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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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Clingsi
  • (7041 mal gelesen)
  • Status:

Meine Mutter (75) lebt wg. ihrer Demenz noch in einem Pflegeheim einer anderen Stadt, wo man leider nicht viel Zeit für die Betreuung hat (suche z.Zt. anderes Heim in meinem Wohnort). Deswegen möchte ich (berufstätig) vorläufig wenigstens an den Wochenenden hinfahren und mich mit ihr beschäftigen. Ich möchte auch Spiele mit ihr machen, finde es wichtig, ihre restlichen geistigen Fähigkeiten zu fordern. Aber so, daß sie sich nicht überfordert fühlt. Nicht, daß sie etwas nicht schafft und sich schämt, sondern daß es ihr auch Spaß macht. Daher meine Frage: Welche wären da geeignet?

Z.B. Memory-Spiele sicher nicht, das würde bei ihr wahrscheinlich nur zu Frustration führen. Oder könnte man die evtl. so abwandeln, daß alle Bilder sichtbar sind und so die Paare gefunden werden müssen? Wie ist es mit Dominospielen, wahrscheinlich eher nicht mit Punkten (zu abstrakt), sondern mit Bildern (das Holz-Domino "Der kleine Eisbär" finde ich z.B. schön und nicht allzu "kindlich", wäre das geeignet, oder sind die Bildchen schon zu komplex)? Sind Lernspiele für Kleinkinder geeignet? Zu Mensch-ärgere-Dich-nicht hat sie nie Lust. Sie hat auch einfache Puzzles, von 9 bis 50 Teilen, aber die macht sie nicht (oder vergißt vielleicht, daß sie da sind).

Was kann ich da wohl besorgen?

- Memoryspiele (abgewandelte Regenl, s.o.)
- Dominospiele
- Lernspiele f. [Klein]Kinder z.B. Zahlen-
u./od. Buchstabenspiele, Wörter bilden,
'Kennst Du die Uhr' usw.)
- Erwachsenenspiele ('Scrabble')
- Familienspiele (welche?)

Welche Sinne / Fähigkeiten bleiben denn bei Demenzkranken am längsten erhalten? Frage, damit ich ein Spiel finde, bei dem sie auch Erfolgserlebnisse hat.

Da man, wie erwähnt, sich nicht viel mit den Bewohnern beschäftigt, wäre auch ein Spiel, daß man alleine spielen kann (Legespiele, Puzzles) evtl. gut, nur fehlt ihr dazu wohl meistens der Antrieb...

Sie hat früher gern gestickt, sind Demenzkranke dazu noch in der Lage (grobe Kreuzstichmuster vielleicht)?

Vielen Dank!

Viele Grüße,

Ulrike

Antworten zu diesem Thema:

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Autor
Datum
Spruth, Charité
  • (2013 mal gelesen)
  • Status:

Sehr geehrte Ulrike,


Sie haben sich viele Gedanken um die Förderung und Beschäftigung Ihrer Mutter gemacht und dabei schon die wichtigste Regeln bedacht. Hierzu gehört, daß der Patient nicht überfordert werden sollte um Frustrationserlebnisse zu vermeiden. Gleichzeitig sollte keine Prüfungs- oder Trainingsatmosphäre aufkommen, eine Verbesserung des Gedächtnisses ist ohnehin nicht zu erwarten. Die von Ihnen vorgeschlagenen Spiele sind in meinen Augen gut zur Beschäftigung geeignet, ob Ihre Mutter noch Sticken kann müssten Sie ausprobieren, viele Demenzkranke können auch in mittleren Stadien durchaus noch einfache handwerkliche Tätigkeiten verrichten. Andere Spiele, die Sie versuchen könnten sind z.B. "Mensch-ärgere dich nicht" oder "Ich sehe was, was Du nicht siehst". Vielleicht testen Sie auch einmal, ob Ihre Mutter gerne malt, oder zumindest Zeichnungen ausmalt. Eine meiner Patienten kegelte vor Ihrer Erkrankung regelmäßig und hatte im Pflegeheim große Freude daran, auf dem Flur mit Plastikkegeln dem alten Hobby nachzugehen. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, verbleibene Fähigkeiten zu fördern, probieren Sie einfach aus, was Ihrer Mutter gefällt. Tauschen Sie sich auch mit anderen Angehörigen aus, z.B. über die Alzheimer Angehörigen-Initiative e.V. (http://www.alzheimerforum.de) oder die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (http://www.deutsche-alzheimer.de). Kostenlose, z.T. sehr gute, Broschüren können Sie auch bei verschiedenen Pharmafirmen bestellen (z.B. unter www.alois.de oder www.alzheimerinfo.de).


