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Hallo,
Ich selbst bin 27 und mein Vater ist an Alzheimer erkrankt. Ich hatte vorhin einfach einen emotionalen Zusammenbruch, ich habe einfach das Gefühl, dass keiner (nicht mal mein Freund) mich richtig verstehen kann, wie es ist, wenn der eigene Vater Alzheimer hat. Und ich wünsche mir soo auch mal mit jemanden sprechen zu können, der auch noch jünger ist und dieselbe sch... Krankheit bei einem Angehörigen erlebt. Mein Vater ist zwar schon etwas älter (meine Mutter und er haben einen etwas größeren Altersunterschied) aber dennoch tut es unglaublich weh, dass alles mit anzusehen... Und ich habe heute noch zu meinem Freund gesagt, in sämtlichen Chatforen im Netz finde ich nur Angehörige, die schon viel älter sind als ich (was halt einfach eher die Regel ist). Das soll jez nicht heißen, dass man sich mit denen nicht auch gut austauschen kann, aber es ist einfach nochmal was anderes zu wissen, dass auch andere noch etwas jüngere Personen davon betroffen sind. Es würd mir soo helfen! Also, ich freue mich, wenn sich jemand meldet und an einem Austausch interessiert ist!
GLG


Hallo,
bin zwar leider nicht mehr ganz so jung, als die Krankheit bei meinem (noch jungen) Vater aber eindeutig feststellbar war, war ich auch erst 31. Bei Bedarf können wir uns gern austauschen, ggf. PN?
Viele Grüße, Flieder
Ja sehr gerne ! Bin über jeden Kontakt froh!! Wie geht es deinem vater denn jetzt? Schreib sonst auch gern PN zurück!
lg
Hallo Primi2605,
ich bin zwar keine 27 Jahre mehr, aber fühle mich mit meinen gerade mal 40 Jahren immer noch viel zu jung für meinen an der früh einsetzenden Alzheimer erkrankten Mann (er ist 45 Jahre alt).
Ich bin immer wieder auf´s neue erschüttert, welche "Überraschungen" uns täglich wieder erwarten und manchmal auch ganz schön verzweifelt.
Die einzige Selbsthilfegruppe in unserer Umgebung trifft sich immer schon um 13:30 Uhr Mittags. Da komme ich gerade von der Arbeit heim, und habe zwei hungrige Kids und meinen Mann zu versorgen. Auf meine vorsichtige Anfrage, die Treffzeit vielleicht ab und zu auf den Abend zu verlegen, bekam ich zur Antwort: "Das ist doch gar nichts für Sie - Sie haben doch eine ganz andere Ausgangsposition. Bei uns würden Sie sich bestimmt nicht wohlfühlen. Erkundigen Sie sich doch in Großstädten nach speziellen Gruppen für früh einsetzende Demenz."
Wir wohnen jedoch auf dem Land und die nächsten größeren Städte (Rosenheim, München) liegen gut 60 km von unserem Wohnort entfernt...Egal, wie alt wir sind; ich glaube wir haben doch das gleiche Problem!!!
Als jüngerer Mensch fühle ich mich in dieser Beziehung auch ziemlich allein gelassen. Selbsthilfegruppen und seelische Unterstützung für pflegende Angehörige ist zwar überall zu lesen, aber gerade in ländlicher Region ist es gar nicht ganz so einfach, Hilfe zur Selbsthilfe zu finden.
Ich wünsche Dir und Deinem Papa alles Gute, viel Geduld, Kraft und trotz allem auch reichlich Freude.
Schöne Grüße
xe16la
Hey,
ja du hast wahrscheinlich recht, egal welches Alter, es ist einfach total schwer mit dieser Krankheit umzugehen. Das ist echt hart, wenn dein Mann erst 45 Jahre alt ist. Wie weit ist die Krankheit denn bei ihm fortgeschritten? Wie kommen deine Kinder damit klar?
Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute und GANZ VIEL Kraft!!
Hallo,
herzlichen Dank für Deine Antwort.
