Hyperventilation

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (26. April 2012)

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Als Hyperventilation bezeichnet man eine Atmung, deren Frequenz und Tiefe über die körperlichen Bedürfnisse hinausgehend erhöht ist. Durch die zu schnelle und zu tiefe Atmung wird mehr Kohlendioxid abgeatmet. Die CO2-Konzentration im Blut sinkt, wodurch der pH-Wert steigt, was Mediziner als sogenannte respiratorische Alkalose bezeichnen.

In den meisten Fällen ist eine Hyperventilation psychisch bedingt. Ursache einer Hyperventilation können akute psychische Belastungsstituationen, wie zum Beispiel Aufregung, Angst oder Stress, sein. Sie kann aber auch als Folge neurologischer Erkrankungen, welche das Atemzentrum stimulieren (z.B. Tumoren, Enzephalitis), auftreten.

Die Hyperventilation tritt in Anfällen auf und kann, je nach ihrer Dauer und Intensität, zu folgenden Symptomen führen:

Erste Hilfe bei Hyperventilation

Bei einem akuten Hyperventilations-Anfall ist es wichtig, den Betroffenen zu beruhigen. Führen Sie ihn möglichst in einen ruhigeren Raum oder eine ruhigere Ecke. Versuchen Sie, gemeinsam mit dem Betroffenen ruhig zu atmen.

Eine über Mund und Nase gehaltene nicht zu große Plastik- oder Papiertüte (mit 1 bis 2 cm Abstand), in die der Betroffene atmet, bewirkt einen Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration im Blut. Die Beschwerden müssten dadurch schnell abklingen. Teilen Sie dem Betroffenen vorher mit, was Sie vorhaben.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Besonders wenn zum ersten Mal eine Hyperventilation aufgetreten ist, sollte anschließend ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen abzuklären.

Wenn nach 5 bis 10 Minuten Rückatmung in eine Tüte keine wesentliche Besserung eintritt, könnte eine organische Ursache vorliegen. In diesem Fall ist es notwendig, sicherheitshalber umgehend einen Notarzt (112) zu alarmieren.

Wenn eine Hyperventilation durch eine organische Erkrankung wie Blutarmut (Anämie) oder Linksherzinsuffizienz ausgelöst wird, ist eine gezielte Therapie dieser Grunderkrankung notwendig.

Kommt es bei einem akuten Anfall von Hyperventilation zu Krämpfen, können von ärztlicher Seite beruhigende Benzodiazepine gespritzt werden.

Um weitere Hyperventilations-Anfälle zu verhindern, sollte eine atemtherapeutische Behandlung durchgeführt werden, bei welcher der Betroffene spezielle Atemtechniken erlernt. Auch Entspannungstechniken können bei einer Hyperventilation helfen. Liegen den Hyperventilations-Anfällen ausgeprägte Angstzustände oder Ähnliches zugrunde, können eine Psychotherapie und in stärker ausgeprägten Fällen auch Psychopharmaka helfen.



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