Erste Hilfe bei Sonnenstich – so geht's

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (13. Juni 2017)

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Wer sich zu lange in der direkten Sonne aufhält und Kopf und Nacken dabei nicht schützt, riskiert einen Sonnenstich. Erfahren Sie, wie Sie einen Sonnenstich erkennen und Erste Hilfe leisten.

Ein Sonnenstich kann entstehen, wenn man über einen längeren Zeitraum vor allem an Kopf und Nacken intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Denn die Wärmestrahlung des Sonnenlichts reizt die Hirnhäute und das Gehirn. Es entsteht eine Entzündungsreaktion, in deren Folge das Hirn anschwellen kann. Zu einem Sonnenstich kommt es nicht ausschließlich bei heißem Wetter – auch bei kühleren Temperaturen ist ein Sonnenstich möglich.

Wichtig zu wissen: Ein Sonnenstich tritt in der Regel nicht unmittelbar beim oder nach dem Aufenthalt in der Sonne auf, sondern später. Häufig zeigen sich erste Symptome erst nach mehreren Stunden.

Anzeichen für einen Sonnenstich

Bei einem Sonnenstich haben Betroffene typischerweise einen stark geröteten Kopf, während der Rest des Körpers unauffällig bleibt.

Weitere Anzeichen für einen Sonnenstich sind

Zudem sind die Betroffenen häufig unruhig. Ein Sonnenstich kann zu Bewusstseinsstörungen beziehungsweise zu Bewusstlosigkeit führen.

So leisten Sie Erste Hilfe

Ergreifen Sie bei Verdacht auf einen Sonnenstich folgende Maßnahmen:

  • Lagern Sie den Betroffenen flach, aber mit erhöhtem Oberkörper an einem schattigen, kühlen und möglichst ruhigen Ort.
  • Kühlen Sie den Betroffenen, indem Sie zum Beispiel feuchte, kühle Tücher auf den Körper legen oder den Körper mit Wasser beträufeln und Luft zufächeln.
  • Beruhigen Sie den Betroffenen.
  • Falls der Betroffene das Bewusstsein verliert, aber:
    • noch atmet: Bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung des Bewusstlosen.
    • nicht mehr atmet: Drehen Sie den Betroffenen auf den Rücken und beginnen Sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Rufen Sie in jedem Fall den Notarzt (112), wenn:

  • das Bewusstsein des Betroffenen getrübt ist,
  • der Verdacht auf einen Krampfanfall besteht oder
  • der Betroffene bewusstlos ist!

Kinder mit Sonnenstich sollten sicherheitshalber immer von einem Arzt untersucht werden.



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