Erste Hilfe bei Knochenbruch

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (19. Oktober 2015)

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Bei einem Knochenbruch unterscheidet man zwischen geschlossenen Brüchen und offenen Brüchen (Frakturen).

Bei einem geschlossenen Bruch ist die Haut im Bereich der Bruchstelle unverletzt. Bei (auch kleinsten) Wunden mit oder ohne Blutungen spricht man von einem offenen Bruch. Er birgt die Gefahr, dass sich eine Infektion bilden kann.

Sichere Zeichen für einen Knochenbruch sind:

  • abnorme Stellung von Gliedmaßen
  • sichtbare Knochensplitter oder -enden in einer Wunde (bei einem offenen Bruch)
  • Reibegeräusche im Bereich der Bruchstelle
  • abnorme Beweglichkeit des betroffenen Bereichs (Achtung: Nicht testen!)

Zusätzliche Merkmale, wie starke Schmerzen, Schwellungen, Bluterguss, eine Einschränkung der Beweglichkeit oder eine Schonhaltung, können ebenfalls auf eine Fraktur hinweisen.

Bei Verdacht auf einen Knochenbruch sollten Sie die Verletzung in jedem Fall wie einen Knochenbruch behandeln.

Was tun bei einem Knochenbruch?

  • Alarmieren Sie den Rettungsdienst (112).
  • Bei einem offenen Bruch:
    • Stillen Sie größere Blutungen.
    • Decken Sie die Wunde möglichst keimfrei ab.
    • Stellen Sie den betroffenen Bereich einschließlich der benachbarten Gelenkbereiche ruhig, z.B. durch vorsichtige Lagerung auf einem Kissen oder durch Fixierung mithilfe eines Dreieckstuchs.
    • Solange keine Lebensgefahr beim Betroffenen besteht, bewegen Sie die Bruchstelle nicht!
  • Bei einem geschlossenen Bruch:
    • Kühlen Sie den Bereich , ohne Druck auszuüben (z.B. mit kühlen, nassen Umschlägen). So verhindern Sie, dass eine Schwellung entsteht und lindern die Schmerzen.
  • Wirken Sie beruhigend auf die Person ein und lassen Sie sie nicht allein.
  • Bringen Sie den Betroffenen, falls ein Schock besteht, in die Schocklage. Ausnahme: Bei einem Beinbruch werden die Beine nicht hoch gelagert, sondern einfach am Boden belassen.
  • Falls der Betroffene das Bewusstsein verliert, aber

Bei Hand-, Arm- oder Schulterbrüchen: Hier nimmt der Betroffene häufig eine Schonhaltung ein und hält zum Beispiel den Arm vorm Körper fest. Belassen Sie dann die Position beim Betroffenen so wie sie ist, um nicht noch mehr Schmerzen zu verursachen. Warten Sie mit ihm zusammen auf den Notarzt.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Alarmieren Sie bei Verdacht auf einen Knochenbruch den Notarzt (112). Auch bei kleineren Brüchen an Hand, Unterarmen oder Füßen sollte sich der Betroffene in jedem Fall in ärztliche Hilfe begeben.



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