Startseite > Foren > Forum Alzheimer > Erinnerungslücke mit fatalen Folgen
Sehr geehrter Herr Spruth,
hallo an alle Forenteilnehmer,
vor ca. 5 Jahren habe ich während meiner beruflichen Aussendiensttätigkeit ein Telefonat
auf meinem Diktiergerät aufgezeichnet.
Damals war ich 50 Jahre alt.
Es handelte sich um eine kurze Verabredung mit einer Frau.
Meine Frau hörte die Aufzeichnung, sprach mich 1 Woche später daraufhin an und verlangte eine Erklärung, mit welcher Frau ich mich denn verabredet hätte.
Sie spielte mir die Aufnahme noch einmal vor, ich konnte ( und kann mich bis heute ) jedoch nicht an dieses Telefonat, bzw. Verabredung erinnern.
(Ausser, dass diese Frau vielleicht meine eigene Frau sein könnte ???, aber dies verneint meine Frau wiederum.)
Beruflich duze ich keine Frau(en).., die Frauenstimme kann nur aus unserem privaten Umfeld kommen.
So sehr ich mich auch anstrenge mich zu erinnern, ich habe keinerlei Verknüpfungen in meinem Kopf, aus welchem Grund dieses Gespräch zustande kam
Meine Frau glaubt mir diese Erinnerungslücke nicht, sie unterstellt mir seit mittlerweile 5 Jahren, dass ich etwas "bunkern" würde, was aber in keiner Weise stimmt.
Meine Frau ist der Meinung, dass sich im Gehirn Verknüpfungen speichern würden, zumal...wenn man das Gespräch im Nachhinein noch einmal hört.
Ich bin vollkommen verzweifelt, meine Frau möchte nun, nach 5 Jahren Endlosdiskussion die Trennung.
Haben Sie eine Idee, welchen Weg ich nehmen könnte, um diese Erinnerungslücke zu schließen ?
Gibt es vielleicht eine Erklärung für meine Nicht-Erinnerung ?
Gibt es Untersuchungsmethoden, die mein Vergessen belegen könnten.
Ich wäre zu allem bereit, würde jeden Spezialisten aufsuchen.
Im Allgemeinen bin ich schon etwas vergesslich, mir fallen z.B. Namen von bestimmten Personen nicht ein...und wenn ich in den Keller gehe, weiß ich manchmal nicht, was ich eigentlich dort wollte.
Für eine Antwort, auch von Forenteilnehmern würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer53


Hallo Rainer53,
wenden Sie sich an einen Arzt und lassen Sie sich auf Demenz testen - das machen mittlerweile auch Hausärzte. Sie können auch einen Neurologen aufsuchen. Aber es könnte auch sein, dass Ihre Frau ärztliche Hilfe braucht, denn wegen eines nicht mehr klärbaren Telefonats vor 5 Jahren (!) sollte keine derartige Aufregung entstehen. Vielleicht haben Sie aus Versehen jemanden geduzt - sowas kommt vor. Wichtiges kann es m.E. nicht sein (außer ein Trauma, dass aber wohl nicht vorliegen dürfte), denn sonst hätten Sie vmtl. eine Erinnerung daran. Wir erinnern uns ja auch an den 11.09.2001 aber kaum an den 10.09.2001.
Sprechen Sie mit einem Arzt.
Gruß
Egon-Martin
Hallo EgonMartin,
der Konflikt entstand nicht erst jetzt, sondern 1 Woche nach meiner Erinnerungslücke.
Es liegt seit dem etwas Ungeklärtes zwischen uns, das macht meiner Frau zu schaffen.
Danke für Ihre Antwort.
Rainer53
Hallo rainer53
Sie haben also 5 Jahre dazu gebraucht ,sich einmal mit einem ernsten Partnerschaftsproblem auseinanderzusetzen. Wie Sie (nach 5 Jahren)richtig vermuten,
steht etwas Ungeklärtes zwischen Ihnen und Ihrer Frau, was Ihrer Frau wohl schwer zu
schaffen macht. Jetzt, wo es um die Wurst (sprich Trennung) geht, greifen Sie sogar auf
Demenz oder Alzheimer zurück. Ich kann Sie beruhigen, beides trifft nicht zu, sonst hätten
Sie Ihren Job als Aussendienstler wohl schon lange an den Nagel hängen müssen.
