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Wundarten

Stand: 21. Dezember 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Eine Wunde entsteht immer dann, wenn Gewebeteile voneinander getrennt werden, zum Beispiel weil man sich an etwas schneidet. Dabei geht oft ein Teil des Gewebes verloren. Auch Verletzungen in tieferen Gewebeschichten, bei denen die äußere Haut unversehrt bleibt, werden als Wunden bezeichnet.

Je nachdem, wie eine Wunde entsteht, unterscheidet man verschiedene Wundarten:

  • mechanische Wunden (z.B. Schnittwunden oder Stichwunden)
  • thermische, also durch Temperatur entstandene Wunden (Verbrennungen oder Erfrierungen)
  • chemische Wunden (Säure- oder Laugenverätzungen)
  • strahlungsbedingte Wunden

Außerdem unterscheidet man offene Wunden von geschlossenen Wunden, die sich im Inneren des Körpers befinden.

Wundarten
Mechanische Wunden
A) Offene Wunden Durchtrennung der Haut
Schnittwunde Verletzung der Haut durch Schnitt; je nach Verlauf des Schnitts mehr oder weniger stark klaffende Hautränder; Sonderform: Operationswunde
Stichwunde Kleine Eintrittsstelle durch spitzen Gegenstand; häufig verklebte Wundränder, wodurch sich in der Tiefe eingeschlossene Keime leicht vermehren und zu einer Infektion führen können
Platzwunde Einwirkung stumpfer Scherkräfte auf Hautteile über einem festen Untergrund, z.B. Knochen; häufig unregelmäßige und schlecht durchblutete Wundränder
Risswunde Überbeanspruchung der Gewebeelastizität durch Dehnung oder Zerrung; häufig unregelmäßig gezackte Wundränder
Schürfwunde Schädigung der obersten Hautschicht ( Epidermis) durch Scherkräfte
Hautablösung Ablösung unverletzter Oberhaut von der Unterhaut; bei großflächiger Ablösung häufig Absterben des abgetrennten Oberhautbereichs, da die Blutversorgung unterbrochen ist; Sonderform: Skalpierung
Bisswunde Kombination von Quetsch- und Stichwunde durch einwirkenden Biss; hohes Risiko für Infektionen durch eingebrachte Keime
Schusswunde Kombination von Quetsch- und Risswunde durch Gewebezerreißung und Druckschädigung; hohes Risiko für Infektionen durch eingebrachten Fremdkörper
Traumatische Amputation Abtrennung von Körperteilen infolge massiver Gewalteinwirkung; schwerste Form der offenen mechanischen Wunden; bei Verletzung großer Blutgefäße und Nerven kann eine akute lebensbedrohliche Situation entstehen.
B) Geschlossene Wunden Haut und Schleimhaut sind intakt
Prellung Einwirkung stumpfer Gewalt mit Blutergüssen (Hämatomen) und Schwellungen ( Ödemen)
Quetschung Zangenartige Einwirkung stumpfer Gewalt ohne Verletzung der Haut; häufig sehr tief reichende Wunde
Zerrung, Verrenkung Durch Drehung bedingte geschlossene Gelenkverletzung mit Überdehnung oder Zerreißung der Gelenkbänder
Thermische Wunden
Verbrennung Örtlich begrenzte Schädigung des Gewebes durch starke Wärmeeinwirkung; je nach Ausprägung Symptome wie Hautrötung, Blasenbildung oder Absterben des Gewebes (Nekrose); bei großflächigen Verbrennungen und Schädigung tiefer gelegener Gewebestrukturen können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten.
Erfrierung Örtlich begrenzte Schädigung des Gewebes durch starke Kälteeinwirkung; je nach Ausprägung Symptome wie Hautrötung, Blasenbildung oder Absterben des Gewebes (Nekrosen)
Chemische Wunden
Säuren Verätzung des Gewebes durch die Einwirkung von Säure; je nach Ausprägung Symptome wie Hautrötung, Blasenbildung oder Gerinnungsnekrose (trockener, fester, eher oberflächlicher Schorf)
Laugen Verätzung des Gewebes durch die Einwirkung von Lauge; je nach Ausprägung Symptome wie Hautrötung, Blasenbildung oder Erweichungsnekrose (weicher, weißlicher, tief reichender Schorf)
Strahlungsbedingte Wunden
Einwirkung ionisierender Strahlung (z.B. Röntgenstrahlung, Strahlentherapie, nukleare Strahlung); Ausmaß der Schädigung abhängig von Dosis und Art der Strahlung

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