Asthmaanfall – Erste Hilfe

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (14. August 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bei Asthmatikern reagieren die Bronchien auf bestimmte Reize überempfindlich und können sich krampfartig verengen, wodurch es zu Anfällen akuter Atemnot kommen kann: einem Asthmanfall.

Gleichzeitig bildet sich Schleim in den Atemwegen und die Schleimhäute schwellen an. Bei einem Asthmaanfall fällt genau genommen weniger das Einatmen, sondern das Ausatmen schwer. Während des Anfalls kommt es zu Atemgeräuschen. Der Betroffene ist unruhig und hat einen beschleunigten Puls. Schreitet der Sauerstoffmangel fort, färben sich Lippen und Gesicht bläulich, kalter Schweiß bricht aus.

Erste Hilfe bei einem Asthmaanfall – das können Sie selbst tun:

Bei akuter Atemnot durch einen Asthmaanfall sollte schnell gehandelt werden!

  • Bleiben Sie ruhig!
  • Hat der Arzt Ihnen ein Asthmaspray verschrieben? Inhalieren Sie dieses.
  • Lockern Sie ggf. enge Kleidung.
  • Bestimmte Atemtechniken können das Atmen erleichtern:
    • Kutschersitz: Setzen Sie sich vornübergebeugt hin, stützen Sie sich mit den Unterarmen auf den Oberschenkeln oder einer Tischplatte ab und lassen Sie Kopf und Schultern dabei entspannt nach vorne fallen. Dadurch unterstützen Sie Ihre Atmung.
    • Lippenbremse: Halten Sie die Lippen locker geschlossen bzw. spitzen Sie diese leicht und versuchen Sie dabei, möglichst langsam gegen diesen Widerstand auszuatmen; dabei blähen sich Ihre Wangen leicht auf.
  • Verbessern sich die Atembeschwerden trotz dieser Maßnahmen nicht oder verschlechtern sie sich sogar, inhalieren Sie noch einmal von Ihrem Asthmaspray. Hat Ihr Arzt Ihnen für Ihren Notfallplan auch die Einnahme von kortisonhaltigen Tabletten empfohlen, so nehmen Sie diese zusätzlich ein.
  • Hilft auch dies nicht, verständigen Sie so rasch wie möglich den Notarzt (112).

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Tritt trotz Asthma-Medikamenten und atemunterstützenden Maßnahmen wie Kutschersitz oder Lippenbremse keine Besserung ein oder verschlechtert sich der Zustand sogar, sollten Sie in jedem Fall den Notarzt (112) rufen, da nicht absehbar ist, wie bedrohlich die Situation wird.



Apotheken-Notdienst