Unterkühlung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (23. März 2012)

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Unter einer Unterkühlung versteht man das Herabsinken der Körperkerntemperatur unterhalb von 37 Grad Celsius.

Zu einer Unterkühlung kann es zum Beispiel durch einen Aufenthalt in kälterer Umgebung, einen Sturz in kaltes Wasser, unzweckmäßige oder feuchte Kleider beziehungsweise mangelnde Bewegung in kühler Umgebung kommen. Aber auch ein Schock kann die Ursache für eine Unterkühlung sein.

Leichte Unterkühlung: Der Betroffene zittert, fröstelt, atmet tief und schnell, hat einen schnellen Herzschlag und blasse, kalte Haut. Er erscheint aufgeregt und möchte sich bewegen.

Mittelschwere Unterkühlung: Der Betroffene ist schläfrig, hat einen langsamen Puls und Atmung, niedrigen Blutdruck, bläulich-graue, kalte Haut und ist teilnahmslos. Die Muskeln werden starr.

Schwere Unterkühlung: Der Betroffene ist bewusstlos, es kann zum Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.

Erste Hilfe bei Unterkühlung

Bei einer Unterkühlung muss umgehend gehandelt werden. Ist der Betroffene bei Bewusstsein, achten Sie bei einer leichten Unterkühlung auf Folgendes:

  • Erwärmen Sie den Körpers langsam, führen Sie den Betroffenen zum Beispiel in einen geheizten Raum (Zimmertemperatur, nicht überheizen!) und ziehen Sie nasse Kleider aus.
  • Wickeln Sie den Betroffenen in Decken, aber führen Sie keine Wärme von außen zu (wie z.B. Wärmflasche, Heizdecke oder heißes Bad).
  • Verabreichen Sie warme, gezuckerte Getränke, aber keinesfalls Alkohol! Alkohol weitet die Gefäße und fördert die Unterkühlung!
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Bewusstsein und Atmung und handeln Sie gegebenenfalls entsprechend.
  • Alarmieren Sie den Notarzt (112), wenn sich der Zustand nicht bessert.

Bei mittelschwerer bis schwerer Unterkühlung:

  • Rufen Sie den Notarzt (112)!
  • Sorgen Sie dafür, dass der Betroffene sich möglichst nicht bewegt und auch nicht bewegt wird.
  • Wärmen Sie den Betroffenen nicht aktiv auf, massieren und reiben Sie keinesfalls Arme und Beine oder den Körperrumpf! Das kann bei mittelschweren bis schwereren Unterkühlungen lebensbedrohlich werden!
  • Ziehen Sie nasse und kalte Kleider nicht aus.
  • Bedecken Sie den Betroffenen mit einer Decke oder Jacke, damit er nicht weiter auskühlt.
  • Bringen Sie den Betroffenen keinesfalls in Schocklage.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Bewusstsein und Atmung (Vitalzeichen) und handeln Sie gegebenenfalls entsprechend.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Bei mittelschweren bis schweren Unterkühlung muss so rasch wie möglich ein Notruf (112) abgesetzt werden!



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