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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (2457 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Zusammen,


nachdem meinem Vater immer mehr Sachen mißlingen und er auch oft korrigiert werden muss, hat er - das kann man ja sogar nachvollziehen - die Lust an Tätigkeiten, die er noch lange hat ausüben können, verloren. Leider begünstigt das negative Tendenzen wie Depressionen und Weglaufen (letzteres derzeit noch gering).


Ich denke dahe, dass man Beschäftigungsmöglichkeiten finden muss, die seinen noch vorhandenen Fähigkeiten einigermaßen entsprechen und ihm v.a. Erfolgserlebnisse bereiten.


Hat hier jemand Ideen oder kennt sich mit einfachen Spielen aus, die helfen könnten? Ich bin an Erfahrungen interessiert und nicht so sehr an woanders nachlesbaren Konzepten.


Bitte um Antworten. Danke!


LG
Egon-Martin

Antworten zu diesem Thema:

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  • (752 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Lieber EgonMartin,
da mein Vater immer ein Mann des Wortes und der Bücher war, machte es ihm auch in der Krankheit noch lange Zeit Spaß, z.B. Sprichwörter zu ergänzen oder Hauptstädte zu benennen. Ich trug hunderte von Sprichwörtern zusammen und arbeitete ein adäquates Quiz-Spiel aus.
Es ist natürlich immer eine zweite Person nötig, die interaktiv tätig ist - mal fragte ich und Vater antwortete und mal machten wir es umgekehrt. Das gab ihm auch das Gefühl, dass er nicht abgetestet wurde - denn er befragte mich ja gleichermaßen.


Zeitweise kam auch das Mundharmonika-Spiel wieder zu Ehren, wobei er da oft improvisierte und weniger notentreu spielte, aber das macht ja nichts - das Lob des Zuhörers oder die Bitte um eine Zugabe ist das Entscheidende. Vielleicht kannst du deinen Vater doch hinsichtlich des Instruments noch motivieren.


In gestalterischer Hinsicht war mein Vater auch in gesunden Tagen nicht sonderlich interessiert, deshalb muss ich über dieses Thema nochmal gründlich nachdenken. Gärtnerische Arbeiten scheinen mir aber eine passende Idee - z..B. auch über Winter kleine Aussaaten in entsprechenden Schalen machen. Die müssen gepflegt werden, bis sie aufgehen und dann nach einer gewissen Zeit vereinzelt werden und schließlich müssen sie in Töpfe und kommen später ins Freiland oder so ähnlich. Du könntest deinen Vater bitten, dass er das für dich übernimmt, weil du keine Zeit hast oder nicht so einen grünen Daumen...? Es gibt doch kleine Gewächshäuschen für die Fensterbank z.B.


Vielleicht kommen noch weitere Vorschläge von den anderen Forenmitgliedern.
Bei meinem Vater ist inzwischen ein Stadium erreicht, in dem all das nicht mehr geht.
Nur das Fußpedalgerät scheint ihm Spaß zu machen. Der Pflegerollstuhl ist allerdings ein derart primitives Teil, dass er ständig wegrutscht, wenn wir das Pedalgerät zu Einsatz davor stellen. Ich erlebe die Barmer EK zum wiederholten Mal als eine wenig hilfreiche Einrichtung - zumindest die für uns zuständige Stelle genehmigt immer nur das Billigste vom Billigen, ungeachtet der Nachteile und Verschlechterungen, die das mit sich bringt.
Das frustriert mich ungemein. Zumal mein Vater sein Leben lang ein zahlendes Mitglied war und ist und so gut wie nie krank war. Ein Armutszeugnis und ich trage mich selbst mit der Überlegung aus dieser Kasse auszutreten.


Zerknirscht, Leona

  • (530 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Leona,


vielen Dank für die Tipps. Die Mundharmonika ist eine besonders gute Idee, da es möglich sein kann, dass er sein Akkordeon für zu schwer ansieht und es deshalb nicht mehr benutzt. Eine Mundharmonika kann er auch gut in seiner Tasche mit sich herumtragen, womit seine Sammlung "persönlicher Utensilien" (Rasierapparat, Brille, usw.) anwächst.


