Startseite > Foren > Forum Alzheimer > Demenz nach Bypass-OP?


Hallo,
mein Vater (79 Jahre) bekam vor ca. einem Jahr einen Bypass ins Bein gelegt. Zuvor hat man versucht, die Ader zu erweiteren und dann zu "durchspülen". Dieses hat nicht gefruchtet und unmittelbar nach der "Durchspülung" hatte mein Vater noch in der Klinik starke Orientierungsprobleme - wußte zeitweise nicht, in welchem Ort er sich befindet. Nach der Entlassung besserte sich sein Zustand und der Hausarzt diagnostizierte KEINE Demenz. Dann aber wurde es wieder schlechter. So verwechselte er z.B. den Inhalt eines Broschüreartikels mit einem angeblich wichtigen Brief, den er dann im ganzen Haus suchte, aber nicht fand. Es gab keinen solchen Brief. Dann meinte er, in seiner Garage seien Gegenstände verändert worden, obwohl niemand so ohne weiteres die Garage betreten kann. Dinge verlegt er immer häufiger und vergißt auch kurz zuvor Geredetes. Schlisßlich wurde auch der Hausarzt aufmerksam und führte bestimmte Tests durch, die mein Vater aber noch halbwegs gut bestand. Diese Tests werden jetzt in Abständen von eínigen Monaten wiederholt. An Medikamenten hat der Arzt vorläufig nur Gingko-Extrakt verordnet, also noch keine Antidementiva. Dennoch verschlechtert sich der mentale Zusatnd meines Vaters langsam weiter. So hockt er manchmal eine Weile schweigend herum um dann plötzlich auf seine Arbeit hinzuweisen und dass sein Eigentum gesichert werden muss. Mein Vater ist schon lange Rentner und hat keinerlei Schulden. Zum Glück lebt meine Mutter (77 Jahre) noch, ist aber leicht gehbehindert. Ich selber arbeite leider an einem weiter entfernten Ort und kann nicht immer nachsehen.
Was gibt es an Hilfen für meinen Vater und meine Mutter? Gibt es z.B. einen Pflegedienst, der sich auf Demenzkranke spezialisiert hat und - wenn es dann soweit ist - an bestimmten Tagen ins Haus kommen kann?
Wie ist der Stand der Forschung? Kann man nicht das Zellwachstum der verbliebenen Neuronen im Hypocampus anregen? Die Zellen dort seien prinzipiell regenerierbar - habe ich mal gehört. Ist eine Verpflanzung von Nervengewebe möglich? Kann weitere Plaqueanlagerung gestoppt werden? Welches sind die besten Medikamente?
So viele Fragen - ich weiß. Aber vielleichtz fidnet sich ja jemand, der Antworten weiß. Danke!
Gruss
Egon-Martin



Sehr geehrter Egon-Martin,
zuallererst einmal sollte Ihr Vater m.E. von einem Spezialisten untersucht werden, der sich mit Demenzerkrankungen auskennt. Dies könnte ein Neurologe, Gerontopsychiater oder ein Arzt einer Gedächtnissprechstunde (Adressen unter www.deutschealzheimer.de oder www.alzheimerforum.de) sein. Dort sollte die Ursache der Demenz geklärt werden. Erst danach lässt sich die Frage nach der Therapie beantworten. Vorweg kann ich Ihnen aber leider schon jetzt mitteilen, daß sich Ihre Fragen "Kann man nicht das Zellwachstum der verbliebenen Neuronen im Hypocampus anregen?", "Ist eine Verpflanzung von Nervengewebe möglich?" und "Kann weitere Plaqueanlagerung gestoppt werden?" mit "Im Moment noch nicht" beantworten lassen.
Sie sollten bezüglich der Unterstützung Ihrer Eltern, sofern Ihr Vater bereits "ausreichend" hilfebedürftig ist, bei der zuständigen Pflegeversicherung eine Pflegestufe beantragen. Sofern diese bewilligt wird, kann das Geld z.B. dafür verwendet werden eine Hauskrankenpflege zu bezahlen. Sie finden eine solche in den Gelben Seiten oder fragen Sie Ihren Hausarzt, ob er Ihnen eine empfehlen kann. Erkundigen Sie sich im Vorfeld nach den Erfahrungen mit Demenz-Patienten, die meisten Pflegedienste haben sie.
Mit freundlichen Grüssen,
Spruth
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 11.01.07 20:56 | EgonMartin | |
| 14.01.07 19:12 | Spruth, Charité |
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