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Forum: Alzheimer

Eröffnungsbeitrag des Themas:

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  • (997 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Sehr geehrter Herr Dr. Spruth,


haben Sie an der Charité Erfahrung mit der neuen Impfung gegen Alzheimer?


Meine Mutter (80 Jahre) erhielt vor einem Jahr die Diagnose "MCI"; ein Übergang in Alzheimer konnte trotz 6-wöchiger Beobachtung in einer spezialisierten Tagesklinik, MRT und PET bisher nicht eindeutig diagnostiziert, aber auch nicht komplett ausgeschlossen werden. Sie erhält aber dennoch bereits seit 12 Monaten Aricept (10 mg/Tag). Ihre Gedächtnisstörungen schreiten weiterhin leicht fort, vergleichende kognitive Tests vor einem Jahr und letzte Woche ergaben aber nur minimale Verschlechterungen.


Meine ansonsten körperlich gesunde Mutter hätte nun evtl. als eine der ersten Patientinnen weltweit die Möglichkeit, den neuen Impfstoff (ich nehme an, es handelt sich um "ImoVax") zu erhalten, allerdings haben ihre behandelnden Ärzte an einer großen Uniklinik erst mit zwei anderen Patienten auf diesem Gebiet Erfahrung. Das Vorgängerprodukt löste wohl bei einem Teil der Studienteilnehmer Gehirnhautentzündungen auf; dieses soll bei dem neuen Präparat nicht mehr der Fall sein.


Konkrete Frage also:


Wie wirksam, aber auch wie nebenwirkungsfrei ist diese Impfung Ihrem Wissen nach? Würden Sie unter den geschilderten Bedingungen im jetzigen Stadium einem Versuch zuraten?


Ihre Stellungnahme würde uns als Angehörige sehr interessieren und weiterhelfen, da es uns hier wichtig erscheint, eine Zweitmeinung einzuholen, bevor wir eine Entscheidung treffen.


Vielen herzlichen Dank und beste Grüße


Coffee

Antworten zu diesem Thema:

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  • (309 mal gelesen)
  • Status: Senior Moderator

Guten Abend Coffee,
ich finde Ihre Anfrage und die Informationen, die aus Ihrem posting hervorgehen, hochspannend. Ich habe ebenfalls von der neuen Impfung gehört, allerdings nur in amerikanischen Veröffentlichungen.
Offenbar wird Ihre Mutter sehr kompetent und gut betreut. Darf ich fragen, durch welche Klinik sie behandelt wird? Sie können mir gerne eine Privatnachricht schicken. Ich bin betreuende Angehörige eines Alzheimer Betroffenen.
Liebe Grüße und viel Erfolg! Leona

  • (257 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Coffee,


ich hatte im Mai d.J. schon mal eine Frage dieser Art an Hr. Dr. Spruth gstellt, die er damals mit


[http://forum2.onmeda.de/read.html?26,1234725,1246193#msg-1246193]


beantwortet hatte. Damals war man noch unsicher in Bezug auf Impfung gegen AD. Ich habe daraufhin meine Eltern gebeten, bei ihrem Hausarzt eine Korrepondenz mit Hr. Prof. Dr. Nitsch (Uni Zürich) zu veranlssen, was leider trotz Drängeln von mir bis heute nicht geschah. Endlich habe ich selber einen Brief an den Experten aus der Schweiz verfasst und werde ihn Montag versenden. Mittlerweile ist ja etwas Zeit verflossen und es könnten bessere Ergebnisse vorliegen. Gleichwohl erlaube ich mir aber auch etwas Skepsis gegen mancherlei Berichterstattung, die leider auch immer wieder geeigent ist, falsche Hoffnungen zu verbreiten. Bei Morbus Alzheimner (Alzheimer Demenz, Alzheimer Desease, AD) haben wir vmtl. zwei "Feinde": Beta-Amyloid und hyperphosphorisiertes Tau-Protein. Beide müßten m.E. durch Impfung neutralisiert werden. Aber es gibt ja viele Formen von Demenz und gegen andere als AD mag es medikamentös besser aussehen.


Gruss
Egon-Martin

  • (184 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Nachtrag:


Ich sehe gearde, dass die Verlinkung auf den Beitrag nicht funktioniert hat.


Es handelt sich um meinen Beitrag vom 05.05.07 zu "Frage: Impfen gegen AD?".
Die Antwort von Dr. Spruth wurde am 30.05.07 eingestellt.


Noch ein Versuch mit aufgespaltener Adresse (bitte zusammenfügen beim Anwählen):


[http://forum2.onmeda.de/]


read.html?26,1234725,1246193#msg-1246193


sonst bitte suchen.


Gruss
Egon-Martin

  • (204 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo Egon-Matin,


vielen Dank für Deinen Link!


