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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (660 mal gelesen)
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Mein Vater ist seid 6 Tagen im Krankenhaus Nierenversagen , wir haben wirklich gedacht es ist vorbei , dann hat er eine Infusion nach der anderen bekommen . Er ist wieder ansprechbar ,hat richtig ein bischen Farbe im Gesicht. aber es fehlen Ihn die letzten 2 Monate er fragt immer wie es Weihnachten war oder ob der Tannenbaum noch steht . Als ich heute bei Ihn war , hatte er keine Infusion mehr anhängen ,schon war er wieder ganz grau im Gesicht , morgen soll er endlassen werden.Meine Schwester die das letzte mal vor gut einen Jahr bei Ihn war , will das Ihm jetzt aber eine PEG gelegt wird .Mein Vater hat aber als seine Demenz noch nicht merkbar war gesagt sowas will er nicht.Jetzt weiß ich nicht was ich machen soll.

Antworten zu diesem Thema:

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  • (232 mal gelesen)
  • Status: Med-Junior SternStern

Hallo,


eine PEG ist eine Magensonde, über die Nahrung in flüssiger Form zugeführt wird. Kann Ihr Vater denn nicht mehr auf dem normalen Wege essen, oder was ist der Grund, weshalb er jetzt über eine PEG ernährt werden soll? Sie schreiben gar nichts darüber.


Bei massiven Schluckbeschwerden - d.h. man verschluckt sich dauernd beim Essen, droht zu ersticken, bekommt vielleicht Essen in die Lunge - kommt man um eine PEG fast nicht herum; denn das ist eine Quälerei für den Betroffenen und zudem lebensbedrohlich.


Abgesehen von diesem Fall halte ich persönlich eine PEG eher für bedenklich. Oft wird schnell zu einer PEG geraten, weil ein Erkrankter extrem langsam ißt oder Medikamente verweigert. Dann dient die PEG als pflegeerleichternde Maßnahme. Wird gerne von Heimen und Ärzten abgestritten, daß es das gibt, aber es ist ganz einfach so.


Daß Ihrem Vater zwei Monate fehlen und er seltsame Fragen stellt, ist nach der Tortur ja wohl kein Wunder. Zudem leiden viele ältere Menschen in einer Klinik am sogenannten "Durchgangssyndrom", d.h. das ist ein vorübergehender Verwirrtheitszustand, der sich aber meist nach Rückkehr in die gewohnte Umgebung wieder gibt.


Ich persönlich wäre mit dem Legen einer PEG vorsichtig. Sofern der Erkrankte gefahrlos selbst essen kann, gibt es keinen Grund. Immerhin ist der Genuß von Speisen ein erhebliches Stück Lebensqualität, das man einem alten Menschen nicht so einfach wegnehmen sollte. Zumal, wenn Ihr Vater sich zu dem Thema eindeutig geäußert hat.


Schwierig für Angehörige wird es immer dann, wenn Demenzkranke die Nahrung verweigern. Oftmals wird man dann mit Argumenten, wie "Wollen Sie Ihren Vater etwa verhungern lassen?" regelrecht zu einer PEG genötigt. Es ist sicher nicht einfach, hier eine Entscheidung zu treffen. In der Regel ist es so, daß, wenn ein Patient in dem Zustand ist, dass er nur noch durch künstliche Ernährung am Leben erhalten werden kann, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass der Körper mit dem Leben abschließen möchte. Sich in unserer hochzivilisierten Gesellschaft, wo es Nahrung im Überfluß gibt, dann dazu durchzuringen, keine Nahrung mehr zu geben, kostet Überwindung. Ist jedoch die PEG erst einmal gelegt, dann gibt es keine Ausreden mehr. Dann wird der Nahrungsbeutel angehängt und so oftmals ein Leben verlängert, das ansonsten längst einen natürlichen Tod gestorben wäre.


Als Entscheidungshilfe empfehle ich dazu das Buch "Nahrungsverweigerung bei Demenzkranken / PEG-Sonde - ja oder nein?" von Christian Kolb


Liebe Grüße,
Petra H.

  • (176 mal gelesen)
  • Status: Med-Senior SternSternSternStern

Sehr geehrte ang.hoff.,


die Frage, ob das Legen einer PEG sinnvoll ist oder nicht, läßt sich leider nicht pauschal mit "ja" oder "nein" beantworten und ist keine ausschließlich medizinische.
Auch mich würden die näheren Umstände interessieren. Warum soll die PEG gelegt werden? Wie schwergradig ist die Demenz? Wie war die Verfassung Ihres Vaters vor dem Nierenversagen? Wie schätzen die behandelnden Ärzte die Prognose hinsichtlich der Niere ein? Haben Sie das Gefühl, daß Ihr Vater Lebensmut hat? Kann er sich über irgendetwas freuen?


Mit freundlichen Grüßen,


Spruth

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