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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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pappydee
  • (439 mal gelesen)
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Hallo Herr Dr. Spruth,


ich bin etwas besorgt über die Medikation meiner Großmutter (71), vor allem in Hinblick auf M. Alzheimer.
Meine Großmutter ist bei einem meiner Meinung nach sehr guten Hausarzt, der auch Spezialist für Alzheimer ist. Nun ist es aber so, dass meine Großmutter wirklich keinen M. Alzheimer hat, die Tests sind (nach Aussage des Arztes) sehr gut ausgefallen, also ohne Verdacht auf Alzheimer, und auch ein CT wurde schon gemacht, das wohl auch o.B. war, denn sonst hätte der Arzt uns das ja sagen müssen.


Nun hat er sie vor einem halben Jahr schon auf Nimotop gesetzt (und gesagt, die wären nur zur Durchblutung, was ja zwar stimmt, aber nur bei einer dementiellen Entwicklung), und vorige Woche Nimotop abgesetzt und dafür Reminyl verschrieben. Und da sagt der Beipackzettel eindeutig, das wäre ein Alzheimermedikament. Zu den Angehörigen hat er auch schon gesagt, wir sollten darauf achten, ob unsere Oma im Kopf schlechter wird...nur zu ihr selbst und ihrem Mann hat er nichts gesagt. Auf direkte Nachfrage meines Opas, ob sie den Alzheimer hätte, oder zumindest der Verdacht besteht, verneinte er. Trotzdem will er eine Reminyl-Therapie (und meine Oma leidet ziemlich unter den Nebenwirkungen wie heftigem Durchfall und Erbrechen)).
Wir verstehen seine Absichten leider überhaupt nicht. Gibt es noch eine andere Indikation für Reminyl?
Meine Großmutter jedenfalls hat jetzt Reminyl und Nimotop komplett abgesetzt und kauft sich in der Apotheke wie früher Natil, das tut ihr gut, sagt sie.
Wissen sie, was der Arzt mit dieser Medikation bezwecken könnte?


Ich kann mir schon vorstellen, dass meine Großmutter für Aussenstehende vielleicht etwas verwirrt wirkt, aber das täuscht, sie ist nämlich schon immer so. Es hat sich nie verschlechtert. Und der Arzt kennt sie eigentlich auch schon lange...


Ich wäre Ihnen sehr dankbar für eine Antwort diesbezüglich.


P.S. Noch eine kurze Frage: Meine Großmutter leidet auch an Osteoporose und daraus resultierender Lumboischialgie. Sind die Calcium-Antagonisten, die sie zu sich nimmt, bzw. die leichten zerebralen Durchblutungsstörungen, die sie wohl hat, eine Kontraindikation für Calciumpräparate (z.B. Ossofortin), um die Fortschritt der Osteoporose zu verlangsamen?


Vielen Dank für Ihre Antworten!

Antworten zu diesem Thema:

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Autor
Datum
PS
  • (301 mal gelesen)
  • Status:

Hallo,
der Arzt ist eigentlich verpflichtet, einem Patienten zu erklären, ob ein aussagender Befund vorliegt oder nicht und ebenso, warum er was verschreibt. Das Verhalten des Arztes kommt einen jedenfalls doch sehr widersprüchlich vor. Vielleicht hat er Angst ne langjährige Patientin zu verlieren. ? Ich würde doch ganz deutlich auf eine Kopie der Krankenunterlagen pochen, ebenso auf den CT Bericht, der ohne Befund sein soll....


Sie haben ein Recht auf Gewissheit und Aufklärung.


Gruß
PS

Spruth, Charité
  • (283 mal gelesen)
  • Status:

Sehr geehrte(r) pappydee,


es ist schwierig ohne nähere Informationen eine Antwort auf Ihre Fragen zu geben.
Zunächst einmal scheint der behandelnde Arzt Ihrer Großmutter nicht zu denen zu gehören, die aufgrund Ihres Budgets auf die Verordnung von teuren Medikamenten, zu denen Reminyl gehört, verzichten. Dies spricht erst einmal für ihn. Zur Indikationsstellung für Reminyl im Fall Ihrer Großmutter kann ich nichts sagen, nur soviel: eine Zulassung gibt es tatsächlich nur für die leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz, obgleich die wissentschaftlichen Daten auch eine Wirksamkeit bei anderen Demenzformen (Vaskuläre Demenz, Lewy-Körperchen-Erkrankung, Parkinson-Demenz) suggerieren. Weniger gut belegt hingegen ist der therapeutische Nutzen von Nimotop. Die von Ihnen beschriebenen Nebenwirkungen verschwinden meist nach einigen Tagen, sollte dies nicht der Fall sein, sollte, vorausgesetzt sie sind intolerabel und es liegt tatsächlich eine Alzheimerkrankheit vor, eine Umstellung auf einen anderen Acetylcholinesterasehemmer erfolgen.
Ich empfehle Ihnen nochmals das Gespräch mit dem Arzt zu suchen, daß er, wie PS vermutet, "Angst hat eine Patientin zu verlieren" erscheint mir wenig wahrscheinlich.
Eine Kontrindikation von Calzium-Antagonisten bei gleichzeitiger Einnahme von Calziumpräparaten gibt es nicht.


Mit freundlichen Grüssen,


Spruth

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