Mit freundlichen Grüssen,


Spruth

Auguste. D.
  • (1202 mal gelesen)
  • Status:

Hallo,


vielleicht tun es auch alte hausfrauliche Tätigkeiten,
Socken, Knöpfe nach Farben sortieren,
Kartoffeln schälen,
alte Fotos gemeinsam anschauen,
an Gewürzen riechen lassen, fragen, was es ist, was man damit macht,
Gleiches kann man mit kleineren Haushaltsgegenständen tun, die man auch anfassen kann,
Ich kenne eine Dame, die fruchtbar gerne in einem Katalog ankreuzt, was sie bestellen möchte (was sie zum Leid der Tochter, zur Freud der Versender) ausgiebig in der Vergangenheit machte,
die alte, gute Knetmasse ist prima...Kügelchen formen,
...
Auf jeden Fall machen diese Beschäftigung Spass und erhalten die Fähigkeiten länger am Leben. Was nicht gemacht wird, ist schneller aus dem Gedächtnis weg...


Viel Spass beim Ausprobieren...zu diffizile Sachen überfordern auch leicht....Kreuzstich ? meine Mutter konnte noch lange einfache Sachen stricken.....aber es gibt auch tolle Fädelspiele für Kinder, die etwas grobmotorischer ausgeführt werden können ...


Herzlichen Gruss und vielleicht ein Wiederlesen unter
[www.alzheimerforum.de]


....



i.hessner
  • (1786 mal gelesen)
  • Status:

Hallo,
wir haben ähnliche Probleme. Bisher haben wir meinen Vater, er wird 77 J. alt, zu hause gepflegt. Er kann "Mensch-Ärgere-Dich-nicht" nicht mehr spielen. Viele Spiele habe ich aus dem Keller geholt (von meinem Sohn - er ist jetzt 12). Das Problem bei uns war: kein Interesse. Wenn ich ein Puzzle mit 20 Teilen bringe: Was soll ich damit? Aggressivität war die Folge. Wohlgemerkt - mein Vater ist körperlich gut drauf. Letzten Sonntag war es so schlimm, dass er mich nicht mehr erkannte, er wollte sich anstatt auf die Toilette in die Badewanne setzen. Montag früh habe ich unseren Arzt verständigt - mein Vater wurde in die geschl. Abt. des Bezirksnervenkrankenhauses Bayreuth eingeliefert. Die Ärzte machen uns wenig Hoffnung, ihn zu Hause pflegen zu können = Bewachung rund um die Uhr! So steht uns auch die Suche nach einem geeigneten Heim bevor. Aber ich denke in unserem Fall, dass eine gute Heimpflege für meinen Vater besser wäre als bei uns zu sein. (Meine Eltern sind im Aug. 02 auf meinen Wunsch hin zu uns gezogen, da mein Vater gewisse Anzeichen vermehrt zeigte.) Er schlief tagsüber, abgesehen von den Mahlzeiten und Toilettengängen (Windeln sind obligatorisch). Nachts wurde er aktiv, bis wir in schließlich einschließen mußten. Wie ich die Betreuung in Bayreuth jetzt sehe und aus den Beurteilungen des Arztes schließen muß, mein Vater wird auf das Leben in einer geschlossenen Station eines Altersheimes vorbereitet - jede Bemühung unsererseits bringt nichts mehr! Schwierig sind die Besuche, wenn er uns doch noch mal erkennt ....
Ich hoffe tief, dass es Ihnen besser ergeht und vielleicht eine Therapy-Möglichkeit gefunden wird ... mein Vater nimmt seit Jahren Aricept.


