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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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Liebe Mitglieder,
das Mitglied Hans Peter Koller hat einen Thread zur Frage "Eternacept" - eigentlich ein Rheumamittel - eröffnet. Hat irgendjemand Erfahrung damit oder kann auf Berichte dazu verweisen? Ich habe im Netz nichts Aussagekräftiges gefunden.


Danke für Hinweise!


Alles Liebe
Leona

Antworten zu diesem Thema:

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Sehr geehrte Leona,


ich vermute, Sie haben zu Eternacept nichts gefunden , weil es sich "Etanercept" schreibt.
Bei dem Medikament, welches bereits seit einigen Jahren in der Rheumatologie eingesetzt wird, handelt es sich um einen TNF(=Tumornekrosefaktor)-Alpha-Inhibitor. Es gibt durch aus Besonderheiten in der Pathophysiologie der Alzheimer-Erkrankung, die Untersuchungen mit einem solchen Medikament (es gibt noch weitere, ähnliche Präparate sinnvoll und interessant erscheinen lassen. Ich möchte nur ganz entschieden eine verfrühte Euphorie bremsen. Leider kenne den Artikel aud dem Berliner Kurier nicht und kann zu den dort getätigten Aussagen daher nicht Stellung beziehen. Daher nur allgemein: Zu dem Präparat gibt es meines Wissens bisher 2 Publikationen, eine von 2006 und eine von 2008. Bei der ersten wurde das Medikament, das einmal wöchentlich gespritzt wurde über 6 Monate in einem Zentrum im Sinne einer Pilot-Studie getestet. An gerade einmal 15 Patienten mit unterschiedlichsten Schweregraden und nicht verblindet, d.h. es gab keine Placebokontrolle und sowohl Arzt als auch Patient und Angehöriger wußten, daß sie das Medikament erhalten. In dieser Studie konnte eine Verbesserung der Hirnleistung beobachtet werden. Ob dies an dem Medikament lag oder einem Placeboeffekt oder an der Aktivierung des Patienten durch wöchentliche Arztbesuche und aufmerksame Angehörige? Wer weiß es. Die zweite Studie wurde von er gleichen Arbeitsgruppe an genau einem Patienten durchgeführt, der ebenfalls ansprach. Das läßt alles hoffen, mehr aber auch nicht. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, bevor eine eine breitere Anwendung erfolgen kann.
Es tut sich viel in der Forschung, auch auf dem Gebiet der Demenzen. Man kann den Patienten m.E. aber nicht jedes Mittel, von dem gerade irgendwer sagt, daß es helfen könnte, versuchsweise verabreichen. Medikamente sind keine Smarties. Ich verstehe die Verzweiflung der Angehörigen und auch die der Patienten, die Ihre Krankheit wahrnehmen. Man greift nach jedem Strohhalm. Jedoch sind die Enttäuschung über ausbleibende Wirkungen, sich einstellende Nebenwirkungen bzw. Wechselwirkungen mit anderen vom Patienten eingenommene Präparate sind sorgfältig gegen einen möglichen Therapieeffekt abzuwägen.


Mit freundlichen Grüssen,


Spruth

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