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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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(1690 mal gelesen)
Status: Med-Beginner Stern

Hallo!


Bei meinem Vater wurde Mitte November Alzheimer im Anfangsstadium festgestellt. Der Arzt machte einen Test mit meinem Vater, wo dieser verschiedene Aufgaben und Fragen beantworten musste.


Nun ist meine Frage: Der Arzt hat meinem Vater vorher nicht gesagt das er nun diesen Test mit ihm macht und welche Folgen das haben könnte! Aufgrund dieses Tests hat der Arzt ein sofortiges Fahrverbot ausgesprochen. Hätte der Arzt meinen Vater vorher Fragen müssen ob der diesen Test machen muss???



Bitte um Antwort


Vielen Dank

Antworten zu diesem Thema:

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Autor
Datum
leona
(530 mal gelesen)
Status: Senior Moderator

Hallo Elfenwespe,
ich denke, der durchgeführte Test gehört zum Diagnoseverfahren und es steht im Ermessen des Facharztes, einen solchen einzusetzen. Wenn Sie ein wenig hier im Forum stöbern, werden Sie feststellen, dass es in den meisten Fällen leider genau anders herum ist - die Alzheimer Krankheit wird verdrängt und nicht rechtzeitig behandelt. Ich und viele andere hier hatten allergrößte Schwierigkeiten dem Vater/der Mutter klar zu machen, dass Auto fahren mit dieser Krankheit eine Selbst- und Fremdgefährdung ist. Die Versicherungen treten im Schadensfalle z.B. nicht mehr ein, wenn eine Alzheimer Demenz vorliegt. Also sehen Sie das Handeln des Arztes positiv - so können Sie frühzeitig mit der Behandlung der Demenz beginnen und der Arzt hat Ihnen eine schwere Aufgabe abgenommen - nämlich das Fahrverbot. Als Angehöriger kann man es oft nur unter großen Schwierigkeiten durchsetzen. Achten Sie auf eine gute Medikation Ihres Vaters, dann hat er sicher noch ein paar gute Jahre vor sich. Lieben Gruß, Leona

(406 mal gelesen)
Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Elfenwespe,


bei welchem Arzt ist Ihr Vater denn gewesen? Gab es schon länger
den Verdacht auf Alzheimer ? Wie alt ist Ihr Vater?


Als bei meiner Mutter der Verdacht auf AZ/DZ aufkam, waren wir bei einem Neurologen. Dieser Arzt fragte meine Mutter auch nicht
ob Sie breit seih den "Test" zu machen. Ich empfand das auch nicht negativ, da es ja zur Abklärung der Diagnose und späteren medikamentösen Einstellung beiträgt.


Außerdem stellt sich für mich die Frage, ob man wirklich dann noch autofahren sollte?


Gruß
Rosenmädchen

(362 mal gelesen)
Status: Med-Beginner Stern

Meine Mutter war auch mit meinem Vater bei einem Neurologen. Einen Verdacht hatten wir schon, da es ein paar Anzeichen gab. Er ist 66. Das Problem ist, im Grunde hat der Arzt ja im Interesse meiner Mutter und Mir, sowie meinen Geschwistern gehandelt. Nur mein Vater kann es nicht akzeptieren das er kein Auto fahren mehr darf, er sagt für ihn sei das Leben zu Ende und man hätte ihm seine Freiheit genommen. Er ist nun total sauer auf den Arzt der ihm das Fahrverbot ausgesprochen hat. Die Wut lässt er aber nicht am Arzt aus, sondern an meiner Mutter, er macht meine Mutter richtig verrückt wenn sie mit ihm unterwegs ist. Sie ist nervlich an manchen Tagen richtig am Ende. Ich Glaube ich fang für das Problem mal ein neues Thema an.


