Arzneimittel­vergiftung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (11. April 2012)

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Eine Arzneimittelvergiftung kann durch Unachtsamkeit, aber auch absichtlich herbeigeführt werden.

Die Symptome der Arzneimittelvergiftung hängen dabei von Dosis und Art des Medikaments ab. Bei einer Überdosis Schlafmittel kann es zum Beispiel zu Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit sowie Atemproblemen bis hin zum Atemstillstand kommen. Zu viel Beruhigungsmittel haben dagegen unter anderem Schläfrigkeit, weite und lichtstarre Pupillen und eine rote, heiße, trockene Haut zur Folge. Größere Mengen an Beruhigungsmitteln führen zu Erregungszuständen, Herzrasen und Krämpfen.

Erste Hilfe bei Arzneimittelvergiftungen

Gehen Sie bei einer Arzneimittelvergiftung wie folgt vor:

  • Kontrollieren Sie Bewusstsein und Atmung des Betroffenen und leisten Sie gegebenenfalls Erstmaßnahmen wie eine Wiederbelebung.
  • Schützen Sie die Person vor Wärmeverlust und bringen Sie sie – falls sie bewusstlos ist, aber noch atmet – in die stabile Seitenlage.
  • Suchen Sie nach Medikamentenpackungen und Hinweisen auf die Art des eingenommenen Arzneimittels. Beipackzettel geben wichtige Hinweise darauf, was bei Überdosierungen zu tun ist. Geben Sie dem Notarzt später Beipackzettel und Verpackung mit.
  • Rufen Sie den Notarzt (112) und teilen Sie ihm möglichst Alter und Geschlecht der Person, den Zeitpunkt der Einnahme sowie Art und Menge des Arzneimittels, die Symptome und bereits durchgeführte Maßnahmen mit.
  • Lösen Sie kein Erbrechen aus, wenn die Person nicht bei vollem Bewusstsein ist! Es besteht sonst die Gefahr, dass Erbrochenes in die Atemwege gelangt. Nur bei vollem Bewusstsein kann Erbrechen ausgelöst werden, dann am besten durch den Betroffenen selbst, indem er die Rachenwand mit einem Finger reizt.
  • Falls der Betroffene erbricht, halten Sie seinen Kopf zur Seite. Sitzt die Person, halten Sie seinen Kopf nach vorn und halten Sie seine Stirn mit einer Hand fest, um das Erbrechen zu erleichtert.
  • Versuchen Sie, die Person zu beruhigen, wenn sie bei Bewusstsein ist.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Bei Verdacht auf eine Arzneimittelvergiftung sollten Sie sofort den Notarzt (112) alarmieren.



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