Verbrennung und Verbrühung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (11. April 2012)

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Verbrennungen und Verbrühungen entstehen durch Einwirkung von übermäßiger Hitze auf die Haut.

Dabei steigt die Temperatur so stark an, dass es zu einer Zellschädigung oder zum Zelltod kommt. Bei größeren Verbrennungen oder Verbrühungen kann die Schädigung der Haut dazu führen, dass sie einer wichtigen Funktion nicht mehr nachkommen kann: der Wärmeregulation.

Erste Hilfe bei Verbrennung/Verbrühung

Ist es zu einer Verbrennung oder Verbrühung gekommen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Entfernen Sie die Hitzequelle und löschen Sie ggf. brennende Kleidung, indem Sie die Flammen mit einer Decke ersticken oder mit Wasser löschen.
  • Entfernen Sie Kleidung an den betroffenen Stellen, sofern diese nicht an der Haut klebt. Auf der Haut klebende Kleidung darf nicht entfernt werden! Umschneiden Sie ggf. die betroffene Stelle.
  • Kühlen Sie kleinere Verbrennungen (z.B. verbrannter Finger) etwa 2 bis 3 Minuten bzw. bis die Schmerzen gelindert sind, jedoch nicht länger als etwa 10 bis 15 Minuten, bei Säuglingen und Kleinkindern nur etwa 2 bis 3 Minuten. Lassen Sie möglichst sofort Wasser über die Verbrennung laufen. Verwenden Sie dazu kein Eiswasser. Normal kaltes Leitungswasser reicht vollkommen.
  • Große Verbrennungen, die mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche betreffen, sollten keinesfalls gekühlt werden, da die Gefahr einer Unterkühlung besteht! Tauchen Sie in solchen Fällen die betroffene Körperrregion oder den ganzen Körper daher nicht in kaltes Wasser ein!
  • Bei Verbrennungen im Gesicht können Sie feuchte Tücher auflegen – achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass die Atemwege freibleiben.
  • Versorgen Sie die Brandwunde möglichst keimfrei mit sterilem Verbandsmaterial (Erste-Hilfe-Kasten). Fusselndes, nicht steriles Material wie z.B. Papiertaschentücher ist nicht geeignet. Auf keinen Fall dürfen Sie Salben, Puder, Öl, Zahnpasta oder Ähnliches auf die Wunde auftragen. Brandblasen dürfen nicht geöffnet werden!
  • Alarmieren Sie bei schwereren Verbrennungen den Notarzt (112).
  • Halten Sie die Person warm bis der Rettungsdienst eintrifft: Decken Sie sie vorsichtig zu. Hierfür ist auch die Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten sehr gut geeignet.
  • Ist der Betroffene bei Bewusstsein: Treffen Sie bei Anzeichen eines Schocks entsprechende Maßnahmen, indem Sie die Person betreuen und in die Schocklage bringen: erhöhte Lage der Beine, Schutz des Körpers vor Wärmeverlust, ohne dabei Druck auszuüben (z.B. durch eine Decke)
  • Kontrollieren Sie bei größeren Verbrennungen regelmäßig Atmung und Bewusstsein (Vitalzeichen) und treffen Sie ggf. Maßnahmen zur Wiederbelebung bis zum Eintreffen des Rettungswagens.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Bei größeren Verbrennungen oder Verbrühungen sollten Sie sofort den Notarzt (112) alarmieren.



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