Offenbar hat Dr. Spruth also an der Charité keine Erfahrung mit der neuen Impfstoff , obwohl ich gedacht hatte, dass dies eins der deutschen Zentren ist, in dem ebenfalls eine Studien läuft.


Sollte sich also im letzten halben Jahr etwas geändert haben, würde ich mich dennoch sehr über eine Antwort von Dr. Spruth freuen, u.a. auch deshalb, weil er als Experte für Alzheimer ja vielleicht zumindest die derzeitigen Entwicklungen der Studienverläufe kennt und von daher Empfehlungen pro und contra geben kann.


Sehr interessieren würde mich natürlich auch die Anwort von Dr. Nitsch aus Zürich, falls Du eine erhältst. Vielleicht könntest Du sie dann hier veröffentlichen oder mir per Privatnachricht zukommen lassen?


Vielen herzlichen Dank schon mal!


Coffee

  • (194 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Hallo Coffee,


ich denke schon, dass Dr. Spruth up to date ist. Es ist nur so, dass falsche Hoffnungen auch Schaden anrichten können und daher bzgl. sog. Erfolgsmeldungen immer Vorsicht angebracht ist. Es muss ja auch immer der Einzelfall betrachtet werden, was über Internetforen nahezu unmöglich ist.


Hier noch ein Link:


[www.alsa.at]


Falls ich was von Prof. Nitsch hören sollte, werde ich selbstverständlich hier informieren. Nur sollte man damit nicht so schnell rechnen, denn man kann sich ja leicht vorstellen, dass ich sicher nicht der einzige bin, der dort nachfragt.


(Es handelt sich übrigens nicht um "ImoVax" sondern um die EU-Studie MimoVax, die mit rd. 2,5 Mio EUR m.E. viel zu knapp budgetiert ist. Dafür sollte man durchaus eine Mrd. EUR locker machen. Für allerlei anderes nicht so wichtiges hat man es ja auch.)


Gruss
Egon-Martin

  • (154 mal gelesen)
  • Status: Med-Insider SternSternStern

Dieses Forum bildet anscheinend keinen Directorypfad ab, so dass schon wieder nur der HP-Name erscheint. Allerdings findet man dort ein Suchkästchen, in dem man das Wort amyloid eingeben muss, wenn man zu der von mir gemeinten Seite kommen will.


Sorry!


Gruss
Egon-Martin

  • (179 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Hallo Egon-Martin,


ja, natürlich handelt es sich um MimoVax, nicht um ImoVax - danke für die Berichtigung.


Mir geht es gar nicht mal in allererster Linie um die Wirksamkeit dieses Impfstoffs oder das Wecken von Hoffnungen, sondern zunächst einmal darum, ob in der laufenden Studie (die sich ja nun bereits über ein Jahr erstreckt) bisher gravierende Nebenwirkungen aufgetreten sind oder ob man MimoVax zumindest in Bezug darauf unbedenklich verabreichen kann. Wenn er dann nicht wirken sollte, könnte man dies schlimmstenfalls in Kauf nehmen, sofern sonst keine Nachteile auftreten ...


Gruß


Coffee

  • (227 mal gelesen)
  • Status: Med-Senior SternSternSternStern

Sehr geehrte/r Coffee,


leider liegen (mir) noch keine Vorabergebnisse der Untersuchungen zu MimoVax vor. Die im Vorfeld publizierten theoretischen Ausführungen der beteiligten Firmen und Einrichtungen zu der genannten Vakzinisierung klingen vielversprechend, das tun sie aber immer vor Beginn einer Studie.
Vielleicht setzen Sie sich einmal mit der Neurologischen Abteilung der Phillips-Universität in Marburg in Verbindung, die als Studienzentrum fungiert.
Letztlich ist die Frage der Teilnahme eine des Glaubens. Kein Mensch kann Ihrer Mutter zum jetzigen Zeitpunkt eine sichere Auskunft zu den Folgen (positiv oder negativ) einer Studienteilnahme geben. Meine persönliche Meinung dazu, ob ich teilnehmen würde, ist daher tatsächlich eine sehr persönliche, die Ihnen oder Ihrer Mutter daher auch nicht weiterhelfen kann.


Mit freundlichen Grüssen,


Spruth

  • (154 mal gelesen)
  • Status: Med-Beginner Stern

Sehr geehrter Herr Dr. Spruth,


herzlichen Dank, dass Sie zur Thematik noch Stellung genommen haben. Klar, dass Sie uns die Entscheidung nicht abnehmen können. Dies war auch nicht Ziel meiner Anfrage, sondern es ging mir lediglich um eine möglichst umfassende Informationsvermittlung in Bezug auf die derzeitigen Studienergebnisse, um auf einer derartigen Grundlage selbst besser entscheiden zu können.


Mit der Marburger Uni habe ich inzwischen Kontakt aufgenommen.


Beste Grüße und alle guten Wünsche für 2008


Coffee

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