Ihre Frau erwartet seit 5 Jahren Aufklärung über ein Telefonat, wobei es wahrscheinlich
schon lange nicht mehr um das Telefonat an sich geht, sondern darum, wie sie damit um-
gehen. Würden Sie Ihre Frau und damit Ihre Ehe ernst nehmen, hätten sie schon lange
Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, Ihrer Frau zu beweisen, was es mit dem Telefonat
auf sich hat. Ob es sich um die Stimme Ihrer Frau handelte, hätte man in einem vernünftigen Tonstudio schon längst herausfinden können. Jeder Ehepartner, egal welchen
Geschlechts, der über so etwas "fällt" drängt den Partner, dies aufzuklären. Nimmt ein
Partner das nicht ernst , läßt er zu ,das massives Misstrauen sich in eine Partnerschaft
einschleicht und das vertraute Miteinander empfindlich gestört wird.
Ich hoffe für Sie, dass Ihre Frau diesen Artikel im Forum n i c h t sieht, denn jeder vernünftige Mensch würde danach an die Decke gehen.
Ich kann Ihnen nur raten, lassen Sie die albernen Demens-und Alzheimergeschichten wo
sie sind. Nehmen Sie endlich zur Kenntnis, dass die jahrelange Ignoranz, mit der sie
dieses Thema unter den Tisch gekehrt haben,Ihre Ehe vergiftet hat.
Bemühen Sie sich endlich um Aufklärung, statt sich mit Hilfe eines Forums einen Freifahrtschein erschleichen zu wollen.
faldara


Sehr geehrte Faldara,
dieses Forum ist ein Forum der Hilfe und des gegenseitigen Gedankens- und Erfahrungsaustaussches und kein Vorwurfs- oder Meckerforum gegen Beitragsschreiber. Ich halte daher Ihren Beitrag für problematisch.
Rainer53 hat sich an das Forum gewandt, weil er Befürchtungen und Probleme hat, die aus Sicht des Laien eine Demenzerkrankung nicht absolut ausschließen. Weder Sie noch ich kennen die konkrete Situation und sichere Ausschlussdiagnosen via Internet dürften wohl kaum mit medizinischer Sicherheit möglich sein. Schließlich wundert er sich ja auch über Vergesslichkeit und Desorientierung im alltäglichen Bereich, die ihm widerfuhren. Daher habe ich ihm den Kontakt mit einem Arzt empfohlen.
Gruß
Egon-Martin
Hallo Faldara,
ich muss mich EgonMartin anschließen. Auch ich finde die "Schelte", die Sie hier verteilen, unangemessen. Es sei denn, Sie kennen Hintergründe, die uns verborgen sind. Zunächst einmal sollte man jedes hier vorgetragenen Anliegen ernst nehmen - ich kann mir kaum vorstellen, dass rainer53 seine Gattin zum Lesen seiner Beiträge hier an den Bildschirm holt, um ihr etwas zu beweisen . . .
Also besinnen wir uns darauf, dass dies hier das Alzheimer Forum ist . Auf der Startseite gibt es auch eins für "Zwischenmenschliches".
LG Leona
Hallo EgonMartin, auch hallo an leona
Ich kenne keine Hintergründe, ich lese nur aufmerksam. Welches Problem hat Rainer53?
"Haben Sie eine Idee, welchen Weg ich nehmen könnte, um diese Erinnerungslücke zu schließen ?
Gibt es vielleicht eine Erklärung für meine Nicht-Erinnerung ?
Gibt es Untersuchungsmethoden, die mein Vergessen belegen könnten. "
und
"Im Allgemeinen bin ich schon etwas vergesslich, mir fallen z.B. Namen von bestimmten Personen nicht ein...und wenn ich in den Keller gehe, weiß ich manchmal nicht, was ich eigentlich dort wollte.
der Konflikt entstand nicht erst jetzt, sondern 1 Woche nach meiner Erinnerungslücke. "
..... also vor ca 5 Jahren
Sorry, aber Rainer53 weist auf eine einzige (delikate)Erinnerungslücke von vor 5 Jahren hin.
