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Mein Vater liegt seit 5 Monaten mit einer Magensonde im Bett. Infolge der fehlenden Zahnpflege, er schluckt nicht und verweigert die Nahrung, hat sich der gesamte Mundbereich entzündet. Nun stehen wir vor der Frage, ob man einem so schwer kranken Mann noch die Prozedur der Zahnentfernung unterziehune soll. Auf der anderen Seite stellt dieser ständige Entzündungsherd im Mund und Rachen natürlich auch ein Hindernis für seine sonstige Gesundheit da. Was raten Sie?
Lieber Fredi,
als Erstes wäre zu überlegen, ob die Entzündungen zu behandeln sind, um somit dem Papa die Tortur zu ersparen. Hier würde ich den Zahnarzt um Rat fragen. Vielleicht geht es ja telefonisch zu erörtern. Antibiotika ?
Entzündunghemmende Tinkturen ?
Möglicherweise lassen sich erneute Entzündungen vermeiden.
Tja, und wenn nicht ?, dann Zähne ziehen lassen. Das wird in Vollnarkose gemacht und Papa kann danach wieder heim. Das ist besser als die Schmerzen, die das verursachen muss. Einige Angehörige wählen diesen Weg, dies zur Beruhigung.
Tipps zur Mundpflege gab es vor kurzem...ich kopiere sie hier hinein:
Dr. Spruth schrieb dazu:
3. Das Problem der Mundpflege zu lösen ist in meinen Augen nicht einfach, vielleicht haben andere Angehörige hier gut Tipps. Eine Möglichkeit besteht darin, statt Zahnpasta eine wäßrige Lösung wie z.B. Kamillen-Lösung (Kamillosan oder ähnliche) bzw. Mundwasser auf die Zahnbürste zu geben, um somit das Mundspülen zu umgehen. Sollte danach noch zuviel Flüssigkeit im Mundraum sein, kann diese mit trockenen Tupfern entfernt werden.
Zur Mundhygiene
(aus www.nahrungsverweigerung.de/Hauptseiten/pflegestandards.htm ) ...übrigens auch sehr gute Infos zum Thema PEG...
Pflegemaßnahmen:
Anregung des Speichelflusses:
gefrorene Früchte (z.B. Ananas)
gefrorene Getränke (z.B. Orangensaft, Apfelsaft, Cola, Bier, Sekt), je nach Vorlieben.
Hinweis: bei wahrnehmungsgestörten Patienten Gefrorenes in die Mitte einer auseinandergefalteten Mullkompresse (10 x 10 cm) legen, dann Gefrorenes in Kompresse eindrehen. Dem Patienten in den Mund legen. Die Enden der Kompresse aus dem Mund hängen lassen. Die Patienten beginnen meist, an der Kompresse zu saugen und machen mit minimalen Ressourcen eine selbständige Mundpflege.
saure Tees z.B. Hagebutte, Malve
Vitamin C Brausetablette
Weitere Möglichkeiten zur Anregung des Speichelflusses:
Zitronenöl in Aromalampe
Regelmäßige Mundbefeuchtung:
2 stdl. Mundspülen oder Auswischen des Mundes mit Hagebuttentee, Wasser oder Mineralwasser
Sprühen von Flüssigkeiten mit Hilfe eines Zerstäubers
Ablösen von Belägen:
Sahne auf die Zunge legen und mit Mundpflegetupfer vorsichtig abreiben Sonnenblumenöl
Kleine Ecke Vitamin Brausetablette auf die Zunge legen
Liebe Grüsse
Auguste D.
Danke für die Tips zur Mundpflege. Leider sind die Zähne
jedoch schon zu sehr angegriffen. Bestünden denn Aussichten, dass der Gaumen nach der Zahnentfernung wieder heilt? Und wie groß ist der Blutverlust?
Hallo Fredi,
ich denke, die Aussichten stehen gut.
Vielleicht stellen Sie die Frage im Forum Zahnmedizin ???
Lieben Gruss
AD
Sehr geehrte(r) Fredi,
der Gaumen sollte bei guter Nachbehandlung heilen, der Blutverlust stellt keinen limitierenden Faktor dar. Im übrigen können Blutungen gestoppt werden.
Mit freundlichen Grüssen,
Spruth
| Datum/Zeit | von Autor | Thema |
|---|---|---|
| 16.12.04 09:18 | fredi | |
| 16.12.04 13:31 | Auguste D. | |
| 17.12.04 13:28 | fredi | |
| 18.12.04 15:46 | Auguste D. | |
| 20.12.04 09:26 | Spruth, Charité |
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