Von ärzlicher Seite wurde der Zustand meines Mannes derzeit als mittelgradige Demenz eingestuft. Er ist körperlich total fit und betreibt sehr viel Sport (Berglauf, Marathon, Judo). Aber leider baut er geistig zunehmend immer mehr ab. Gespräche sind schwierig; er versteht teilweise den Sinn des Gesagten nicht mehr, vergisst vieles, behauptet dafür anderes felsenfest, was vielleicht gar nicht so war... Sehr schwierig sind auch seine absolut unsinnigen Handlungsweisen. Er möchte etwas tun und beginnt immer wieder etwas anderes, macht aber nichts fertig, und verlegt Dinge an den unmöglichsten Orten. Wegen seinen Orientierungsschwierigkeiten und mangelnder Aufmerksamkeit darf er von ärztl. Seite auch nicht mehr Auto fahren. Bei den Lauf-Wettkämpfen nehmen ihn zum Glück meist Vereinskollegen mit und passen auch auf, dass er das meiste an Kleidung/Rucksack wieder heim bringt... Das ist dann doch ganz angenehm.
Seit Juni 2011 geht er nicht mehr zur Arbeit (seine Fehlerquote war, wie ich zu diesem Zeitpunkt erfahren habe, schon immens, aber er hatte so liebe Kollegen, die ihn lange Zeit gedeckt und oft genug für ihn mitgearbeitet haben) und es sieht auch nicht so aus, als ob es besser wird.
Wir gehen in der Familie, mit Freunden und Nachbarschaft sehr offen mit der Krankheit um. Somit erhalte ich doch in den meisten Fällen Verständnis für manche unerklärlichen Aktionen meines Mannes und ich muss mich nicht ständig für ihn rechtfertigen.
Wir haben, so denke ich, einen guten Familienzusammenhalt. Auch meine Kids versuchen ihren Papa zu unterstützen. Zur rechten Zeit sind sie dann aber auch wieder genervt oder schämen sich gar vor Freunden.
Also mein Mann "tickt nicht mehr so, wie´s recht wäre", aber dann doch wieder noch gut genug, dass er auch eigene Fehler und Hilflosigkeiten erkennt. Das ist momentan für ihn auch sehr schwierig.
Wie steht´s bei Dir? Wohnst Du noch zu Hause bei Deinen Eltern oder hast Du ein bißchen Abstand? Wie geht´s Deinem Papa? Wie geht´s Dir mit der Situation?
Schöne Grüße!
hallo,
danke für deine offenen worte. Ich kann dir nur sagen, ihr solltete die Zeit genießen, jetzt wo dein mann zwar vielleicht schon nicht mehr alles so macht wie früher noch, aber wenn du sagst, dass er noch bei wettläufen mitmacht, dann ist das doch echt noch was positives. Das könnte mein Vater nicht mehr. Im Nachhinein "ärgere" ich mich, dass ich die Zeit, in der mein vater noch einiges konnte, nicht mehr genossen habe und oft down war. Mittlerweile ist es so weit, dass er mich (meinen Bruder und meine Mutter) oft nicht mehr erkennt. Dann sehne ich mich zurück in die Zeit, wo er zwar vergesslich war, und auch einige komische Dinge gemacht hat, er uns aber noch immer erkannte. Ich weiß nicht, ob du folgen kannst und verstehst wie ich das meine?? Diese Phase hatte mein Vater auch, dass er selbst gemerkt hat, dass was mit ihm nicht stimmt, in dieser Phase wollte er oft nicht mehr raus unter die Menschen. MIttlerweile glaube ich dass es nur noch wenige Momente sind, in denen er das selber merkt. Ich wohne nicht mehr zuhause, telefoniere aber oft mit meinen Eltern und probiere mindestens zweimal die Woche dahin zufahren. Mein Buruder wohnt noch zuhause, der bekommt noch viel mehr mit. Mittlerweule hat sich bei ihm so eine Art Wut gebildet gegenüber meinen Vater, ich kann das alles nicht nachvollziehen:( Eine Bekannte von uns, die mit Alzheimer-Patienten und ihren Angehörigen arbeitet, hat gesagt, dass das ganz oft passiert, weil man so wütend über die Sitaution ist und das dann auf die Person überträgt... habe probiert mit meinem bruder darüüber zu reden, aber er blockt ab. Da ist einfach so eine extreme Wut...
Auch wenn sich das jetzt gaaanz blöd anhört, aber genießt noch die Zeit, in der dein Mann noch so ist wie er grad ist. Ich hätte das auch tun sollen... Es wird ja nicht besser:( Schön aber dass dein Mann noch Hobbies hat und laufen geht!! Das ist echt super!
