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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

Titel
Autor
Datum
Grete
(1259 mal gelesen)
Status:

Ich möchte gern fragen, wie die Kombination der Medikamente 1 g Axura (Ebixa) morgens und 10 mg melperon (melneurin) bewertet wird. Seit ich diese beiden Medikamente regelmäßg im Wechsel verabreiche, habe ich den Eindruck, daß die Krankheit schneller voranschreitet. Das Gleichgewicht fehlt immer häufiger, Müdigkeit und Appetitlosigkeit machen sich breit. Gibt es eine Kombination, die man bei Herzinsuffizienz besser einsetzen könnte?


Die Seite finde ich großartig, auch, daß sich jemand bereitfindet, die sicher oft lästigen Fragen der Angehörigen zu beantworten. Vielen Dank für die Mühe, die Sie sich damit machen!

Antworten zu diesem Thema:

Titel
Autor
Datum
Spruth, Charité
(600 mal gelesen)
Status:

Sehr geehrte Grete,
eine Beschleunigung des klinischen Verlaufes der Alzheimer-Krankheit, von der Sie vermutlich sprechen, durch die Verabreichung von Axura/Ebixa ist nicht plausibel. Auch die Wirkungsverstärkung der Nebenwirkungen von Melperon mit Zunahme der "Verwirrtheit" erscheint mir bei den ausgesprochen niedrigen Dosen (meinen Sie bezügl. Axura/Ebixa 10 mg? Verabreichen Sie dieses nur alle 2 Tage?) beider Präparate unwahrscheinlich, obgleich die anderen von Ihnen berichteten Nebenwirkungen theoretisch durch die Medikamente hervorgerufen werden können. Ich würde, sollte eine mittelschwere bis schwere Alzheimerkrankheit vorliegen, die Dosis von Axura/Ebixa steigern, die Indikation von Melperon prüfen und das Präparat gegebenenfalls absetzen. Wenn es unter der A./E.-Aufdosierung zu einer Zunahme der Gleichgewichtsstörung kommen, müsste die Dosis wieder reduziert werden. Sollte eine leicht- bis mittelgradige Alzheimer-Demenz vorliegen, wäre alternativ der Einsatz von Acetylcholinesterase-Hemmern (Aricept, Exelon, Reminyl) zu erwägen. Alle Schritte sollten in Absprache mit einem Neurologen/Gerontopsychiater unternommen werden.
Mit freundlichen Grüssen,
Spruth

Grete
(512 mal gelesen)
Status:

Sehr geehrter Herr Dr. Spruth, vielen Dank für Ihre Antwort. Ich
verabreiche die Medikamente auf Anordnung der Neurologin.Dort wird seit
etwa zwei Jahren die Behandlung durchgeführt. Leider ist es aber der
einzige Alzheimerfall in dieser Praxis und einen Gerontopsychiater habe
ich bisher vergeblich gesucht in unserer näheren oder etwas weiteren
Umgebung. Lange Autofahrten sind schon schwierig,so daß ich auf einen
Gerontopsychiater am Wohnort (Rostock) angewiesen wäre. Können Sie einen
Namen oder eine Tel.-Nr. mitteilen? Das wäre sehr freundlich.
Exelon, Reminyl haben wir schon durch, das Ergebnis war schlecht, so daß
Axura /Ebixa angesetzt wurde. Davon wird täglich morgens 20 Tropfen
gegeben neben einer Herztablette (5 mg Benalapril). Am Abend dann
täglich 10 mg Melperon. Axura wird abends nicht gegeben.
Die Indikation für Melperon kann ich selbst nicht überprüfen. Es wurde
zunächst auf Bedarf festgelegt und dann empfohlen,es täglich am Abend zu
geben, um die nächtliche Unruhe (etwa viermal aufstehen) zu
unterdrücken. Das gelingt einigermaßen, es ist damit aber kein
Durchschlafen zu erreichen.
Ich würde gern eine Medikation erfragen, die man in dieser Situation
evtl. besser anwenden könnte.
Leider wurde die e-mail beim erstenmal nicht richtig übermittelt,
so daß ich mich erst heute noch einmal an Sie wende.
Vielen Dank und freundliche Grüße von Grete



Spruth, Charité
(351 mal gelesen)
Status:

Sehr geehrte Grete,
Adressen von Gedächtnissprechstunden finden Sie unter www.alzheimerforum.de. Über den Einsatz eines Neuroleptikums und dessen Vertreter sollte der behandelnde Arzt, der den Patienten am besten kennt, zusammen mit den Angehörigen entscheiden. Sie können natürlich mit ihm über einen Präparatewechsel beraten. Alternative Neuroleptika, die sich in der Gerontopsychiatrie bewährt haben, sind z.B. Citalopram oder Risperidon.
Mit freundlichen Grüssen,
Spruth

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