Fieberkrampf

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (26. April 2012)

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Ein Fieberkrampf ist eine meist harmlose Sonderform von Krampfanfällen (ähnlich den epileptischen Anfällen), der typischerweise beim sonst gesunden Kleinkind bei Fieber über 38 Grad Celsius auftreten.

Ein Fieberkrampf betrifft in der Regel Kinder zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr. Vorbeugen können Sie einem Fieberkrampf nicht. In den meisten Fällen tritt er jedoch auch nur ein einziges Mal im Lebens des Kindes auf.

Einfacher Fieberkrampf

Bei Temperaturen von über 38 Celsius kann es zu einem Krampfanfall kommen, der den ganzen Körper des Kindes betreffend kann. Ein derartiger Anfall sieht bedrohlich aus, ist jedoch meist relativ harmlos. Es kommt dabei zu Muskelzuckungen und Augenverdrehen bis hin zur Bewusstlosigkeit, wobei der Fieberkrampf meist nur 2 bis 3 Minuten andauert und von selbst endet. Arme und Beine können zunächst versteifen und dann krampfartig zucken. Im Anschluss ist das Kind häufig noch für einige Zeit in einem gewissen Dämmerzustand und wirkt sehr verschlafen.

Komplizierter Fieberkrampf

Von einem komplizierten Fieberkrampf spricht man bei:

  • Anfällen, die sich nicht durch Muskelzuckungen und Augenverdrehen äußern bzw. nicht nach wenigen Minuten abklingen
  • neurologischen Symptomen nach dem Fieberkrampf
  • einer Serie von Anfällen innerhalb von 24 Stunden
  • vorbestehender Gehirnschädigung
  • Anfällen, die bis zu 15 Minuten dauern
  • bleibenden EEG-Veränderungen
  • mehr als insgesamt vier Fieberkrämpfen
  • Fieberkrämpfen im Alter zwischen unter fünf Monaten und über fünf Jahren
  • Epilepsiebelastung in der Familie.

Komplizierte Fieberkrämpfe treten insgesamt sehr selten auf.

Erste Hilfe bei einem Fieberkrampf

  • Falls Ihr Kind einen Fieberkrampf hat, sollten Sie vorsichtshalber den Notarzt rufen (112). In der Regel ist der Krampfanfall jedoch bereits vorüber, bis der Arzt eintrifft.
  • Kalte Wickel oder Ähnliches lösen den Fieberkrampf nicht. In der Regel geht er nach wenigen Minuten von selbst vorbei. Versuchen Sie nicht, das Kind festzuhalten oder anders zu fixieren. Achten Sie stattdessen darauf, dass keine Verletzungsgefahr besteht, etwa durch Ecken oder Kanten von Möbelstücken. Legen Sie z.B. Decken und Kissen um das Kind herum.
  • Wenn der Krampfanfall vorüber und das Kind noch bewusstlos ist, aber atmet, bringen Sie das Kind in die stabile Seitenlage.
  • Beobachten Sie Atmung und Bewusstsein des Kindes und beginnen Sie ggf. mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen bis der Notarzt eintrifft.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Verständigen Sie bei einem Fieberkrampf den Notarzt (112), insbesondere, wenn der Fieberkrampf länger andauert.



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