Vielleicht höre ich von Ihnen.
Es würde mich sehr freuen.


I. Hessner

  • (570 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Liebe Auguste
Das ist so viele Jahre her und doch hat sich sehr sehr wenig geändert. Auch ich suche Spiele, Übungen und sonst noch was. Wie ist es dem Vater und Ihnen ergangen, wie geht es Ihnen falls sSie noch an Bord sind.
Ich würde mich freuen über eine Antwort.
Alles Gute von Anna

  • (731 mal gelesen)
  • Status: Med-Junior SternStern

In unserer Haus- und Wohngemeinschaft sind Spiele/Anregungen/Gedächtnistraining ein ständiges Suchen/Ersetzen. Darüber läßt sich locker ein Buch ein schreiben - aber hier unsere Vorgehensweise: Wir nehmen Rücksicht auf die Tagesstimmung und lassen viel mit Holzspielzeugen machen - Ziel: Training des Erkennens mittels der Augen, Zielführigkeit der Hände, logische Denkstrukturen fordern und fördern. Das anvisierte Ziel ist stets etwas höher, als wir vermuten, dass es erreicht werden könnte. Die letzte "Wegstrecke" ist dann gemeinsames Erarbeiten. Im Vordergrund steht nicht Spaß sondern "Fordern und Fördern". Alzheimer geht sehr häufig Hand in Hand mit Depressionen - geschaffte Ziele sind zugleich Erfolgserlebnisse. Im Gegensatz zur häuslichen Betreuung, hilft hier die Gemeinschaft mit ihren doch sehr unterschiedlichen demenziellen Ausprägungen der Einzelnen. Die Frage, welche Spiele sind am ehesten geeignet - ist so einfach nicht zu beantworten. Das eine Spiel wird zu "kindisch" empfunden, beim anderen ist es die totale Überforderung und damit nur ein Ansatz für Frust und Aggression. Trotz Demenz ist und bleibt die ursprüngliche Intelligenzleistung vorhanden. Wer nie im Leben gespielt hat (haben wir auch hier), ist einfach nicht ans Spielen zu interessieren - er/sie baut einfach aus Holzklötzen zb ein Haus (!). Eine Mieterin hatte früher Preisskat gespielt (und das verdammt gut) - sie getraut sich nicht mehr - aber mit Computer (!) und der Aufforderung, sie soll mir gegen den Computer helfen - geht es wieder. Letztendlich stehe ich hier vor der Entscheidung, die Spielkonsole zu installieren. Habe leider selbst noch keine Erfahrung - aber in den USA ein Riesenerfolg. Bewegung, Zielführigkeit der Bewegung und Erfolge sind hier leichter möglich. Das Spielangebot ist so unterschiedlich, wie nunmal der Mensch unterschiedlich ist. Man muss es ausprobieren und dabei nicht vergessen - es sollen die noch vorhandenen Ressourcen gefordert und gefördert werden. Nur bloße Beschäftigung führt schnell zu Aggressionen.

  • (582 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Und wenn nichts absolut nichts mehr geht? was dann?

  • (543 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

... dann ist es besonders traurig und man muss es irgendwie aushalten.


Stofftier im Bett, Puppe im Sessel, mehr fällt mir dann auch nicht ein.


Habe gerade zwei wunderschöne Mobilée gekauft. Wenn meine Mutter auf dem Bett liegt, starrt sie dann vielleicht nicht mehr so ins Leere und sieht irgendwelche Gestalten. Auch nur ein kläglicher Versuch.


