und hing nur noch matt im Rollstuhl, hatte außerdem stumm verlaufende epileptische Anfälle. Sie bekommt heute nichts mehr. Ich mahne zur äußersten Vorsicht mit diesen "Medikamenten" bei Demenzerkrankten! Die Gabe ist mittlerweile Demenz stark umstritten, weil sie möglicherweise sogar die Sterblichkeit bei alten Menschen erhöhen. Versuchen Sie stattdessen lieber, bei einem guten Neurologen ein Antidementivum zu bekommen, das Sinn macht (z.B. Galantamin oder Memantine (Axura, Ebixa). Falls Ihre Schw.mutter die Nacht zum Tage macht oder depressive Verstimmungen zeigt: probieren Sie lieber zuerst Naturmittel wie Baldrian, Hopfen, Johanniskraut, bevor Sie Tranquilizer oder Benzodiazepine verschreiben lassen. Die verschlechtern in der Regel die Demenz (also die Verwirrtheit), sedieren zu stark (Tagesmüdigkeit, Sturzgefahr) und schaden mehr, als sie nützen. Sorgen Sie immer dafür, daß sie genügend trinkt, das ist sehr, sehr wichtig. Die Verwirrtheit kann sich durch Flüssigkeitsmangel sehr verstärken.


Nochmal: das Leben wird nicht mehr so sein wie vorher. Ihre Schwiegermutter kommt ohne Hilfen auf keinen Fall mehr alleine zurecht. Holen Sie sich lieber einen guten Physiotherapeuten nach Hause als auf die Reha zu hoffen. Die bringt meist keinen Nutzen. Demenzkranke benötigen eine liebevolle, einfühlsame, 1:1-Betreuung. Erkundigen Sie sich, bevor Sie jemanden engagieren, ob der Therapeut in der Lage ist, speziell mit Demenzkranken umzugehen. Wenn Sie sich gegen ein Heim und für die Pflege zuhause entscheiden, werden Sie viel Hilfe benötigen. Auch die Familie muß mit eingebunden werden. Es gibt aber nicht nur Pflegedienste, sondern auch Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliche Helfer, die man dazu heranziehen kann. Und als letzte Möglichkeit auch die 24-Stunden-Betreuung zuhause. Es gibt seit längerem legal vermittelbare osteuropäische Helfer, die jedoch nicht pflegen, sondern nur hauswirtschaftlich helfen dürfen.


Wenn gar nichts geht, bleibt als Letztes noch das Heim. Das wird die von der Umwelt bevorzugte Lösung sein (damals haben alle Ärzte und Verwandte und Nachbarn gedrängt, ich solle meine Mutter ins Heim geben - das ist immer so und will gar nichts besagen), jedoch lohnt sich ein Versuch zuhause durchaus.
Stellen Sie sich jedoch auf eine längere schwierige Phase ein, in der sie von der Operation genesen muß. Ein Krankenhausaufenthalt ist für Demenzkranke ein Schock. Hinzu kommt die Wirkung der Narkose. Besonders viel Trinken ist jetzt notwendig, um die Narkosemittel aus dem Körper auszuschwemmen. Dennoch kann es Monate dauern, bis sie sich erholt hat.


Soviel dazu. Ich weiß, daß Sie jetzt vermutlich enttäuscht sind, und ich hätte Ihnen gerne etwas anderes gesagt. Aber es ist besser, wenn Sie die Aussichten realistisch einschätzen. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Schwiegermutter alles erdenklich Gute! Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie mich gerne auch per PN kontaktieren!


Liebe Grüße,
Petra H.

  • (936 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo,


vielen Dank für die schnelle Antwort.


Stimmt schon, hört sich sehr ähnlich an.
War Heute im Heim, haben sich die Schwestern auch beschwert, lässt sich nicht waschen und frische wäsche anziehen. Sie behauptet immer wieder ich wasch mich doch alleine, versteckt ihre schmutzige wäsche usw.
Hoffe das ich diese Woche vor der Reha zumindest noch ein ärzliches Gutachten für das Amtsgericht erhalte.
Schlimm nur, den Hausarzt interressiert das wenig. Will ich wenn´s möglich sowieso wechseln. Der Arzt vom Krankenhaus hat erst versprochen, er macht das gutachten, ist dann aber in Urlaub gefahren!
Wenn das nicht klappt lass ich das Gesundheitsamt einschalten.
Nur jetzt durch die Feiertage verzögert sich alles.
An Umbauten zuhause habe ich schon gedacht, überall Geländer, Haltegriffe wären kein Problem, nur wie kommt sie die Treppen rauf und runter?
Auch an eine Polin haben wir schon gedacht, nur gibt es da sicher auch wieder noch viele ungeklärte Fragen.
Ich persönlich bin der Meinung sie wäre in einem guten Heim besser aufgehoben, da auch von der Verwandtschaft nicht viel Hilfe zu erwarten ist.
Nur wie erkennt man ein gutes Heim ?
und kann man das gegen den Willen des Patienten machen. Sie hat ja manchmal noch lichte Momente und schimpft schon jetzt: was habt ihr euch denn da ausgedacht, ihr wollt mich nur abschieben, die Oma ist doch nur im Weg!
Sie begreift einfach nicht, das sie alleine nicht laufen kann!
Aber mal nächste Woche abwarten, was alles noch passiert.