Und wer noch nicht im Keller stand und vergessen hatte, was er wollte, den möchte ich
mal sehen.
Ich habe 12 Jahre Schwerstkrankenpflege hinter mir, bin also nicht ganz unbedarft.
Jeder Beitrag im 'Forum Alzheimer (und Demens) tut mir in der Seele weh,
weil ich weiß, welche Probleme Anghörige und Pflegende haben, aber dieser Beitrag gehört wahrlich nicht hier hin. Ich lasse mich aber gerne von Rainer53 eines besseren
belehren.
faldara


Liebe faldara,
ich denke nicht, dass sich jemand, der etwas in diesem Forum schreiben möchte, sich dafür zu rechtfertigen hat. Falls ein Beitrag sachfremd ist, wird er von der Forenredaktion in ein passenderes Forum verschoben oder – bei Verstoß gegen die Regeln – ggf. gelöscht.
Was seit den 5 Jahren alles passiert ist, hat Rainer53 nicht mitgeteilt und muss das auch nicht. Es ist ja durchaus möglich, dass sich in den Jahren ein Leidensdruck angesammelt hat, der erst jetzt zum Schritt, Hilfe zu suchen bzw. in einem Forum zu schreiben, geführt hat. Vielleicht ist das für Sie angesichts Ihrer eigenen Leiderfahrung zu gering und Sie sehen hier „nur“ ein Eheproblem, das bei einer Eheberatung vielleicht besser aufgehoben wäre als hier. Ob dem tatsächlich so sein mag, können wir nicht beurteilen. Dazu darf Rainer53 sich äußern, wenn er möchte. Wir können auch nicht wissen und daher nicht beurteilen, ob nicht vielleicht bei der Frau ein psychisches Problem vorliegt, denn 5 Jahre lang auf einen Vorfall – wenn es denn tatsächlich nur einer war – „herumzureiten“, scheint mir nicht normal. Daher ist m.E. – ich wiederhole mich -, eine ärztliche Konsultation angezeigt.
Fakt scheint mir, dass sich hier jemand nach einer Woche nicht mehr daran erinnern kann, was er mit wem aus welchen Gründen kommuniziert hat und das er dadurch mit der Zeit anfing, an seinen kognitiven Fähigkeiten zu zweifeln. Und da hilft ggf. schon ein Test beim Hausarzt um eine Demenz (vorerst) auszuschließen. Sachlich bleibt also von diesem Beitrag eine geäußerte Demenzangst und von der darf man hier m.E. sehr wohl schreiben.
Ich will Ihnen keine Vorwürfe machen, denn es ist normal, nach eigener langjährigen schwerer Leidenserfahrung die vermeintlich geringeren Leiden anderer als eher unbedeutend zu betrachten. Das kann mir und jedem anderen auch passieren. Es ist vielleicht so ähnlich wie mit dem Autofahren: Wenn man mit 180 km/h auf der Autobahn unterwegs ist und dann – vielleicht wegen einer Baustelle - auf 70 km/h reduzieren muss, kommt einem das wie „Schneckentempo“ vor. Aber auch mit 70 km/h kann man schwere Unfälle erleiden. Man kann Leiden nicht objektivieren, sie werden subjektiv von jedem Menschen anders empfunden. Man sollte sie in jedem Falle ernst nehmen. Denken Sie bitte auch daran, dass Rainer53 schrieb „Ich bin vollkommen verzweifelt,...“.
Nichts für ungut.
