Hexenschuss

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (26. April 2012)

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Unter einem Hexenschuss versteht man umgangssprachlich einen plötzlichen, sehr heftigen, stechenden Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Er wird medizinisch als Lumbago oder akute Lumbalgie bezeichnet.

Nach einem Hexenschuss kann sich der Betroffene meist nicht oder kaum noch bewegen und strecken. Die kleinste Bewegung schmerzt und führt dazu, dass sich die Rückenmuskulatur weiter verkrampft.

Ausgelöst wird ein Hexenschuss in der Regel durch Bagatellbewegungen wie zum Beispiel Heben, Drehen, Bücken und Aufrichten oder beim Sport. Der Schmerz ist so heftig, dass viele einen Bandscheibenvorfall befürchten. Ein Hexenschuss wird aber nur selten durch einen Bandscheibenvorfall, sondern meist durch Wirbelblockierungen oder Muskelzerrungen verursacht.

Erste Hilfe bei Hexenschuss

Bei einem Hexenschuss ist zuallererst Schonung angesagt. Meist ist Sitzen sehr schmerzhaft. Lagern Sie den Betroffenen für etwa 20 bis 30 Minuten flach auf hartem Untergrund und winkeln Sie seine Beine im Hüftgelenk und in den Knien um etwa 90 Grad (rechtwinklig) an, lagern Sie die Beine also etwas höher (sog. Stufenlagerung). Bauen Sie zum Beispiel aus Decken oder Kissen eine Stufe, auf die der Betroffene seine Beine ablegen kann, so wird der Rücken entlastet. Liegt der Betroffene auf dem Boden, können Sie seine Beine auch auf einem Stuhl oder einer Kiste ablegen.

Halten Sie die betroffene Stelle warm, zum Beispiel mit einer Wärmflasche, einem "Hotpack", einer Wärmesalbe oder Ähnlichem. Auch ein warmes Bad kann die Schmerzen lindern. Eine Bettruhe, die länger als zwei Tage dauert ist jedoch bei Rückenschmerzen in der Regel nicht sinnvoll.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Werden die Schmerzen in den nächsten ein bis zwei Tagen nicht besser, sollte der Betroffene einen Arzt aufsuchen.



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