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Wundheilung

Stand: 21. Dezember 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Unter Wundheilung versteht man alle Prozesse, die dazu führen, dass eine Wunde sich wieder schließt. Dabei bildet der Körper neues Gewebe und lässt neue Blutgefäße entstehen.

Um eine Wunde zu verschließen, kann der Körper zwei verschiedene Mechanismen der Wundheilung nutzen – die Regeneration oder die Reparation:

  • Regeneration: Bei der Regeneration heilt die Wunde in der Regel ohne Narben aus, da das verletzte Gewebe ganz spezifisch ersetzt wird. Manche Gewebe regenerieren sich besonders gut, so z.B. Haut und Schleimhäute.
  • Reparation: Bei der Reparation von Gewebeschäden bleiben meist Narben zurück, denn das verletzte Gewebe wird nicht spezifisch ersetzt. Vielmehr dient unspezifisches Binde- und Stützgewebe dazu, die Wunde zu verschließen.

Die Wundheilung läuft dabei in verschiedenen Phasen ab:

  • exsudative Phase (ca. erste Minuten bis Stunden): Kurz nach der Verletzung ist der Körper vor allem damit beschäftigt, den durch die Verletzung entstandenen Schaden zu begrenzen. Wenn beispielsweise Gefäße verletzt wurden, entstehen etwaige Blutungen. Um einen Blutverlust zu minimieren, ist deshalb das erste Ziel, die Blutung zu stoppen – die Blutgerinnung setzt ein und Wundschorf bildet sich. Der Schorf schließt die Wunde nach außen ab und schützt die verletzte Gewebestelle dadurch vor dem Eindringen von Keimen und einer eventuellen Wundinfektion. Möglicherweise schwillt der Wundbereich etwas an (Wundödem).
  • resorptive Phase (ca. Tag 1 bis 3): Verschiedene Zellen, Eiweiße und Botenstoffe des Immunsystems wandern in den Wundbereich ein. Fresszellen beginnen damit, das geronnene Blut und Zelltrümmer zu entfernen sowie etwaige Keime zu bekämpfen.
  • proliferative Phase (ca. Tag 4 bis 7): In der Wunde entstehen neue Hautzellen, Blutgefäße wachsen ein und Bindegewebe bildet sich nach. Ja nach Wundart verheilen die Wundränder einfach (z.B. bei kleinen Schnittwunden) oder die Haut bildet in der Wunde sog. Granulationsgewebe aus, ein vorläufiges Füllgewebe.
  • reparative Phase (ca. Tag 8 bis Monate später): Die Haut beginnt damit, den Wundbereich endgültig mit neuen Hautzellen zu verschließen – die Wunde wird nach und nach kleiner. Das Narbengewebe ist heller und weniger elastisch als die umliegende Haut, Schweiß- oder Talgdrüsen fehlen.

Bei den verschiedenen Phasen der Wundheilung ist jedoch zu beachten, dass sich diese überlappen. Sie sind keine zeitlich fest definierten Abschnitte.

Mediziner unterscheiden zwei verschiedene Formen der Wundheilung:

  • primäre Wundheilung und
  • sekundäre Wundheilung.
Eine kleines Mädchen bekommt ein Pflaster auf eine Schürfwunde am Arm. Sie hält einen Teddybär fest.
Dank Wundheilung sind viele Verletzungen schnell vergessen.

Von einer primären Wundheilung spricht man, wenn die Wundränder glatt sind und dicht beieinander liegen. Ist die Wunde sauber, heilt diese Art der Wunde in der Regel sehr schnell und hinterlässt keine oder eine kaum sichtbare Narbe. Primäre Wundheilung findet man meist bei kleinen Schnittwunden, chirurgischen Operationswunden, aber auch bei Schürfwunden.

Eine sekundäre Wundheilung setzt dagegen bei infizierten Wunden oder bei Wunden ein, deren Wundränder sehr ungleichmäßig sind und weiter auseinander liegen (klaffende Wunde). Dann füllt Granulationsgewebe die Wunde von unten her auf und es bleibt meist eine sichtbare Narbe zurück. Im Vergleich zur primären Wundheilung benötigt die sekundäre Wundheilung mehr Zeit.


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