Ich hoffe du kannst verstehen, was ich rüberbringen wollte, ist schrifltich immer schwieriger...
bis bald!


Hallo Primi2605,
mir hat es immer ganz gut getan, Berichte von anderen zu hören (bin aber schon 53). Bei Treffpunkt Alzheimer, 10. Sendung, 20. März 2009, gab es mal das Thema. Wobei ich denke, dass der Fall dort anders gelagert ist, als bei Ihnen, denn die Mutter ist wohl mit jungen Jahren daran erkrankt. Bei Ihrem Vater vermute ich, dass er ja schon etwas älter ist.
Die Beschreibung zur Sendung:
Wie ist es wenn man mit Anfang 20 erfährt, dass die eigene Mutter an Alzheimer erkrankt ist? Kann man das Ausmaß dieser Diagnose überhaupt begreifen? Darf man trotzdem seinen Weg gehen oder muss man die eigenen Interessen zurückstecken? Wie geht man als junger Mensch mit der eigenen Hilflosigkeit um? Auf diese und viele andere Fragen wird uns die 25-jährige Dina, deren Mutter vor einigen Jahren erkrankte antworten. Sie lässt uns teilhaben an der Auseinandersetzung mit der fortschreitenden Persönlichkeitsveränderung der Mutter und der daraus resultierenden Veränderung für die eigenen Lebensplanung. Ein Interview, dass den Zuhörer nachhaltig beeindruckt.
[www.treffpunkt-alzheimer.de]
(Falls der Link nicht richtig erscheint: www(punkt)treffpunkt-alzheimer(punkt)de/archiv(punkt)html - dann die 10. Sendung)
Hoffentlich finden Sie Menschen, mit denen Sie sich gut austauschen können.
Lieben Gruß, Eva Franziska
Hallo,
vielen lieben Dank für den Tipp und die lieben Worte! Werde mir die Sendung mal anschauen. Auch Ihnen wünsche ich viel Kraft!
LIeben Gruß!
Hallo Primi,
ich bin 37 aber als bei meiner Mutter die Demenz begann war ich 30 und als ich sie das erste mal Depression einweisen lassen musste war ich 20. Mein Freund verstand mich damals auch nicht, eigentlich hat mich (als ich so jung war) keiner richtig verstanden...das kam daher das keiner damit Kontakt hatte...es ist zu weit weg als das sie es verstehen könnten. Meine Mutter hatte mir beigebracht das man über Familien Angelegenheiten nicht mit anderen Leuten spricht deshalb kam ich erst sehr spät auf die Idee mir von Aussen Hilfe zu holen. Ich habe mir von einem Psychologen zu erst die Krankheit meiner Mutter erklären lassen und wie ich am besten damit umgehe und wie ich mich verhalten muss(bei der Psychose)das half mir sehr..später als dann die Demenz anfing...bin ich zu ein Sozialpsychologin gegangen die Kindern kranker Eltern hilft mit alldem um zu gehen. Und das war das beste was ich diesbezüglich je gemacht habe.
Schau dir mal das an:
[www.netz-und-boden.de]
Ich hatte später auch eine Freundin deren Mutter auch krank war, aber jeder geht damit anders um. Wir haben nur ab und zu über das Tema gesprochen. Aber ich weiss gut was Du meinst, auch für uns war es gut jemanden zu haben der in der gleichen Situation und im gleichen Alter ist (wir waren damals 23)... Frust und Wut oder Angst die wir hatten, die kein andere verstand...da war es gut jemanden zu haben der einen nicht verurteilt.
Lg Inge
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 23.10.11 16:46 | Primi2605 | |
| 27.10.11 20:13 | Flieder | |
| 29.10.11 15:16 | Primi2605 | |
| 03.11.11 20:06 | xe16la | |
| 03.11.11 22:43 | Primi2605 | |
| 04.11.11 20:29 | xe16la | |
| 06.11.11 12:25 | Primi2605 | |
| 06.11.11 21:03 | Eva Franziska | |
| 12.11.11 18:14 | Primi2605 | |
| 04.12.11 22:16 | inge2011 | |
| 04.12.11 23:19 | Primi2605 | |
| 20.03.12 20:27 | struwellotte | |
| 20.03.12 22:46 | Eva Franziska | |
| 21.03.12 19:20 | Primi2605 | |
| 22.03.12 20:56 | struwellotte |
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