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Selbstschutz

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (26. April 2012)

Allgemeines

Wer an eine Unfallstelle gerät, steht in der Pflicht, Erste Hilfe zu leisten. Andererseits gilt: Der Selbstschutz (Eigenschutz) hat höchste Priorität! Keiner kann von Ihnen verlangen, dass Sie sich selbst in Gefahr begeben. Bedenken Sie: Ein Helfer, der selbst verletzt ist, kann keine gute Erste Hilfe mehr leisten.

Zu Beginn der sogenannten Rettungskette steht neben dem möglicherweise notwendigen Absichern der Unfallstelle der Selbstschutz des Ersthelfers: Erst wenn die eigene Sicherheit gewährleistet ist, können lebensrettende Sofortmaßnahmen getroffen werden. Als weiterer Schritt in der Rettungskette erfolgt der Notruf. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte der Ersthelfer weitere Maßnahmen treffen. Hierzu gehören zum Beispiel die weitere Versorgung und auch die psychische Betreuung des Betroffenen.

Auf Infektionsschutz achten

Wer im Rahmen der Ersten Hilfe mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten wie Urin, Stuhl oder Erbrochenem in Kontakt kommt, sollte auf einen ausreichenden Infektionsschutz durch Einmalhandschuhe achten. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, ist allerdings sehr gering. Es ist davon auszugehen, dass die meisten Verunfallten nicht an einer Infektionskrankheit leiden; insbesondere eine Infektion mit dem HI-Virus (HIV) ist sehr unwahrscheinlich und kann darüber hinaus nur dann entstehen, wenn der Ersthelfer mit dem Blut in Kontakt gerät.

Theoretisch besteht auch ein – wenn auch geringes – Risiko, sich über eine Atemspende mit einer Infektionskrankheit zu infizieren. Das Infektionsrisiko kann durch eine entsprechende Beatmungshilfe minimiert werden, welche Sie in Apotheken und Sanitätshäusern beziehen können. Die Anwendung dieser Hilfsmittel bedarf allerdings einiger Übung.

Unfallstellen absichern

Wer an eine Unfallstelle gerät, sollte diese als erstes absichern – nicht nur, um selbst geschützt zu sein, sondern auch, um weitere Unfälle zu verhindern.

So sichern Sie eine Unfallstelle im Straßenverkehr ab:

  • Schalten Sie umgehend Ihr Warnblinkblicht an, wenn Sie eine Unfallstelle bemerken.
  • Fahren Sie langsam an den Unfallort heran und parken Sie Ihr Fahrzeug mit einem Sicherheitsabstand von etwa 10 bis 20 Metern zum Unfallauto so, dass die Scheinwerfer bei Dunkelheit die Unfallstelle beleuchten.
  • Ziehen Sie Ihre Warnweste an (sofern vorhanden), klappen Sie Ihr Warndreieck auf und laufen Sie dem Verkehr am äußersten Fahrbahnrand (auf Autobahnen und Schnellstraßen hinter der Leitplanke) vorsichtig entgegen. Halten Sie das aufgeklappte Warndreieck dabei mit ausgestrecktem Arm in die Luft.
  • Platzieren Sie das Warndreieck innerorts etwa 50 Meter, auf Schnellstraßen und Autobahnen mindestens 100 bis 200 Meter vor der Unfallstelle gut sichtbar etwa 70 Zentimeter vom rechten Straßenrand entfernt. Vergrößern Sie ggf. den Abstand zur Unfallstelle, wenn sich diese hinter einer Kurve oder eine Kuppe befindet, indem Sie das Dreieck vor der Kurve bzw. vor der Kuppe platzieren.
  • Rauchen Sie am Unfallort nicht, da Brandgefahr bestehen könnte.
  • Schalten Sie die Zündung des Unfallfahrzeugs ab und lassen Sie den Schlüssel stecken. Ziehen Sie die Handbremse an. Falls der Airbag nicht ausgelöst wurde: Achten Sie dabei darauf, sich nicht zwischen Fahrer und Lenkrad zu beugen.

Aber nicht nur im Straßenverkehr, auch in anderen Situationen sollten Sie immer daran denken, auch zu Ihrem eigenen Schutz die Unfallstelle abzusichern. Bei einem Skiunfall beispielsweise können Sie andere Skifahrer warnen, indem Sie zur Warnung zwei überkreuzte Skier in den Schnee stecken.






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