Würde mich Trotzdem noch über andere Kommentare Freuen.

leona
(355 mal gelesen)
Status: Senior Moderator

Hallo Elfenwespe,
die Reaktion Deines Vaters ist ziemlich normal - bei uns lief es ganz genauso. Es hat Jahre gedauert, bis mein Vater das Fahrverbot einigermaßen akzeptieren konnte und schließlich zuließ, dass ich das Auto - das nur noch Geld kostete - verkaufe. - Es ist tatsächlich ein Stück Freiheitsverlust, das muss man so erst einmal hinnehmen. Ich habe meinem Vater immer wieder gesagt, dass die Versicherung nicht mehr zahlen würde (was auch stimmt), selbst wenn er schuldlos in einen Unfall verwickelt wird. Wenn die herauskriegen, dass eine Demenz vorliegt, ist auch schon alles vorbei. Vielleicht könnt Ihr Deinen Vater bewegen, den kostenlosen Test beim ADAC zu machen - der gibt neutral Aufschluss darüber, ob man noch ein Auto fahren kann oder nicht. - Ansonsten ist es sehr wichtig, dass Dein Vater mit einem Antidementivum behandelt wird, damit sich sein Zustand nicht so schnell verschlechtert. Das solltet Ihr jetzt vorrangig im Auge haben.Ich wünsche Euch viel Kraft und Geduld, Leona

(312 mal gelesen)
Status: Med-Beginner Stern

Hi,


ich kenne deinen Vater nicht, nicht den Arzt, doch was glaubst du?

(357 mal gelesen)
Status: Med-Senior SternSternSternStern

Sehr geehrte Elfenwespe,


nachdem nun einige Meinungen zum Thema "Testung" abgegeben wurden, teilen Sie uns doch einmal mit, ob, abgesehen von dem Fahrverbot, weitere Konsequenzen aus der Diagnose gezogen wurden; insbesondere therapeutische.


Mit freundlichen Grüssen,


Spruth

(317 mal gelesen)
Status: Med-Beginner Stern

Natürlich mussten wir die Diagnose, also mein Vater und die gesamte Familie erst mal verdauen. Mein Vater Hat sofort nach der Diagnose das Medikament Aricept bekommen. Nun wollten noch versuchen ob mein Vater für ca. 3 Wochen in eine Rehaklinik in unserer Nähe kommt, die sich auf Demenzkranke auch spezialisiert haben und den Betroffenen helfen die Fähigkeiten die sie noch besitzen so lang wie möglich zu erhalten.


Ob das Medikament bei mein Vater etwas bewirkt oder nicht, kann ich irgendwie nicht richtig beurteilen, manchmal würde ich sagen, man merkt eine kleine Besserung, an anderen Tagen wieder nicht. Aber das sein Zustand sich in Hinsicht auf die Demenz verschlechtert hätte würde ich nicht behaupten.


Wir haben nur den Eindruck, das mein Vater auf grund des Fahrverbotes in eine Depression verfallen ist, er läst sich sehr hängen und ist auch häufig schlecht drauf, obwohl das auch Tagesform abhängig ist.
Für die Depressionen hat der Arzt ihm auch ein Medikament gegeben, welches er aber nicht nehmen möchte, da er selbst sagt er bräuchte das nicht und er will nicht noch mehr Tabletten schlucken.


Ich hoffe das war jetzt so in etwa das was sie wissen wollten.


die Beiträge haben mir hier auch geholfen. Also Danke an alle

(284 mal gelesen)
Status: Med-Beginner Stern

hallo! bei meinem mann, 64j, ist keinerlei krankheitseinsicht-ich bin gesund, mir fehlt nichts, ich will heim. er ist wegen dieser tatsache (befund auf leberkrebs, diabetes, alkohol usw) in der klinik, psychiatrie. autofahren würde er bei entlassung sofort wieder. so ist er stationär. unsere familie ist darüber heilfroh, es wäre sonst totaler psychoterror. man bekommt bei den besuchen schon ständig sein fett ab. schuld sind nur die anderen, nie der demente selbst. danken sie ihrem arzt 100mal für seine konsequenz. wäre ihnen ein schlimmer unfall lieber gewesen? mein mann ist ein totaler autofan, ich verstehe ihre lage. das schlimme für mich ist, dass der kranke gleich aussieht, aber sein hirn irgendwie vermodert und man kann nur zuschauen. die aggressivität zeigt die gespürte hilflosigkeit des dementen- aber als angehöriger fühlt man sich ständig wie ein herzloses schwein. zu mir gehört das thema leberkrebs und demenz. kontakt gerne weiter!

