Zeckenbiss - was tun?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (16. Mai 2017)

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Sobald es draußen wärmer wird, sind Zecken wieder vermehrt unterwegs. Bei einem Ausflug in die Natur oder bei einem Picknick auf der Wiese zieht man sich dann schnell einen Zeckenbiss zu. Kein Drama, das muss nicht gefährlich werden, wenn Sie folgende Tipps beachten: Wie man Zecken entfernt und ab wann man doch zum Arzt gehen sollte.

Steckt die Zecke noch in der Haut, ist ein Zeckenbiss leicht zu erkennen. Es kann jedoch auch passieren, dass sich die Zecke bereits wieder gelöst hat und man den Stich gar nicht bemerkt. Dann ist ein Zeckenbiss im Nachhinein nicht immer eindeutig als solcher zu erkennen und die Stichstelle kann auch mit einem Mückenstich verwechselt werden. Ein Zeckenbiss kann jucken, muss aber nicht.

In den meisten Fällen ist bei einem Zeckenbiss nichts Schlimmes zu befürchten. Wer sich aber in Risikogebieten für FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) oder Borreliose aufhält, kann gesundheitliche Folgen jedoch nicht ausschließen.

Der Zeckenbiss ist ein Zeckenstich
Zwar spricht man umgangssprachlich eher von Zeckenbissen, biologisch gesehen handelt es sich jedoch eigentlich um einen Zeckenstich. Denn die Mundwerkzeuge der Zecken bestehen aus einem Stech- und Saugapparat. Um zum Blut zu gelangen, schneiden die Zecken erst die Haut mit scherenartigen Mundwerkzeugen auf. Dann führen sie eine Art Stechrüssel, ein zungenartiges Mundwerkzeug mit Widerhaken (sog. Hypostom), in die Schnittwunde ein. Dabei werden kleine Gefäße verletzt. In die entstandene Vertiefung läuft Blut, das die Zecke nun immer wieder aufsaugt.

Erste Hilfe bei einem Zeckenbiss

Wenn Sie einen Zeckenbiss bei sich bemerken, sollten Sie die Zecke so rasch wie möglich aus der Haut herausziehen:

  1. Greifen Sie die Zecke mit einer Pinzette oder speziellen Hilfsmitteln wie einer Zeckenkarte oder Zeckenzange möglichst dicht an der Haut am Zeckenkopf. Ziehen Sie die Zecke nun langsam und möglichst mitsamt der Mundwerkzeuge heraus.
  2. Beim Herausziehen sollten Sie beachten:
    • Drehen Sie die Zecke beim Ziehen nicht!
    • Greifen Sie die Zecke niemals am Körper und versuchen Sie auch nicht, die Zecken mit den Fingern zu greifen. Wenn Sie den Zeckenkörper quetschen, können Speichel und Darminhalt der Zecke in die Wunde gepresst werden – inklusive eventuell enthaltener Krankheitserreger.
    • Geben Sie keine "Hausmittel" wie Öl, Klebstoff, Nagellackentferner oder Alkohol auf die Zecke. Versuchen Sie auch nicht, die Zecke mit einem Streichholz oder Feuerzeug abzubrennen. Als Reaktion könnte die Zecke Speichel oder Darminhalt in die Wunde entleeren und im Falle vorhandener Krankheitserreger das Infektionsrisiko erhöhen.
  3. Reinigen und desinfizieren Sie die Wunde, nachdem Sie die Zecke entfernt haben. Falls Reste der Zecke in der Wunde verblieben sind, lassen Sie diese vom Arzt entfernen.
Zeckenbiss: Ziehen Sie die Zecke gerade heraus, ohne sie zu drehen. © iStock

Ziehen Sie die Zecke gerade heraus, ohne sie zu drehen.

Nachdem Sie die Zecke entfernt haben, sollten Sie die Einstichstelle in den nächsten Wochen auf Veränderungen hin beobachten. Achten Sie außerdem darauf, ob möglicherweise in den nächsten zwei bis drei Wochen grippeähnliche Symptome bei Ihnen auftreten.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

In den meisten Fällen erfordert ein Zeckenbiss keine ärztliche Hilfe. Sie sollten jedoch so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, wenn...:

  1. ... Sie die Zecke nicht entfernen können oder Teile der Zecke in der Wunde steckenbleiben.
  2. ... sich nach dem Zeckenbiss
    • eine größere, scharf umrandete Rötung bildet, die möglicherweise auch größer wird.
    • eine Rötung mit einem oder mehreren Ringen bildet. Manchmal weitet sich dieser Ring im Verlauf nach außen hin aus.
  3. ... einige Tage nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Beschwerden auftreten, also Symptome wie:
  4. ... sich der Zeckenbiss entzündet und zum Beispiel anfängt, zu eitern.