LG
Egon-Martin

  • (582 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo Egon-Martin,


mein Vater kann auch allein nichts mehr machen und sonst von den Alltagstätigkeiten geht eigentlich nur noch das Decken des Tisches, wenn alles in der Küche schon vorbereitet ist. Nur manchmal finden sich einfache Hilfstätigkeiten, die er auch nur macht, wenn er sie nicht für Frauenkram hält. Meine Mutter spielt aber täglich mit ihm Mensch-Ärgere-Dich-Nicht. Und es ist unglaublich, wie perfekt er es noch kann. Er ist konzentriert, beachtet die Regeln und hat richtig Spaß, auch wenn er verliert. Seine Krankheit ist ihm während des Spieles nicht anzumerken. Allerdings spielt er max. 3 Runden, denn er spielt ja nur, "um meiner Mutter eine Freude zu machen". Wahrscheinlich strengt es ihn doch sehr an. Ich bin immer wiederfasziniert, Mitspieler macht er durchaus auf ihre Versäumnisse aufmerksam.


Gruß Nurdug

  • (637 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Nurdug,


Danke für den Tipp. Ja, das kann man auch versuchen. Spiele, die v.a. in der Kindheit und Jugend häufig gespielt wurden, könnten noch "gespeicherte Spuren" (evtl. ähnlich sog. Langzeitpotenzierungen, die v.a. bei Gefühlen eine große und langdauernde Rolle spielen -> limb. System) im Gehirn hinterlassen haben, die noch nicht via Demenz gelöscht wurden oder auf die der Zugriff noch gut funktioniert.


Es hat auch schon demente Schachspieler gegeben, die noch recht gut dieses sehr auf Logik aufgebaute Spiel spielen konnten, auch wenn sie manches Alltägliches nicht mehr beherrschten. Bei der Alzheimer Demenz ist so ziemlich alles möglich - mich wundert da gar nichts mehr. Leider hält aber dennoch nichts den mehr oder weniger schleichenden Verfall auf.
Aber im Grunde verfallen wir ja alle einmal - ist noch keiner hier geblieben ;-)


LG
Egon-Martin

  • (542 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo Egon-Martin,


im Internet habe ich einen Shop "Seniorenland" gefunden. Der bietet spezielle Spiele an. Leider hatte ich damit bei meinem Vater keinen Erfolg. Er wollte einfach nicht!


Vielleicht haben Sie mehr Erfolg.


Liebe Grüße


Lisa

  • (484 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Vielen Dank, Lisa, für Ihren Tipp.


LG
Egon-Martin

  • (567 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Meine allererste mail im Forum! Ich, 66, wbl., verwitwet, bin an Alzheimer erkrankt und total verzweifelt! Mein Vater hatte diese Krankheit übrigens auch. Offensichtlich ist sie vererblich!
Meine 2 Kinder wohnen weit weg, sie können mich nur während ihres Urlaubs besuchen! Manchmal kann ich tagelang mit niemandem reden!
Ich würde mich freuen, wenn mir jemand schreiben würde!
Alfib

  • (470 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Lieber Egon-Martin,
wie wäre es mit "Stadt - Land"! Wir haben das früher in der Schulzeit immer mit Begeisterung gespielt!
alfib

  • (503 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Liebe alfib,
wäre es nicht gut, wenn Sie eine neue Rubrik - ein neues Thema - eröffnen würden: Ich bin selbst mit MA betroffen. Vielleicht finden sich dann noch andere Mitglieder, die in ähnlicher Situation sind.


Hier, zwischen dem Beschäftigungsthema, gehen sie ein bisschen verloren und ich finde es wichtig, dass möglichst noch mehr Mitglieder von Ihrer Situation erfahren. Vielleicht kommen dann doch noch hilfreiche Hinweise.


Ich habe Ihnen eine Privatnachricht gesendet, in der ich näher auf Ihr Problem eingehe.
Herzlichst Leona

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