(264 mal gelesen)
Status: Med-Beginner Stern

Ich sehe die Situation anders. Hier geht es doch darum, dass ein Mensch überstürzt und unsensibel damit konfrontiert wurde, dass er an einer schrecklichen, unheilbaren Krankheit leidet. Sie wird ihm in den nächsten Jahren Verstand, Persönlichkeit und das Leben rauben.
Ich meine: So lange der Test noch nicht gemacht und die Diagnose nicht gestellt ist, müsste doch eigentlich die „Unschuldsvermutung“ gelten. Der Patient müsste noch als mündig angesehen werden. Und mündige Patienten sollte man eigentlich in schwierige Entscheidungsfindungsprozesse miteinbeziehen.
Tatsächlich hat man den alten Herrn ungefragt und in einer Überrumpelungsaktion in einen Diagnoseprozess hineingezwungen. Ich verstehe nicht, warum Ärzte so überzeugt davon sind, dass sie die Diagnose den Menschen aufdrängen müssen, auch wenn diese sich ihr gar nicht gewachsen fühlen. Wiegt die Möglichkeit einer frühen Medikation wirklich den Einbruch auf, den Depression, sozialer Rückzug und Verzweiflung bei manchen Patienten auslösen? Wie treffsicher sind die angewandten Tests tatsächlich? Gerade im Fall von sehr frühen Diagnosen ist es doch sehr schwierig, die beginnende Erkrankung zu erkennen. Auch wenn so ein Test vielleicht nur in einem von zwanzig Fällen fälschlicherweise positiv ausfällt, zerstört er unnötigerweise einen Menschen, sein Selbstbild und seine Visionen für die Zukunft. Lohnt es sich, dieses Risiko einzugehen? Wenn man nach der Diagnosestellung Möglichkeiten hätte, die Kranken zu heilen, wäre die Antwort klar - angesichts der hoffnungslosen derzeitigen Perspektive ist sie es keineswegs.
Hätte man im vorliegenden Fall nicht auch so vorgehen können:
Der Arzt bespricht mit dem Vater die vorliegenden Bedenken. Es betont, dass angesichts der Schilderung das Autofahren vorläufig nicht mehr möglich ist. Dann beschreibt er die zur Verfügung stehenden weiteren Abklärungsmöglichkeiten mit ihren Mängel und Grenzen. Er teilt dem alten Herrn mit, dass im schlimmsten Fall die Diagnose „Alzheimer“ lauten könnte. Natürlich wird er ihn dann auch auf die Möglichkeiten und Grenzen der medikamentösen Hilfe hinweisen. Nach einer Denkpause mit vorläufigem Autofahrverbot entscheidet der Patient, wie weiter vorgegangen werden soll.
Den Beitragsschreiberinnen, die sich für ein rasches und hartes Durchgreifen der Ärzte eingesetzt haben, möchte ich zu bedenken geben: Keine von Ihnen ist sicher, ob sie nicht selbst einmal in eine solche Diagnosesituation schlittert. Was würden Sie dann sagen, wenn man Ihnen unter Vorwegnahme der Diagnose gar nicht mehr zuhören würde und ihnen jedes Mitspracherecht am Ihrer weiteren Behandlung abspräche?
Erste und wichtigste Aufgabe der Ärzte ist noch immer, für den Patienten eine individuell abgestimmte, bestmögliche Betreuung zu gewährleisten. Hut ab vor dem Arzt, der dabei auch einmal den Mut hat, vom gängigen erwarteten Weg abzuweichen.
Maria

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