Gruß
Egon-Martin


Hallo Rainer53,
rein spekulativ würde ich sagen, dass Sie damals, als das aufgezeichnete Gespräch zu Ohren Ihrer Frau kam, einen Schock erlitten. Schocks hinterlassen Traumata, und die Wirkung dieser sind nicht zu vernachlässigen; werden aber meiner Meinung nach oft richtig unterschätzt. Sogar bei meinem dementen Vater meine ich, dass der letztendliche Auslöser ein Trauma war, neben den biochemischen Voraussetzungen für diese Krankheit. D.h. nicht, dass Sie an Demenz erkranken, aber eher allgemein, dass ein (unfreiwilliger) Verdrängungsprozess wiederum biochemisch etwas auslösen kann, wie psychische Erkrankungen. Das würde auch dafür sprechen, dass Sie sich wirklich nicht mehr daran erinnern können; so etwas weiss man ja auch von Schock-Erlebnissen, dass es einen Mechanismus geben kann, der die Erinnerung "löscht". Ich glaube am besten wären Sie beide bei einem Psychologen aufgehoben, der dieses Phänomen sicherlich besser erklären kann wie ich, der Ihnen beiden aber vielleicht auch einen Weg aufzeigen kann, dieses schwellende Problem endgültig an einen Punkt zu bringen, der das weitere Zusammenleben nicht mehr belastet. Mir scheint anzuklingen, dass Sie dazu neigen, sich mit dieser Sache bzw. anderen Vergesslichkeiten "verrückt" zu machen. Dabei darf man nicht vergessen, dass dies ein Teufelskreislauf sein kann. Ich kann Ihnen sagen, dass ich (unter 40 J. alt) in Stresszeiten vieles einfach nicht mehr richtig wahrnehme, und sogar von meinen engsten Angehörigen darauf angesprochen werde. Es macht mir aber ehrlich nicht viel Sorge, denn ich erkenne ja bei mir, dass ich überlastet bin, und mein Gehirn an anderen Problemen arbeitet, grübelt, und wenn es nur das ist, das bestmöglichste aus dem derzeitigen Alltagsleben zu machen in Akutzeiten. Da ist dann manchmal kein Platz mehr für die Aufnahme von "Nebensächlichkeiten".
Wenn es Ihrer Frau also hauptsächlich darum geht, WIE Sie mit der Sache umgehen oder umgegangen sind, ist es für sie wichtig einen derartigen Mechanismus zu verstehen, Schock-Verdrängung. Organische Beweise sind sicherlich schwer zu führen.
Alles Gute, Flieder
Hallo EgonMartin, hallo leona, hallo Flieder,
ich danke Ihnen für die Antworten und Ihr Mitempfinden.
In der kommenden Woche habe ich einen Termin bei meinem Hausarzt, mal sehen, was dabei herauskommt.
Das Grundproblem, nämlich meine Erinnerungslücke, habe ich wahrheitsgemäß geschildert und erhoffe mir in diesem Forum, noch eine Expertenmeinung zu bekommen.
Lieber EgonMartin, ja, es gibt noch andere Vergesslichkeiten, die ich meiner Frau ebenfalls nicht erklären kann, auf die ich aber fairerweise aufmerksam machen möchte.
Sie hat im Partnerschaftsforum einen Beitrag geschrieben : Aussage gegen Aussage, einer lügt. (letzte Antwort am 10.01.2009).
Meine Frau erhielt auf ihren Artikel sehr viele Streicheleinheiten, die sie noch in ihren Vermutungen bestätigen und sie nun endgültig die Trennung von mir möchte.
Das verkrafte ich aber nicht.
Ich danke euch noch einmal für eure Antworten, die mir endlich das Gefühl geben, verstanden zu werden. In meinem Kopf ist alles weg.
Es ist schlimm, nicht angenommen zu werden.
Über weitere Vorschläge, wie ich meine Erinnerungslücken beweisen könnte, wäre ich sehr dankbar.
Wie schon erwähnt, ich würde mich jedem wissenschaftlichem Experiment zur Verfügung stellen.
Gruß
rainer
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 26.01.09 11:36 | rainer53 | |
| 26.01.09 19:53 | EgonMartin | |
| 26.01.09 20:25 | rainer53 | |
| 27.01.09 14:30 | Anonymer User | |
| 27.01.09 22:53 | leona | |
| 27.01.09 20:58 | EgonMartin | |
| 29.01.09 19:41 | Anonymer User | |
| 30.01.09 03:54 | EgonMartin | |
| 30.01.09 19:48 | Flieder | |
| 31.01.09 19:16 | rainer53 | |
| 31.01.09 23:29 | Spruth, Charité | |
| 01.02.09 11:53 | rainer53 | |
| 14.02.09 17:54 | Rennläufer |
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