mfg Ludwig

  • (1032 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Hallo Ludwig,
zur Frage, ob Heimunterbringung oder nicht, finden Sie eine Menge Wichtiges in dem von mir einst eröffneten Thread "Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen". Lesen Sie mal rein.
Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich bitte. Gruß Leona

  • (985 mal gelesen)
  • Status: Med-Junior SternStern

Hallo Ludwig,


als Angehöriger haben Sie keinerlei Rechte, jemanden gegen seinen Willen in einem Heim unterzubringen. Der gesetzliche Betreuer hat das Recht, sofern ihm das zuständige Amtsgericht die Zuständigkeit für die Aufenthaltsbestimmung zugebilligt hat. Was bei Demenz meist der Fall ist. Läuft ein orientierungsloser Demenzkranker immer wieder weg und gefährdet sich damit im Straßenverkehr, hat man mit dem "Aufgabenkreis Aufenthaltsbestimmung" die Möglichkeit, den Erkrankten in einer geschlossenen Einrichtung unterzubringen oder in einer offenen Einrichtung das Einschließen zu erlauben. Eine geschlossene Unterbringung bzw. das Einschließen muß aber trotzdem noch zusätzlich vom Gericht genehmigt werden (auch wenn man bereits Betreuer ist) und ist deshalb vorab beim Vormundschaftsgericht (Amtsgericht) zu beantragen.


Was die Heimlandschaft bei uns angeht, so ist die derzeitige Versorgung Demenzkranker eine absolutes Trauerspiel. Lesen Sie am besten den Thread, den Leona Ihnen genannt hat. Demenzkranke werden meist in gewöhnlichen Altenpflegeheimen mit untergebracht, die jedoch kaum in der Lage sind, auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Menschen einzugehen. Sie laufen irgendwie "nebenbei" mit, sind aber meist todunglücklich dabei, reagieren mt Aggressionen und werden in der Folge meist sediert, damit die heiminternen Abläufe nicht beeinträchtigt werden. Es gibt nur sehr wenige spezielle Einrichtungen, die den Erkrankten eine an ihre Befürfnisse angepaßte Umgebung bieten (wie zum Beispiel psychosoziale Betreuung, Beschäftigung und Zuwendung, Förderung der verbliebenen Fähigkeiten und ausreichend Bewegung oder gar Ergo- und Physiotherapie). Denn das benötigt viel Zeit und Geduld und einen entsprechend höheren Personalbedarf, sowie entsprechend geschulte Pfleger und Betreuer.


Ich wünsche Ihnen, daß Sie die bestmögliche Lösung für Ihe Schwiegermutter finden!


Liebe Grüße,
Petra H.

  • (757 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo leona,


diesen Thread hatte ich schon mal angefangen zu lesen, bin allerdings noch nicht ganz durch.
Kann aber jetzt schon sagen, das ich ähnliche Erfahrung bei der Kuzzeitpflege jetzt mache.
Vorsprochen wurde viel, sieht aber nicht soo gut aus. vielleicht hats auch an den Feiertagen gelegen.
Aber nur 2 Beispiele, von Beschäftigung, Unterhaltung der Demenzkranken hab ich nichts gesehen, und auf meine Frage ob die Unterwäsche regelmässig gewechselt wird, erhielt ich dur die Antwort: die Frau will nicht Baden und Wäsche wechseln.
So solte das doch eigentlich nicht sein, zumal die Frau unter Inkontinenz leidet, müsste man schon darauf achten.


Gruß Ludwig

  • (838 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Hallo Ludwig,
hier noch ein vielleicht wichtiger Kontakt, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe:


[www.altersdiskriminierung.de]


Gruß Leona

  • (885 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo,


möchte nur mal kurz von meiner Schwiegermutter berichten.
Also bis zum 02.02.09 in Kurzzeitpflege in einem Heim, wo ich sie mit Sicherheit nicht wieder hinbringe.
vom 2.01.09 - 23.01.09 zur Reha. Aber wie schon von petra erwähnt wurde, nicht zuviel erwarten, kann ich nur bestätigen!
Es hieß zwar bei der Einlieferung "Sie brauchen sich um nichts zu kümmern, wir machen das alles!°
Aber was die gemacht haben, mal 1 oder 2 Anwendungen am Tag, und ansonsten sich selbst überlassen!
Auch Pflege und betreuung gleich null, hat nur geheißen die frau ist stur und läßt sich nicht helfen. Da wurde keine Wäsche gewechselt, nicht drauf geachtet, das sie ihre tabletten nimmt, Erkältung hat sie sich da auch geholt, aber das war den Schwestern egal.
Als ich heute morgen zur Entlassung da war, hatten sie all ihre restlichen Sachen (das meiste hatte ich schon gestern mitgenommen) in einen großen Plastiksack geworfen, zB. auch Kulturbeutel mit offenen Flaschen und Ihre warme Jacke, ob sie die Frau nur mit dem Kleid nach Hause bringen wollten?
Auch die Sanitäter vom Krankenwagen kamen mit einem total nassen Stuhl und wollten sie so darauf setzen.
Dann hatte ich gestern schon versucht dem Arzt und den Schwestern klar zu machen, das ich eine Liste über Medikamente fürs Wochenende brauche. Wird alles erledigt hieß es immer wieder nur knapp.
Und Heute war von alledem nichts mehr bekannt, keine Entlassungspapiere fertig, nicht über Medikamente usw.
Nachdem ich dann viel Wind gemacht habe, erhielt ich dann einen vorläufigen Entlassungsbericht für die Medikamente.