Lieben Gruß - Marge







Mein Steckbrief (Stand Jan 2011): Mutter (82) wurde betreut von Ehemann (82) und mir (Tochter 55), vollzeitberufstätig. Erste Hirnleistungsstörungen diagnostiziert in 1994. Im März 09 als "mittelschwere" Altersdemenz eingestuft. Medikamente in 2009: 1 x wöchentlich Imap-Spritze, morgens und abends eine Piracetam Tablette. Seit Jan 10: Axura 5 mg morgens. Mit Axura deutliche Verbesserung in Wahrnehmung und Wortfindung. Wir werden wieder mit unseren richtigen Namen angesprochen, auch wenn sie nicht weiß, wer wir sind. Sie formuliert ab und zu wieder ganze Sätze, wenn auch kurze. Seit März 10 wieder mehr Stimmungsschwankungen, Weinen, Angst. Es kommen Rückenschmerzen und dadurch eingeschränkte Beweglichkeit hinzu. Ab 23.03. Fentanyl-Pflaster. Am 28.03. 10 Tage Krankenhaus wegen starker Durchfälle. Ab 06.04. auf mehrmaliges Anraten des Neurologen auf die geronto-psych. Abtlg. Dort bekommt sie Solian. Am 20.04. Umzug in ein Seniorenheim. Weiterhin nur Solian (1/2 morgens und abends), nachts Pipamperonsaft (3 ml), sonst keine Medikamente.

  • (467 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Kuscheln vielleicht, geht das noch ?


Nicht so traurig sein, vielleicht ruht sich die Mutter einach aus.


Liebe Grüssse von Anna

  • (566 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Die Mobilée sind sehr gut angekommen. Obwohl meine Mutter kaum noch spricht, hat sie versucht, einer Pflegerin zu erzählen, dass sie das schön findet, wenn sie im Bett liegt und darauf schaut.


Kleines Erfolgserlebnis.


Schöne Woche und Gruß - Margret







Mein Steckbrief (Stand Jan 2011): Mutter (82) wurde betreut von Ehemann (82) und mir (Tochter 55), vollzeitberufstätig. Erste Hirnleistungsstörungen diagnostiziert in 1994. Im März 09 als "mittelschwere" Altersdemenz eingestuft. Medikamente in 2009: 1 x wöchentlich Imap-Spritze, morgens und abends eine Piracetam Tablette. Seit Jan 10: Axura 5 mg morgens. Mit Axura deutliche Verbesserung in Wahrnehmung und Wortfindung. Wir werden wieder mit unseren richtigen Namen angesprochen, auch wenn sie nicht weiß, wer wir sind. Sie formuliert ab und zu wieder ganze Sätze, wenn auch kurze. Seit März 10 wieder mehr Stimmungsschwankungen, Weinen, Angst. Es kommen Rückenschmerzen und dadurch eingeschränkte Beweglichkeit hinzu. Ab 23.03. Fentanyl-Pflaster. Am 28.03. 10 Tage Krankenhaus wegen starker Durchfälle. Ab 06.04. auf mehrmaliges Anraten des Neurologen auf die geronto-psych. Abtlg. Dort bekommt sie Solian. Am 20.04. Umzug in ein Seniorenheim. Weiterhin nur Solian (1/2 morgens und abends), nachts Pipamperonsaft (3 ml), sonst keine Medikamente.

Datum/Zeit von Autor Thema
27.01.04 12:27 ClingsiGeeignete Spiele für Demenzkranke?
30.01.04 18:00 Spruth, CharitéRE: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
04.02.04 16:37 Auguste. D.RE: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
11.02.11 21:06 chcfrfeRe: RE: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
28.02.04 00:09 i.hessnerRE: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
13.02.11 01:20 lohmar1Re: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
17.02.11 17:09 traurig 2Re: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
19.02.11 20:16 chcfrfeRe: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
18.02.11 08:56 marge09Re: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
21.02.11 07:40 marge09Re: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
23.02.11 19:44 bossinaRe: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
24.02.11 21:43 Eva FranziskaRe: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
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06.08.11 15:35 KreativRe: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
21.09.11 13:03 Simone1970Re: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
04.12.11 21:40 inge2011Re: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
05.12.11 13:57 lohmar1Re: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
05.12.11 15:40 alwernerRe: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
09.02.12 13:58 Eva FranziskaRe: Geeignete Spiele für Demenzkranke?
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