Soviel zur Reha, ich habe Schwiegermutter erst mal nach Hause in Ihre Wohnung geholt, einen Pflegedienst und Betreuung Stundenweise organisiert.
Wenn das nicht ausreicht, werde ich wohl eine 24 Stunden Betreuung holen, ist immer noch besser als ein Heim!


Nebenbei bemerkt, Schwiegermutter glaubt mir immer noch nicht das sie das Bein gebrochen hatte, und von Krankenhaus und Reha weis sie Heute auch nichts mehr.


Amtsrichter will am Montag vorbeikommen, wegen der Betreuung, Pflegestufe ist beantragt, aber wann da einer kommt weis ich noch nicht.


Gruß Ludwig60

  • (782 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Lieber Ludwig, was Sie berichten, ist einmal mehr ungeheuerlich. Was sind wir Menschen eigentlich für Geschöpfe? Und halten uns für die Krone der Schöpfung? Entschuldigen Sie, wenn ich unsachlich werde - aber ich kann diese Ignoranz, Dummheit und Gedankenlosigkeit die ich immer und immer wieder aus dem Kranken- und Pflegesektor erfahre, einfach nicht mehr ertragen. Ein alter verwirrter Mensch wird herum geschubst und menschenünwürdig behandelt - seine Kleider werden achtlos mit offenen Kosmetikflaschen in einen Plastiksack geworfen. Bei Minusgraden will man ihn ohne Mantel oder Jacke ins Freie schicken. Die Sanitäter bringen eine regennassen Stuhl und halten es nicht für nötig ihn kurz trocken zu wischen - von der sonstigen Behandlung will ich gar nicht reden! Wo ist da Mitmenschlichkeit, wo Respekt vor dem Leben? Diesen Menschen müsste es - und so es einen gerechten Gott gibt, wird es so sein - ebenso ergehen, denn : Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem andern zu. Was geht in den Köpfen dieser Leute vor sich? Ich begreife es nicht.
Ich suche Ihnen heute Nacht noch den Link zur Pflege-Charta heraus. Melden Sie das bitte! Schildern Sie Ihren Fall - und haben Sie keine Angst, Ihr Name wird nicht veröffentlicht, wenn Sie das nicht wollen. Nur wenn wir alle immer wieder und wieder auf solche Missstände aufmerksam machen, wird sich vielleicht irgendwann einmal etwas ändern. - Mein Gott - wir sind doch die Alten von Morgen. Warum sind so viele Menschen so blind und offenbar irgendeines Mitgefühls und Mitdenkens unfähig - ich bin wütend und ratlos.
Ich schicke den Link in zweiter Nachricht - muss ihn erst heraussuchen.
Bitte berichten Sie uns weiter was geschieht. Sie haben meinen Respekt, wie Sie sich für Ihre Schwiegermutter einsetzen. Mit den besten Wünschen, Leona

  • (737 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Liebe Ludwig,
hier ist der Link - Sie können Ihren Fall schildern und in der Regel bekommen Sie Antwort, der Fall wird in der Liste veröffentlicht und man gibt Ihnen einen Rat.


[www.altersdiskriminierung.de]


Viel Erfolg!


Leona

Datum/Zeit von Autor Thema
27.12.08 22:44 ludwig60Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
28.12.08 11:53 petra_hRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
28.12.08 21:18 ludwig60Re: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
29.12.08 03:50 leonaRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
29.12.08 14:32 ludwig60Re: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
29.12.08 16:29 leonaRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
29.12.08 14:26 petra_hRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
23.01.09 19:58 ludwig60Re: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
24.01.09 03:15 leonaRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
28.01.09 15:37 ludwig60Re: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
24.01.09 03:23 leonaRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
24.01.09 18:15 EgonMartinRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
28.01.09 16:10 WunnekeRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
28.01.09 20:38 ludwig60Re: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
28.01.09 21:19 leonaRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
29.01.09 11:33 ludwig60Re: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
29.01.09 13:25 WunnekeRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
26.02.09 19:31 ludwig60Re: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsbruch
07.04.09 21:22 ludwig60Re: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsb
08.04.09 14:52 IschwalmRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsb
09.04.09 14:48 Spruth, CharitéRe: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsb
09.04.09 19:59 ludwig60Re: Schwiegermutter Demenz, Oberschenkelhalsb
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